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Mit dem Velo auf den «Kulturhighway»
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Nun heisst es: «Ad Säck». Der Städtische Verkehrsdirektor Adrian Borgula (Mitte links) zusammen mit dem Krienser Gemeindepräsident Cyrill Wiget (Mitte rechts). (Bild: Beat Blättler )

Start zum Zentralbahntrassee Luzern–Horw–Kriens Mit dem Velo auf den «Kulturhighway»

4 min Lesezeit 26.02.2016, 12:39 Uhr

Endlich: Die Bauarbeiten auf dem frei gewordenen Zentralbahntrassee zwischen Luzern, Kriens und Horw beginnen. Nach einem Jahr Verzögerung ensteht ein gut zwei Kilometer langer Rad- und Gehweg. Ein «Meilenstein für die Verkehrsentwicklung der Stadt Luzern», der auch bei der Kultur ankommt.

Er wird sehnlichst erwartet: Der neue Rad- und Gehweg auf dem alten Zentralbahntrassee von Luzern nach Kriens und Horw. Seit gut drei Jahren liegt Land zwischen Steghof und Mattenhof brach. Nun gab der Stadtrat diesen Freitag den Startschuss für das Velo-Schlüsselprojekt schlechthin, das von allen Seiten auf grosse Akzeptanz stösst. Man erinnert sich: Der Grosse Stadtrat hat im November 2014 der Finanzierung von immerhin 4,8 Millionen Franken mit 45 zu 0 Stimmen zugestimmt. Trotzdem verzögerte sich das Ganze noch um ein ganzes Jahr – und sorgte für rote Köpfe. 

«Heute beginnen wir endlich, eine grosse Lücke zu schliessen.»

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Adrian Borgula, Stadtrat Luzern

Am Freitag gab es aber Grund zum Feiern. Die Sitmmung beim Spatenstich war locker und gelöst. Der Luzerner Stadtrat Adrian Borgula, Direktor für Umwelt, Verkehr und Sicherheit, freute sich zusammen mit Cyrill Wiget, Gemeindepräsident Kriens, Bauvertretern und Mitarbeitern der Verwaltung. Für die Verantwortlichen hiess es: lächeln, Schaufel und Helm packen und hinstehen. «Es handelt sich hier um einen Meilenstein für die Verkehrsentwicklung der Stadt Luzern», sagte Adrian Borgula.

Der knapp zwei Kilometer lange Weg beginnt beim Neubad und führt via Südpol nach Kriens Mattenhof. «Unser Ziel ist es, dass das Stadtzentrum zuverlässig und sicher erreichbar ist. Mit dieser Verbindung geht der Luzerner Velo- und Fussgängerverkehr einen wichtigen Schritt vorwärts.» Neue Verkehrswege in einer «gebauten» Stadt zu bauen sei schwierig. «Heute beginnen wir endlich, eine grosse Lücke zu schliessen.» 

So soll der neue Rad- und Gehweg nach der Fertigstellung aussehen.

So soll der neue Rad- und Gehweg nach der Fertigstellung aussehen.

(Bild: zvg)

«Der Langsamverkehr hat noch viel Potenzial. Das hier wird zum Vorzeigeprojekt.»

Cyrill Wiget, Gemeindepräsident Kriens

Cyrill Wiget betonte, wie wichtig die Verbindung für Kriens, das Entwicklungsgebiet Luzern Süd sowie für den Kulturstandort Südpol ist. «Man darf nicht unterschätzen, was das heisst, die drei Gemeinden Luzern, Kriens und Horw auf diese Weise zu erschliessen.» Das neue Trassee werde viel zur Entwicklung und Begegnung in diesen Gebieten beitragen. «Der Langsamverkehr hat noch viel Potenzial. Das hier wird zum Vorzeigeprojekt.» Und Marco Liembd, Leiter Öffentlichkeitsarbeit beim Südpol, sagte: «Endlich. Wir haben so lange darauf gewartet. Für uns wird das der Kulturhighway schlechthin. Nach einigen Verzögerungen sind wir sehr froh, dass es endlich los geht.»

