Mehr Doppelgelenkbusse braucht die Stadt

3 min Lesezeit 12.05.2015, 11:09 Uhr

Sie sollen die Rolle von Trams übernehmen: Künftig werden mehr Doppelgelenkbusse durch Luzern unterwegs sein. Der VVL hat aber auch noch andere Ideen darüber, wie der ÖV in Luzern ausgebaut werden soll.

Der Verkehrsverbund Luzern will dem prognostizierten Wachstum schon heute etwas entgegesetzen, und hat ein Konzept für die Weiterentwicklung des städtischen und Agglomerations-ÖV entwickelt. «Agglomobil tre» heisst das Konzept, es beinhaltet unter anderem die Einführung des Systems RBus mit Doppelgelenktrolleybussen auch auf den Linien 2, 8 und 12 sowie mehr Durchmesserlinien. Damit will der VVL dem prognostizierten Mobilitätswachstum aus der angestrebten Siedlungsentwicklung gerecht werden.

Das Konzept beruht auf dem Vorgängerkonzept «AggloMobil due», welches Massnahmen für die Jahre 2014 bis 2018 beinhaltet und aktuell schrittweise umgesetzt wird. In den Hauptkorridoren möchte der VVL mit AggloMobil tre nochmals rund 20 Prozent mehr Kapazität schaffen, dies bei einer Erhöhung der Betriebskosten von rund 2 Millionen Franken. Die AggloMobil‐Planungen sind eingebettet im kantonalen Richtplan, ÖV‐Bericht und Agglomerationsprogramm Luzern.

Als Hauptbestandteil von AggloMobil tre wird der VVL auf den Linien 2, 8 und 12 das System RBus («R» steht für «rapid») einführen. Auf der Linie 1 hat die Umsetzung von RBus mit Inbetriebnahme der neuen Fahrzeuge und der Busspur auf der Pilatusstrasse bereits letztes Jahr begonnen. RBus wird mit Doppelgelenktrolleybussen betrieben, welche mehr Passagiere befördern können als die heutigen Busse.

Zudem sollen entlang der RBus‐Linien schrittweise Infrastrukturprojekte im Rahmen des Bauprogramms für Kantonsstrassen sowie GVK ausgeführt werden, sodass die Fahrgäste von einer erhöhten Zuverlässigkeit und schnelleren Fahrt profitieren. «Das System RBus wird in Luzern zukünftig die Rolle des Trams übernehmen», ist Daniel Meier, Geschäftsführer des VVL überzeugt. In einem nächsten Ausbauschritt führt der VVL im Dezember 2016 RBus auf der Linie 2 Luzern Bahnhof–Emmenbrücke Sprengi ein. Zu diesem Zeitpunkt werden am Seetalplatz der neue Bushub, die neue Linienführung auf separaten Busspuren via Bahnhof Emmenbrücke und die dafür erforderliche Trolleybus‐ Fahrleitung in Betrieb genommen. Der VVL hat in Zusammenarbeit mit den Verkehrsbetrieben Luzern (vbl) die Beschaffung von Doppelgelenktrolleybussen für die Einführung von RBus auf den Linien 2 und 8 gestartet.

Mehr Durchmesserlinien

Heute verkehrt ein Grossteil der Buslinien historisch gewachsen radial zum Bahnhof Luzern und wendet dort. Mit AggloMobil tre möchte der VVL die Buslinien vermehrt zu Durchmesserlinien verknüpfen. «Dadurch wird das öV‐System besser vernetzt und die Fahrgäste profitieren von einer umsteigefreien Fahrt innerhalb der dicht bebauten Stadt und Agglomeration Luzern», erklärt Meier. Weiter sorgen Durchmesserlinien für besser ausgelastete Fahrzeuge in der Innenstadt und leisten einen wichtigen Beitrag für ein flüssiges Gesamtverkehrssystem.

In einem ersten Schritt soll mit Verknüpfung der Linien 20 und 24 eine direkte Verbindung zwischen Horw, Luzern und Meggen entstehen. Mit der Verknüpfung der RBus‐Linien 8 und 12 ist in einem zweiten Schritt eine direkte Verbindung zwischen Würzenbach und Littau geplant. Voraussetzung für diese Verknüpfungen bilden zwei weitere Durchmesserperrons am Bahnhof Luzern, welche bereits im kantonalen Strassenbauprogramm verankert sind. Zudem braucht es zwischen Kreuzstutz und Littau Trolleybus‐Fahrleitungen, wie dies bereits im Agglomerationsprogramm Luzern 2. Generation für den Zeitraum 2019 bis 2022 vorgesehen ist.

Einheitliche Takte

AggloMobil tre beinhaltet nicht nur den Ausbau des Systems RBus und die Schaffung von Durchmesserlinien, sondern auch die bessere Abstimmung der Kapazitäten und Takte auf das Nachfragepotenzial, schreibt der VVL weiter. Er möchte vergleichbare Korridore und Quartiere mit einheitlichen Takten und zu einheitlichen Betriebszeiten bedienen, um für alle Fahrgäste gleiche Standards zu bieten.

Bei der Ausarbeitung von AggloMobil tre wurden die beteiligten Gemeinden und Transportunternehmen in Workshops direkt einbezogen. Bis zum 3. Juli 2015 können nun die Behörden und Interessenverbände zum vorliegenden Bericht Stellung nehmen. Der VVL will die Rückmeldungen «wenn möglich» berücksichtigen und im Herbst den Schlussbericht von AggloMobil tre präsentieren. Anschliessend fliessen die Resultate in das Agglomerationsprogramm 3. Generation, den ÖV‐Bericht 2018 bis 2021, das Strassenbauprogramm 2019 bis 2022 und die na‐ tionale Bahnplanung (STEP) ein.

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