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Michael Elsener: Ferien auf der «Achse des Bösen»
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Michael Elsener legte ein Stück der Route durch den Iran via alten VW-Bus zurück. (Bild: Instagram Michael Elsener )

Wie der Zuger Kabarettist den Iran erlebte Michael Elsener: Ferien auf der «Achse des Bösen»

4 min Lesezeit 26.08.2018, 16:00 Uhr

Ein Land, das in den westlichen Medien zumeist nicht gut wegkommt – das nahm sich Michael Elsener als Sommer-Reiseziel vor. Die Wahl fiel auf den Iran. Was er antraf, war ein Land voller Gegensätze – und er kehrte trotz andersweitiger Ankündigungen mancher Bekannten wieder in die Schweiz zurück.

Es gibt viele Wege, wie man sich eine Feriendestination aussuchen kann. Und nein, nicht alle führen nach Rom. Manche Menschen haben ihren Stammort, wo sie Jahr für Jahr ihre freien Tage verbringen. Andere folgen dem Ruf von billigen All-Inclusive-Angeboten oder besuchen Freunde oder Familie im Ausland.

Der Zuger Kabarettist Michael Elsener gehört in keine dieser Kategorien. Er und ein guter Freund hatten einst Politikwissenschaft studiert. «Wir haben über Länder diskutiert, über die in vielen Medien oft negativ berichtet wird, und haben eine Liste mit möglichen Destinationen erstellt», erzählt Elsener. Die Wahl fiel schliesslich auf den Iran. «Dieses Land hat uns in dem Moment am meisten fasziniert.» Und so verbrachte das Duo einige Wochen in der islamischen Republik.

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Von Teheran bis zur Pampa

«Wir verstehen uns mittlerweile blind. Wir waren die paar Wochen ständig zusammen», sagt Elsener über die gemeinsame Zeit. «Die grösste Distanz, die zwischen uns lag, war mal in einem Park, als er im Schatten gelesen hat und ich an der Sonne.»

«Ich habe mich noch nie in einem Land so willkommen gefühlt.»

Michael Elsener, Zuger Kabarettist

Anders sieht es in Bezug auf die zurückgelegte Distanz innerhalb des Landes während der Reise aus. Die beiden Freunde seien in Teheran gewesen, mehrere Tage am Wandern in der Wüste, in ein paar Städten wie Yazd, Schiras oder Isfahan. «Und total in der Pampa, bei denen ich mich nicht mehr genau an die Ortsnamen erinnern kann», fügt der 32-Jährige lachend hinzu.

Grosse Strecken seien sie mit dem Zug oder Bus gefahren. «Längere Zeit waren wir mit einem VW-Bus von Einheimischen unterwegs – ein bisschen Autostopp haben wir später auch noch gemacht», sagt Elsener.

 

Posing…and exploring Iran by motorbike… #iran #desert #nomad #happytime

Ein Beitrag geteilt von Michael Elsener (@michaelelsener) amJul 16, 2018 um 2:20 PDT


Alkohol? Kein Problem!

«Ich habe mich noch nie in einem Land so willkommen gefühlt», zeigt sich der Zuger über Land und Leute begeistert. «Immer wieder sind wir Menschen begegnet, die uns unterstützt haben beim Weiterkommen, uns zum Abendessen eingeladen haben oder mit denen wir gemeinsam in ihrem VW-Bus das Land erkundeten.»

Die Offiziellen erliessen allerlei seltsame, teilweise sehr lebensferne Regeln, wie Elsener auffiel. «Die Menschen versuchen diese auf möglichst kreative Weise zu umgehen.» Sagt’s und fügt ein Beispiel an: «Wenn jemand trotz Verbot Lust auf Alkohol hat, dann hat fast jeder eine Handynummer von jemandem, der einem das Gewünschte beschaffen kann.»

«Es ist durch das Regime so vieles verboten und trotzdem wird fast alles gemacht.»

Im Vorfeld wurde Elsener vereinzelt mit Vorurteilen konfrontiert, als er seine Iran-Reise ankündigte. «Zwei, drei Bekannte haben mir vor der Reise gesagt, ich werde nie mehr zurückkommen. Naja, mit so einer Haltung kommt man nicht weit.»

Ein Land der Widersprüche

Das Regime im Lande tue den Iranern nicht gut. Daneben gebe es Clans wie beispielsweise die «Alkoholmafia», welche gewisse Gebiete kontrolliere und Druck ausübe. Im selben Atemzug betont Elsener jedoch: «Die Menschen selber sind trotzdem unglaublich herzlich zu Reisenden. Es ist durch das Regime so vieles verboten und trotzdem wird fast alles gemacht. Es ist ein Land mit vielen – zum Teil sehr offensichtlichen – Widersprüchen.»

 

Mein erstes Mal Reiten. #iran #adventure #nervous

Ein Beitrag geteilt von Michael Elsener (@michaelelsener) amJul 18, 2018 um 1:22 PDT

Wer nun denkt, nach rund zwei Monaten Iran-Aufenthalt sei der Ferienhunger des Michael Elsener gestillt gewesen, der irrt. Denn gleich anschliessend zog es ihn in die Höhe der Schweizer Berge. Ein paar Mehrtagestouren standen auf dem Programm, hauptsächlich mit Übernachtung unter freiem Himmel; ab und zu in einer Hütte, wie er erzählt. «Wir sind im Berner Oberland gewandert; im Gasterntal und Lötschberg-Gebiet. Ausserdem haben wir mit der Greina Alta eine Kretenwanderung im Tessin bewältigt.»

Inzwischen zurück aus den Ferien, arbeitet Elsener an einigen neuen Sachen. Im Herbst gibt es beispielsweise eine neue Gute-Nacht-Show. Das ist jene Talk-Show, bei der sich Elsener mit einer bekannten Persönlichkeit zum Reden ins Bett legt (zentralplus berichtete).

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