Mehr Italianità «dank» Corona: Luzerner Beizen sollen ins Freie expandieren dürfen
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Geht es nach der CVP, soll die Gastronomie den Aussenraum möglichst unkompliziert nutzen dürfen. (Bildmontage: zentralplus)

Restaurants gehen wieder auf: CVP fordert Unterstützung Mehr Italianità «dank» Corona: Luzerner Beizen sollen ins Freie expandieren dürfen

4 min Lesezeit 3 Kommentare 29.04.2020, 15:25 Uhr

Restaurants dürfen bereits am 11. Mai wieder öffnen – aber unter strengen Auflagen und mit weniger Gästen. Damit können manche kaum rentabel wirtschaften. Die CVP der Stadt Luzern verlangt darum: Die Gastrobetriebe sollen ihre Tische auch unkompliziert auf Wiesen und Parkplätzen aufstellen dürfen.

Seit diesem Montag ist ein Stück Alltag zurück: Die ersten Läden haben ihre Tore wieder geöffnet. Wie der Bundesrat am Mittwoch bekannt gab, folgen bald die Restaurants: Statt am 8. Juni dürfen Gastrobetriebe bereits am 11. Mai eröffnen.

Das dürfte die Branche, die mit ihren eher tiefen Margen besonders unter der Coronakrise leidet, freuen. Doch im Normalbetrieb wird die Gastronomie übernächste Woche keineswegs laufen. Die Wiedereröffnung ist mit strengen Auflagen verbunden.

Pro Tisch sind maximal vier Gäste erlaubt, wie Bundesrat Alain Berset am Mittwoch verkündete. Zudem muss zwischen den einzelnen Gruppen im Restaurant ein Abstand von zwei Metern garantiert sein. «Und die Gäste müssen sitzen», so Berset. Heisst: An einer Bar stehend ein Feierabendbier trinken ist noch nicht erlaubt.

CVP will Regeln grosszügig auslegen

Damit die Betriebe trotz den Auflagen bestmöglichst wirtschaften können, hat die Stadtluzerner CVP-Fraktion ein dringliches Postulat eingereicht. Sie fordert den Stadtrat auf, die Gastronomie auf unkomplizierte Art zu unterstützen. Die Betriebe sollen die Boulevardflächen auf den Trottoirs und Plätzen optimal nutzen und unkompliziert erweitern können.

«Die Restaurants und Bars lassen sich nur mit einer bestimmten Anzahl Gäste rentabel betreiben», begründet die CVP. Dass die Einschränkungen den Neustart für die Branche verkomplizieren, bestätigte kürzlich auch Ruedi Stöckli, Präsident des Gastroverbandes Kanton Luzern. Es sei fraglich, ob der Betrieb im Falle einer Obergrenze an Gästen rentabel zu führen sei, sagte er gegenüber zentralplus.

Weniger Gäste mit mehr Platz kompensieren

Genau darum will die CVP den Beizern im Aussenraum mehr Platz zugestehen. Auch Restaurants, die bisher ohne Aussenfläche ausgekommen sind, sollen temporär den öffentlichen Raum nutzen dürfen.

«Die Ideen müssen von den Gastronomen kommen, ihrer Kreativität soll die Stadt aber keine unnötigen Steine in den Weg legen.»

Mirjam Fries, CVP-Fraktionschefin

«Es geht darum, dass die Stadt die geltenden Regeln vorübergehend grosszügiger auslegt», sagt Fraktionschefin Mirjam Fries. «Denn je mehr Platz die Restaurants für ihre Gäste haben, umso besser.» 

Beim Franziskanerplatz findet im Winter jeweils der Weihnachtsmarkt Platz – sind es bald Restaurants?

Der CVP schwebt vor, dass Beizen und Bars ihre Tische auch in benachbarten Grünflächen oder auf Parkplätzen aufstellen können. «Das kann allenfalls auch nur abends sein, wenn es wenig Verkehr hat», sagt Mirjam Fries. Ein Beispiel könnte ihrer Meinung nach der kleine Park hinter der Franziskanerkirche sein, gegenüber dem Restaurant Stern. «Auch in der Bleicherstrasse oder am Schwanenplatz, der wohl noch eine Weile leerer ist als üblich, gibt es Raum für Möglichkeiten. Das sind jetzt einfach ein paar spontane Ideen von vielen möglichen.»

Diese Regeln gelten für Gastrobetriebe

Die Eröffnung von Restaurants ist mit Auflagen verbunden. Laut Bundesrat sind pro Tisch maximal vier Gäste erlaubt, mit Ausnahme von Eltern mit ihren eigenen (mehr als zwei) Kindern. Zudem braucht es einen 2-Meter-Abstand zwischen den einzelnen Gruppen und die Gäste müssen sitzen.

Die Details der Schutzkonzepte werden – wie bereits bei den Coiffeuren und Gartencentern – gemeinsam mit der Branche festgelegt.

Wie das rechtlich aussehen müsste, lässt die CVP offen. Es sei am Stadtrat, dies zu beurteilen, sagt Fries. Sie betont auch, dass der Vorstoss keinesfalls ein Votum für eine unkontrollierte Belagerung der Strassen sei.

Klar ist für die Fraktionschefin ohnehin, dass nicht die Politik den Takt vorgibt: «Die Ideen müssen von den Gastronomen kommen, ihrer Kreativität soll die Stadt aber keine unnötigen Steine in den Weg legen.» Denn es sei im Interesse der Stadt, die Wirtschaft in dieser Krise zu unterstützen: «Durch jedes Restaurant, das man retten kann, werden auch Arbeitsplätze gerettet.»

Nicht nur Restaurants könnten Nutzniesser sein

Dass sich die CVP für die Gastrobranche einsetzt, überrascht kaum. Der Präsident des städtischen Verbandes, Patrick Grinschgl, kandidierte Ende März auf der CVP-Liste für den Grossen Stadtrat. Mirjam Fries bestätigt, dass der Vorschlag mit dem Verband zusammen entstanden sei. Ein Vorteil, wie sie meint: «Wir wissen: Das Bedürfnis der Betroffenen ist vorhanden.» 

Vom lockeren Umgang der Behörden mit dem öffentlichen Raum sollen laut CVP aber nicht nur die Restaurants profitieren, sondern auch andere lokale Geschäfte. Denkbar wäre etwa, dass Blumenläden oder Kleidergeschäfte auf Wunsch einen Teil des Sortiments draussen präsentieren könnten.

Ob der Stadtrat dazu Hand reicht, wird sich voraussichtlich an der nächsten Parlamentssitzung am 14. Mai zeigen. Zu hängigen Vorstössen gibt der Stadtrat vorher üblicherweise keine Auskunft.

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3 Kommentare
  1. zorro, 01.05.2020, 03:32 Uhr

    soso, das krienbrüggli liegt jetzt also am grendel, nicht mehr an der pfistergasse!!!

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    1. Michi Weber, 01.05.2020, 08:44 Uhr

      Muss man das verstehen?

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  2. CScherrer, 29.04.2020, 16:11 Uhr

    Ich denke mal, dass dies grossen Sinn machen würde. Also hopp hopp Stadt Luzern

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