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Mein Kühlschrank: Würste, Weine – und ein abgelaufenes Joghurt
  • Regionales Leben
Simon Feigenwinter hat ein Herz für Weine – und Fertigsaucen. (Bild: giw)

Neue Serie, Teil 1: Simon Feigenwinter, Gastronom Mein Kühlschrank: Würste, Weine – und ein abgelaufenes Joghurt

3 min Lesezeit 02.08.2017, 17:01 Uhr

Exotische Früchte und Gewürze, rare Zutaten und teures Fleisch sucht man im Kühlschrank des Luzerner Gastronomen und ausgebildeten Kochs Simon Feigenwinter vergeblich. Der Kühlerinhalt des Jungunternehmers ist unauffällig, aber beim Weisswein verrät er seine Vorliebe für Qualität. Teil 1 unserer neuen Kühlschrank-Serie.

«Ich bin viel unterwegs und habe leider selten die Zeit, zu Hause zu kochen und zu essen. Deshalb befindet sich Kaffeerahm im Kühlschrank, weil die Milch öfters sauer wird, wenn sie zu lange rumsteht. Weil es bei mir manchmal schnell gehen muss, dürfen eine Tube Tartarsauce, ein Stück Brot und Würste nicht fehlen. Doch wenn ich jemanden einlade, bereite ich selbstverständlich ein frisches Menü zu.

Der Blick in den Kühler des Gastronomen.

Der Blick in den Kühler des Gastronomen.

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(Bild: giw)

Als Weinliebhaber habe ich meist auch ein paar Weissweine im Kühlschrank. Derzeit finden ein Solaris vom Bioweingut Sitenrain in Meggen und eine Weissweinflasche aus dem Piemont Platz im Kühler. «Solaris 2014» hat die Auszeichnung Bioweisswein des Jahres erhalten. Weine aus dem Piemont mag ich besonders, mein Liebling ist der Barbaresco Valegrandevon Ca’ del Baio. Dort war ich vor zehn Jahren erstmals zu Gast auf dem Weingut – eine emotionale Erinnerung.

Ein guter Zweifel-Kunde

Die Kühlschrank-Reihe von zentralplus

Du bist, was du isst: In diesem Sinne steckt zentralplus seine neugierige Nase in die Kühlschränke von Zuger und Luzerner Persönlichkeiten. In einer losen Reihe fragen wir nach kulinarischen Vorlieben und Abgründen. Dabei ist Authentizität Ehrensache: Vor unserem Besuch ist Aufräumen tabu.

Von zahlreichen Kellereien erhalten wir immer wieder Weine zum Probieren. Ich habe zu Hause auch schon welche probiert, die dann später in einem unserer Restaurants serviert wurden. Es ist Ehrensache, dass ich als Gastgeber eine spezielle Flasche mit einer guten Geschichte dahinter kredenze oder als Gast mitbringe.

Heute Abend habe ich zum Grillieren abgemacht, deshalb das Grillgemüse und die Würste aus einer Kernser Metzgerei. Obwohl ich öfters eine grosse Portion Sauce Bolognese koche und einlagere, habe ich auch Fertigsaucen in petto. Eine Portion Teigwaren mit Pesto ist manchmal das Höchste der Gefühle.

Am Abend werde ich durchaus mal schwach und befriedige meinen kleinen Hunger mit Schoggi, Joghurt und vor allem Pommes-Chips. Ich bin privat ein sehr guter Zweifel-Kunde. Ausserdem habe ich eine Flasche Heuschnaps vom Wetterhorn und ein paar Flaschen Bier – man weiss ja nie, wann Gäste kommen. Schämen würde ich mich am ehesten für die Tube Ketchup im Kühlschrank.

Als ausgebildeter Koch habe ich natürlich meine Schmerzgrenze: Fertiggerichte kommen gar nicht infrage. Sehr beschäftigt mich das Thema Foodwaste – deshalb versuche ich möglichst nichts wegzuwerfen. Es kann durchaus sein, dass ein Joghurt mal bereits ein paar Tage abgelaufen ist – das esse ich dann trotzdem noch. Aus diesem Grund bin ich öfters bei der Coop-Tankstelle nebenan Kunde. Denn dort kann ich am Abend immer etwas Kleines einkaufen, statt zu viel auf einmal im Kühlschrank zu bunkern, das ich dann wegschmeissen muss.»

Zur Person Simon Feigenwinter

Simon Feigenwinter ist 32 Jahre alt und kommt ursprünglich aus Solothurn. Seit 2011 lebt der gelernte Koch und Absolvent der Hotelfachschule Lausanne in Ebikon. Der Weinliebhaber hat gemeinsam mit Heinrich Michel und Philippe Giesser vor sieben Jahren Sinnvoll Gastro Luzern gegründet (zentralplus berichtete). Das Unternehmen führt in der Zentralschweiz neun Gastronomiebetriebe.

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