Seit 2012 unter der Erde

Am Montag, 29. Februar 2016, beginnen die Bauarbeiten. Seit November 2012 fährt die Zentralbahn zwischen Luzern Bahnhof und der Haltestelle Kriens Mattenhof auf einer neuen unterirdischen Strecke mit Halt auf der Luzerner Allmend. Auf dem frei gewordenen Trassee wird die direkte Rad- und Gehwegverbindung zwischen der Stadt Luzern und den Gemeinden Kriens und Horw realisiert.

Eine schnelle und sichere Rad- und Gehwegverbindung zwischen der Stadt Luzern und den Gemeinden Kriens und Horw.

Eine schnelle und sichere Rad- und Gehwegverbindung zwischen der Stadt Luzern und den Gemeinden Kriens und Horw.

Der Abschnitt wird in einen drei Meter breiten Radweg und einen zwei Meter breiten Gehweg aufgeteilt. Beim Eichwald wird der Fussgängerverkehr auf dem Schäferweg und der Radverkehr auf dem Bahntrassee geführt.

Die Bauarbeiten werden in Etappen ausgeführt. Die Privatgrundstücke bleiben erreichbar. Die provisorische Verkehrsführung bei der Querung der Mossmatt-, Horwer- und Eichwaldstrasse wird vor Ort signalisiert und markiert. Während der gesamten Bauzeit sei mit Lärmimmissionen und Verkehrsbehinderungen zu rechnen, so die Verantwortlichen. Der neue Weg soll voraussichtlich im Frühling 2017 eröffnet werden.

So soll der neue Rad- und Gehweg nach der Fertigstellung aussehen.

So soll der neue Rad- und Gehweg aussehen. Das Neubad rechts und das Feuerwehrdepot daneben.

(Bild: zvg)

Plötzlicher Marschhalt für das Projekt

Der Bau beginnt mit einer einjährigen Verzögerung. Der Weg hätte schon im Frühling 2016 fertig werden müssen. Anfang April 2015 hiess es plötzlich, dass es doch ein Jahr länger dauern werde. Grund war die EWL (Energie Wasser Luzern), die unter dem Veloweg Leitungen für ein Fernwärmenetz aus Seewasser legen wollte. Die IG Velo war verärgert, hiess aber letztlich die Verzögerung gut. Den Grünliberalen passte es ganz und gar nicht. In einem dringlichen Postulat forderten sie die «umgehende Realisierung des Fuss- und Radwegs» – ohne Rücksicht auf die Pläne der EWL. Das half jedoch nichts. «Wir mussten zwei wichtige Projekte verfolgen», sagte Stadtrat Adrian Borgula.

Fahrleitungsmasten bleiben erhalten

Um den Erkennungswert der ehemaligen Bahnstrecke zu gewährleisten, werden die Fahrleitungsmasten erhalten bleiben und mit Abspannleuchten ausgestattet. An den beiden Querungen von befahrenen Strassen haben die Radfahrer keinen Vortritt. Zusätzlich ist ein Abbiegeverbot für Autos von der Arsenal- in die Eichwaldstrasse vorgesehen, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Speziell wird die neue LED-Beleuchtung sein, die sich mittels Sensoren nur bei Bewegungen erhellt.

Horw beteiligt sich nicht

Insgesamt 4,8 Millionen Franken kostet das Projekt. Die Finanzierung teilen sich der Bund, der Kanton und die Stadt Luzern sowie die Gemeinde Kriens. Letztere steuert 500’000 Franken an die Umnutzung der ehemaligen Bahnstrecke bei. Der Bund seinerseits übernimmt 35 Prozent, also knapp 1,7 Millionen Franken. 1,6 Millionen Franken gehen zulasten des Kantons und die restliche Million bezahlt die Stadt aus eigener Tasche. Keine Kostenbeteiligung leistet die Gemeinde Horw, da die geplante Route nicht auf Gemeindegebiet liege.

So sah das alte Zentralbahntrassee aus. Mehr Fotos sehen Sie in unserer Bildergalerie (Fotos: Beat Blättler).


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