«Mini zwei Dihei»: So leben Kinder mit mehreren Kulturen in der Schweiz
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«Ich fühle mich in der Schweiz so wie auch in England zu Hause», das sagt der 11-jährige Thomas aus Unterägeri. (Bild: Screenshot SRF Kids)

«SRF Kids» zu Besuch bei Thomas aus Unterägeri «Mini zwei Dihei»: So leben Kinder mit mehreren Kulturen in der Schweiz

3 min Lesezeit 09.05.2021, 16:16 Uhr

In der Videoserie «Mini zwei Dihei» zeigen Kinder ihr Leben mit zwei verschiedenen Kulturen. Mit den Kameras besuchte «SRF Kids» auch den 11-jährigen Thomas, der seit eineinhalb Jahren in Unterägeri wohnt. Zuvor lebte er mit seiner Familie in London.

«Ich fühle mich in der Schweiz sowie auch in England zu Hause.»

Früher fuhr Thomas in London mit einem knallroten Doppeldeckerbus von der Schule nach Hause. Er weiss, dass man in England zu jeder Gelegenheit zur «Tea Time» ruft und er weiss, wie man Scones – ein traditionelles englisches Gebäck – zubereitet.

Seit eineinhalb Jahren lebt der 11-jährige Thomas im beschaulichen Unterägeri. Hier liebt er den See, den Blick auf die Berge – und die Kanti in Zug.

Porträtiert wird Thomas in der Videoserie «Mini zwei Dihei» von «SRF Kids»:

Kinder wollen mehr über andere Kulturen lernen

Um was geht’s in dem Format? Julia Lüscher, Redaktorin bei «SRF», schreibt auf Anfrage, dass man bei «SRF Kids» immer wieder den Wunsch von Kindern höre, mehr über andere Kulturen zu lernen. Sei das auf Schulführungen in ihren Studios oder während der Kinderreporterinnenkurse. «Und tatsächlich stellten wir bis Sommer 2019 fest, dass das Kinderprogramm von SRF diverser werden sollte», so Julia Lüscher.

«Wir wollten Kinder, für die das Leben mit zwei Kulturen eine Selbstverständlichkeit ist, im SRF repräsentiert sehen.»

Julia Lüscher, Redaktorin «SRF»

«Wir wollten Kinder, für die das Leben mit zwei Kulturen eine Selbstverständlichkeit ist, im SRF repräsentiert sehen.» Dies auch darum, weil ein Grossteil der Redaktorinnen und Redaktoren in ihrem Team mit mehreren Kulturen aufgewachsen ist und sie sich als Kinder selber eine solche Plattform gewünscht hätten.

Gestartet hat «Mini zwei Dihei» ursprünglich mit einer Sommerserie im Radio. Die Idee und das Konzept stammen von Julia Lüscher. Ergänzend kamen anschliessend die Videos hinzu. Weil diese auf gutes Echo stiessen, etablierte sich die Idee, bis das Team von «SRF Kids» es zu einer eigenständigen Videoserie entwickelt hat.

Wie lebt man mehrere Kulturen – ohne sich für eine entscheiden zu müssen?

Mit «Mini zwei Dihei» sollen die Kinder nah an ihrem eigenen Alltag sehen, wie andere Kulturen gelebt werden.

Wie beispielsweise ein Mädchen Kontakt zur Grossmutter in Frankreich hat, wie in der Schweiz ein pakistanisches Menu gekocht wird. Oder wie Kinder mit Vorurteilen gegenüber ihrer zweiten Heimat umgehen. Und, ganz wichtig: Wie kann man ganz selbstverständlich zwei oder mehrere Kulturen leben, ohne sich für eine entscheiden zu müssen?

«Die Kinder leben nicht zwischen den zwei Kulturen, sondern mit ihnen.»

Julia Lüscher

«Die Kinder leben nicht zwischen den zwei Kulturen, sondern mit ihnen», sagt Lüscher. Das sei ein wichtiger Unterschied. Und gleichzeitig sei dies auch das, was sie persönlich am meisten fasziniert. «Die Kinder erleben das Reisen in ihre zweite Heimat als grosse Selbstverständlichkeit, auch wenn sie dafür tagelang zu fünft samt Katze in einem Auto nach Nordmazedonien tuckern müssen.»

Und jetzt während Corona hätten sie eigentlich sogar einen technologischen Vorteil: Weil das Skypen mit der Oma in Frankreich eh immer schon zum Alltag dazu gehörte.

Wie andere Kinder mit ihren zwei Kulturen leben, siehst du in weiteren Videos hier.

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