Mit den ersten Flocken: Die Zuger satteln auf Tourenski und Schneeschuhe um
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Unberührte Hänge locken Skitourengeher ins offene Gelände. (Bild: uus)

Händler erwarten viele Neulinge Mit den ersten Flocken: Die Zuger satteln auf Tourenski und Schneeschuhe um

4 min Lesezeit 1 Kommentar 04.12.2020, 19:55 Uhr

Während die Skigebiete für Corona-konformen Wintersport kämpfen, planen andere ohne Bähnli und Skilift: Im Gegensatz zu den Skimieten läuft der Verkauf von Tourenski und Schneeschuhen auf Hochtouren. Für Neueinsteiger gilt es dabei, einige Dinge zu beachten.

Es ist nicht so, dass wegen Corona ein neuer Trend im Wintersport geboren wurde. Aber die Pandemiesituation befeuert die bereits laufende Entwicklung: Der Verkauf und die Miete von klassischen Pistenski stockt, während immer mehr Menschen das Vergnügen abseits der Pisten suchen.

Der Verkauf von Ski sei auch ohne Covid eher stagnierend oder rückläufig, bestätigt Urs Sidler von Intersport Meli mit Filialen in Zug und Schwyz. Die Unsicherheit in Bezug auf die Schutzkonzepte in den Skigebieten merke man nun zusätzlich: «Wir vermieten im Moment rund ein Drittel weniger Ski als im Vorjahr. Die ungewisse Situation in den Skigebieten ist allgegenwärtig und auch immer ein Thema mit den Kunden», so der Geschäftsführer.

«Wer sowieso schon lange mit dem Gedanken gespielt hat, das Skitourengehen auszuprobieren, für den ist vielleicht gerade jetzt der richtige Zeitpunkt.»

Meli bietet in Zug keine Tourenski an. Bei den Schneeschuhen habe er bisher keinen markanten Anstieg verzeichnet. Sidler sagt aber: «Ich kann mir je nach Situation gut vorstellen, dass die Kunden Alternativen zum Ski- und Snowboardfahren suchen – wie Skitouren oder Schneeschuhwanderungen.»

Viele Neueinsteiger erwartet

Wir wollten es etwas genauer wissen und haben beim Skitouren- und Freeride-Spezialisten Berge pur in der Stadt Zug nachgefragt. Und siehe da: Dort merkt man den Winter schon seit dem Oktober. Laut Auskunft von Geschäftsführer und Bergführer Daniel Luthiger kamen die Kunden schon mit dem ersten Schnee in den Laden. «Davor merkten wir bereits während ein paar Jahren, dass das Skitourengeschäft steigend ist.»

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Die aktuelle Diskussion um die Schutzmassnahmen in den Skigebieten würden diesen Trend noch befördern, sagt auch er. Deshalb rechnet er in dieser Saison mit vielen Neueinsteigern. «Wer sowieso schon lange mit dem Gedanken gespielt hat, das Skitourengehen auszuprobieren, für den ist vielleicht gerade jetzt der richtige Zeitpunkt.»

Wer sich als Neuling abseits der Piste in die Berge wagt, dem gibt der Kasten am Ende des Textes einige Tipps.

Der frühe Schnee freut den Bergführer

Weiter steigend ist auch die Tendenz bei den Schneeschuhtouren, sagt Luthiger: «Die hatten wir schon einmal vor rund zehn Jahren. Es dürften aber dieses Jahr auch hier zusätzlich wieder mehr Neueinsteiger sein.» Darauf deute auch die Wanderlust hin: «Wir haben schon im Sommer beobachtet, dass viele zum ersten Mal oder nach langer Zeit wieder Wanderschuhe gekauft haben. Das könnte nun auch im Winter bei den Schneeschuhen passieren.»

Den «sehr erfreulichen» Start in die Wintersaison will Luthiger nicht überbewerten. «Unser Geschäft hängt immer auch vom Schnee ab – kommt er, dann wird die Saison gut.» Die Schneefälle zum Beginn des Dezembers stimmen ihn zuversichtlich: «Nun ist aber der Schnee gekommen und die Saison startet definitiv!»

Tipps für Anfänger

Einfach mal so auf die Ski und loslaufen? Das klappt beim Skitourengehen nicht auf Anhieb, wenn man es noch nie gemacht hat. Zunächst gilt es, Materialfragen zu klären: Suche ich einen leichten Ski für den Aufstieg oder eher etwas mit mehr Substanz, um es auch bergab krachen zu lassen?

Habe ich einen passenden Rucksack mit Platz für Schneeschaufel, Lawinensuchgerät und Sonde? Auch bei der Kleidung gilt es ein paar Unterschiede zur klassischen Skibekleidung zu beachten: Die dick gefütterte Skijacke heizt beim Aufstieg und im Frühling wohl zu sehr ein, eine leichte Shell-Jacke wird für regelmässige Tourengeher zur Pflicht. Eine Beratung im Fachgeschäft bietet sich auf jeden Fall an.

Neben dem Material ist auch die Handhabung für Anfänger ungewohnt: Als minimale Vorbereitung empfiehlt sich ein Lawinenkurs, der vom Schweizerischen Alpenclub SAC oder spezialisierten Händlern in vielen verschiedenen Skigebieten oder gleich auf einer einfachen Einsteigertour angeboten wird. Ein solcher Kurs empfiehlt sich auch, wenn man sich mit den Schneeschuhen über die offiziellen Trails ins offene Gelände hinauswagen will.

Um die Grundtechniken wie das Laufen, die Spitzkehren, aber auch eine einfache Einschätzung des Geländes zu erlernen, werden vom SAC und anderen Anbietern Grundkurse angeboten. Schliesslich sollten die ersten Touren in etwas anspruchsvollerem Gelände mit einem Bergführer unternommen werden. Oder zumindest in einer erfahrenen Gruppe. Je nach Bedürfnissen bieten professionelle Anbieter Kurse von klassischen Skitouren über Hochtouren bis hin zu Freeridetouren mit Bahnunterstützung an.

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1 Kommentare
  1. lulu, 05.12.2020, 16:12 Uhr

    eine nicht ganz wichtige bemerkung. beim wort «tourenski» frage ich mich immer: «welcher pole ist gemeint.» die lösung wäre ein ganz simpler bindestrich: touren-ski.

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