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Mehr Fassaden für QueenKong – in Sursee, Luzern und Stansstad
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Veronika Bürgi und Marco Schmid vor ihrer neuen Arbeitsfläche in Sursee. (Bild: zvg)

Die Grande Dame der Luzerner Street-Art gibt Gas Mehr Fassaden für QueenKong – in Sursee, Luzern und Stansstad

3 min Lesezeit 27.03.2018, 04:27 Uhr

Street-Art hat seinen Exotenstatus verloren und wird nicht mehr in einen Topf mit jugendlichen Schmierereien geworfen. Das Luzerner Künstler-Duo QueenKong hat in den letzten drei Jahren ganz schön etwas dazu beigetragen – und kann jetzt die Früchte ernten.

Drei Jahre sind vergangen, seit wir dem Künstlerpaar «QueenKong» das erste Mal ganz unverhofft an einem Sommertag auf einem Fassadengerüst begegnet sind (sehen Sie hier).

Damals entstand die Himmelrich-Dame, das Gemälde in der Luzerner Neustadt, das viel zu reden gab. Die Begeisterung brach auch nach dem Abbruch der ABL-Siedlung nicht ab. Trotzdem sagte Vero Bürgi vom Künstler-Duo QueenKong noch im selben Jahr: «Viele Liegenschaftsbesitzer haben Vorurteile gegen unsere Kunst. Street-Art ist wenig akzeptiert und gerade in der Schweiz noch nicht weit verbreitet.»

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Doch die Dame vom Himmelrich hat so einiges verändert. Vero Bürgi (40) und Marco Schmid (37) erhalten seither laufend Aufträge, aus der Region und auch international.

Der schönste Ort von Sursee

Im Juli 2017 folgte ein weiteres, grosses Bild an einem auffälligen Gebäude in Luzern (zentralplus berichtete). Und 2018 stehen wieder kahle Fassaden bereit: Seit Montagmorgen wird in Sursee gemalt – egal, wie ungastlich sich das Wetter präsentiert. Erneut geht es um eine ziemliche Fläche, die dank der Kreativfabrik 62 durch QueenKong bemalt werden kann. «Wir holen einen der schönsten Orte von Sursee an den Bahnhof», verrät Vero Bürgi. Mehr verrät das Paar zum Motiv noch nicht.

Doch damit nicht genug. Nach Sursee stehen weitere Projekte in Luzern und Stansstad kurz vor dem Abschluss, am Fumetto hat Bürgi gemeinsam mit Sarah Parsons als Kuratorin für eine grosse Street-Art-Wand an der Dammstrasse gewaltet (zentralplus berichtete). Ausstellungen und Aufträge für Kulturhäuser wie das Treibhaus sowie für Private und Firmen füllen die Kasse.

Schwindelfrei ist QueenKong auf jeden Fall.

Schwindelfrei ist QueenKong auf jeden Fall.

(Bild: zvg)

Auf dem Vormarsch

Das grosse Interesse der Bevölkerung und auch der Wirtschaft wirkt sich nun weiter aus. Der Stadtrat hat sich kürzlich nach einem politischen Vorstoss zur Bedeutung von Street-Art bekannt. Wiewohl er nicht von sich aus Wände suchen und Projekte finanzieren will, erachtet er Street-Art als eine Verschönerung des Luzerner Stadtlebens (zentralplus berichtete). «Es hat sich einiges bewegt», sagt Bürgi. Die Stadt Luzern zeige sich offen und wohlgesinnt. So wird das aktuelle Projekt sogar kantonal mit einem Fördergeldbeitrag unterstützt.

«Wir diskutieren jedes Mal, ob wir hinter einem Auftrag, einer Firma stehen können.»

Vero Bürgi und Marco Schmid, QueenKong

Kaum erstaunlich, denn Street-Art ist international schon lange auf dem Vormarsch. Städte werben mit ihren farbigen Fassaden und Firmen nutzen die Open-air-Kunst, um sich offen und modern zu präsentieren. Schmid und Bürgi betonen, ihnen sei wichtig, für wen ihre Kunst als Aushängeschild diene. «Wir diskutieren jedes Mal, ob wir hinter einem Auftrag, einer Firma stehen können.» Und einige Male hätten sie deshalb schon absagen müssen.

Über die Hälfte der Anfragen scheitert zudem an unrealistischen Vorstellungen. Viele seien vom finanziellen Aufwand überrascht, so Schmid. Mit Arbeitszeit, Entwicklung, Farben, Gerüst und weiteren Materialien sei die Dame vom Himmelrich beispielsweise auf rund 20’000 Franken gekommen.

Das liegt auch daran, dass nicht einfach ein Bild aus dem Katalog ausgesucht wird. «Wir gehen von der Wand aus, lassen uns farbtechnisch und bei den Motiven von der Umgebung inspirieren. Auch inhaltlich», so Schmid.

Erst muss alles grundiert werden.

Erst muss alles grundiert werden.

(Bild: zvg)

Ein weiteres Baby

Trotz der vielen Aufträge: Um über die Runden zu kommen, reichen die Fassadenkunst und die kleineren Aufträge, die Leinwände, nicht aus. Das zweite Standbein des Künstlerpaars ist ein Design- und Management-Studio, das sie gemeinsam führen.

Und die nächsten Monate wird man Vero Bürgi beim Sprayen, egal an welcher Fassade, nur mit Atemschutzmaske und Schutzhandschuhen begegnen. Das Künstlerpaar erwartet im August Nachwuchs.

 

QueenKong, Veronika Bürgi und Marco Schmid, zusammen mit dem Initiator Andreas Troxler von Kreativfabrik 62, welcher das Projekt erst ermöglichte.

QueenKong, Veronika Bürgi und Marco Schmid, zusammen mit dem Initiator Andreas Troxler von Kreativfabrik 62, welcher das Projekt erst ermöglichte.

(Bild: zvg)

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