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«Meridiani» wird «Piccolino»
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Das Meridiani ist Geschichte. (Bild: zvg)

Luzerner Bruchquartier «Meridiani» wird «Piccolino»

4 min Lesezeit 12.09.2014, 16:59 Uhr

15 Jahre lang führten Marco Piazza und Lucia Ferrari das Lokal an der Klosterstrasse 12 mit der Pergola und dem guten Kaffee. Das Ende des «Meridiani» löste Entrüstung aus, die Emotionen gingen hoch. Auch die neue Geschäftsführerin, die bereits in den Startlöchern steht, bekam dies zu spüren.

Ein ungewöhnliches Bild bietet sich derzeit an der Klosterstrasse 12 im Luzerner Bruchquartier. Wo sonst ein buntes Volk kaffeetrinkend und zeitunglesend die Ecke bevölkerte, herrscht gähnende Leere. Durch die Scheiben kann man die Stühle auf den Tischen und die Plastikabdeckung auf der Bar sehen.

Das Meridiani ist Geschichte. Am Samstag, 30. August, fand die «Austrinkete» unter grossem Andrang statt. Kein Wunder, entwickelte sich das Meridiani in den vergangenen 15 Jahren doch zu einem der beliebtesten Treffpunkte im Bruchquartier.

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Eröffnung am 3. Oktober

Nun öffnet das «Piccolino» am 3. Oktober um 17 Uhr seine Türen an der Klosterstrasse 12. Am Eröffnungsabend tritt das «RB Trio» auf, eine Formation der Jazzschule Luzern. Edda Steinmann übernimmt das Lokal und steckt derzeit in den letzten Vorbereitungen. «Einige Bewilligungen sind noch hängig, es handelt sich jedoch nur noch um Formalitäten», weiss Steinmann.

«Ich habe doch noch gar nicht angefangen.»
Edda Steinmann, Geschäftsführerin des Piccolino

Eine turbulente Zeit liegt hinter der gelernten Köchin und Restaurantfachfrau. «Die Emotionen gingen hoch, als bekannt wurde, dass das Meridiani schliessen würde. Bei den Stammgästen wie auch den ehemaligen Betreibern des Lokals. Das verstehe ich natürlich – nach 15 Jahren ist es schwer, etwas zu verlassen, das man aufgebaut hat», sagt Steinmann. Sie habe in dieser Zeit aber einige Tiefschläge von verschiedenen Seiten hinnehmen müssen. Das sei nicht leicht gewesen. «Ich habe doch noch gar nicht angefangen», betont sie.

Kaffee am Sonntag?

Ob das Piccolino in Zukunft auch am Sonntag geöffnet sein wird, steht noch nicht fest. «Sonntags tagsüber offen zu haben ist definitv eine Idee, die ich im Kopf habe», so Steinmann. Aber das habe momentan noch Zeit. Sie wolle erstmal sehen, was die Gäste wünschen und wie sich alles entwickle.

Vieles bleibt

Steinmann möchte die Café Bar im alten Stil weiterführen. Es wird weiterhin kleine Auftritte von Musikern geben und auch die Selbstbedienung bleibt. Auch zwei der ehemaligen Mitarbeiter werden weiterhin in der Klosterstrasse 12 arbeiten, bestätigt Steinmann. «Die grösste Veränderung wird eine neue Kaffeemaschine sein», so Steinmann. Und das Snack-Angebot wolle sie etwas ausbauen. «Ein Restaurant wird es aber nicht werden. Das ist mit der vorhandenen Infrastruktur auch gar nicht möglich.» Leider sei es ebenfalls nicht möglich gewesen, den Namen zu übernehmen.

Auch bei der Einrichtung soll sich kaum etwas ändern. Lediglich die grosse Wand möchte Steinmann nutzen um Kunst auszustellen.

Schöner Abschluss

Marco Piazza, der ehemalige Geschäftsführer bestätigt dies. «Die neuen Betreiber haben sich schliesslich doch noch dazu entschieden, die Pergola, das Inventar und Mobiliar zu übernehmen.» Das sei zum Schluss ein akzeptabler Kompromiss gewesen, so Piazza.

«Auch die Kulturwoche, die wir vor der Schliessung veranstaltet haben, war ein Riesen-Erfolg», schwärmt Piazza. «Alle Abende waren komplett unterschiedlich, aber die Stimmung immer toll. Eigentlich hätte man so etwas jedes Jahr machen sollen.» Viel mehr Gäste als erwartet tauchten auf. Auch Kollegen, Musiker und sogar alte Stammgäste seien da gewesen, die schon länger nicht mehr in Luzern oder im Bruchquartier wohnen würden, so Lucia Ferrari, Lebens- und Geschäftspartnerin von Piazza. «Es war ein schöner, intensiver Abschluss unserer Zeit mit dem Meridiani.» In Aussicht hätten sie noch nichts Neues. «Wir schauen uns um, haben aber noch keine konkreten Pläne. Es ist derzeit schwierig ein Lokal zu einem vernünftigen Preis zu finden.»

 

Die «Austrinkete» im und um das Meridiani. (zvg)

Die «Austrinkete» im und um das Meridiani. (zvg)

(Bild: zvg)

Keine Diskussion

Doch wie kam es überhaupt zum Wechsel? Da Piazza und Ferrari damals die Umbaukosten selbst getragen haben, verlangten sie vom Eigentümer einen 15-jährigen Mietvertrag. «Dieser Vertrag gab uns die Sicherheit, mit unseren Mitteln die Café Bar aufzubauen und im Team eine lange Zeit zu betreiben und zu geniessen.» Im August 2014 ist dieser Vertrag nun ausgelaufen. Sie hätten immer darauf gehofft, dass es mit dem Meridiani noch weitergehe. Marco Piazza betont: «Wir haben einen neuen Vertrag gewünscht.» Doch der Eigentümer habe sich nicht auf Gespräche einlassen wollen. Und dies, obwohl man immer ein gutes Verhältnis gehabt habe, so Piazza.

«Wir wünschen Frau Steinmann alles Gute.»
Marco Piazza, ehemaliger Geschäftsführer des Meridiani

Der Hausbesitzer habe den Vertrag nicht mehr verlängern wollen, bestätigt auch Steinmann. Ihr Partner ist mit dem Hauseigentümer verwandt und sie kennt den älteren Herrn daher schon lange. «Er hat zu mir gesagt: Entweder du übernimmst das Lokal, oder es geht zu», erklärt sie.

Lucia Ferrari ist enttäuscht: «Es ist schade. Wir hätten sehr gerne weitergemacht.» Wichtig sei nun aber, dass das Lokal erhalten bleibe, so Ferrari und ihr Mann ergänzt: «Wir wünschen Frau Steinmann alles Gute.» Sie hätten grossen Respekt vor ihr, wie vor jeder Person, die sich an ein solches Projekt heranwage.

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