Meggen – das Mekka der Reichen am Vierwaldstättersee
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So gross wie fünf Fussballfelder: Auf dem Grundstück des Finanz-Moguls Alfred Gantner in Meggen entsteht ein moderner Mega-Bau. (Bild: Dominique Rais/Partners Group)

Megabaustelle auf Anwesen von Zuger Finanzmogul Meggen – das Mekka der Reichen am Vierwaldstättersee

6 min Lesezeit 6 Kommentare 08.05.2021, 05:00 Uhr

Ein imposantes Bauwerk reiht sich in Meggen an das nächste. Zahlreiche Villen säumen das Seeufer des Luzerner Nobelvororts. Auch der Schweizer Finanzmogul und Milliardär Alfred Fredy Gantner (52) baut seit geraumer Zeit auf seinem Anwesen mit Blick auf den Vierwaldstättersee. Noch sind die Bauarbeiten nicht abgeschlossen, doch der Megabau nimmt Form an.

Villen, Herrschaftshäuser und Schlösser: Dazwischen grosszügige Grünflächen, die bis an den See reichen. «Die Skyline von Meggen ist imposant», sagt Urs Brücker, Gemeindepräsident von Meggen, zu zentralplus. Die Luzerner «Goldküste» um die 7558-Seelen-Gemeinde Meggen ist als Zentralschweizer Mekka der Reichen bekannt. Finanzmanager, schwerreiche Investoren bis hin zu Kunstmagnaten leben hier.

«In Meggen haben schon seit 150 Jahren immer Menschen gewohnt, die Rang und Namen haben und die schöne Lage unserer Gemeinde zu schätzen wissen», sagt Meggens Gemeindeammann Hans-Peter Hürlimann auf Anfrage von zentralplus. Bei der Gemeinde weiss man um die einmalige Lage des Nobelvororts.

Meggen – Steueroase mit Postkartenidylle

«Wenn man in seiner Stube sitzt und durch ein grosses Fenster rausschaut, blickt man direkt auf den See, während sich im Hintergrund ein prächtiges Bergpanorama erstreckt. Das ist, wie wenn man ein Bild aufgehängt hätte», schwärmt Gemeindepräsident Brücker. Meggen besticht nicht nur mit seiner Postkartenidylle, sondern gilt auch als Steueroase des Kantons Luzern.

So residierte bis zu seinem Tod im Jahr 2013 der umstrittene Zuger Rohstoffmagnat und Milliardär Marc Rich (†78) in der «Villa Rose» in Meggen. Seit 2014 gehört Richs einstiges Anwesen einem der bedeutendsten Kunsthändler der Welt, dem Kanadier Robert Landau (81). Dieser hatte bereits 2007 das Nachbargrundstück, Parzelle 243 mit dem Flurnamen Eichmatt erworben, verkaufte es im Jahr 2015 aber wieder.

Neuer Besitzer des Anwesens mit Seeanstoss und eigenem Bootshaus ist seither der Zuger Finzanzmanager und Milliardär Alfred Fredy Gantner (52), mit dem Landau auch privat befreundet ist. Der fünffache Familienvater ist Mitgründer des international tätigen Zuger Vermögensverwaltungsunternehmens Partners Group. Die «Bilanz» listete den Schweizer Finanztycoon, der derzeit noch in Oberägeri wohnt, im Jahr 2020 auf Platz 26 der «300 Reichsten» in der Schweiz. Sein Vermögen beläuft sich auf über zwei Milliarden Franken. Seit dem Börsengang der Firma im Jahr 2006 wächst Gantners Vermögen dank jährlicher Dividenden stetig.

70-Millionen-Franken-Grundstück direkt am See

Laut Gemeindepräsident Brücker ist Meggen nicht nur wegen des niedrigen Steuerfusses, der unmittelbaren Nähe zu Luzern und der raschen Erreichbarkeit des Flughafens Zürich attraktiv, sondern besonders auch wegen seiner Infrastruktur und einzigartigen Lage als Wohndomizil begehrt. Schliesslich schlängelt sich Meggen über fünf Kilometer hinweg entlang der «Zentralschweizer Goldküste».

Mit dem Kauf von Parzelle 243 hat Gantner eines der begehrten Grundstücke am Meggener Vierwaldstätterseeufer erworben. Das Grundstück hat eine beträchtliche Grösse: insgesamt 35’233 Quadratmeter – so gross wie fünf Fussballfelder. Geschätzter Wert: über 70 Millionen Franken.

Moderner Milliardärsbau nimmt Formen an

Im Oktober 2017 folgte das Baugesuch für das Grundstück. Bagger fahren vor, meterhohe Baukräne werden errichtet. Die Bauarbeiten dauern an. Doch langsam aber sicher nimmt Gantners künftige Megger Residenz Formen an.

Wer mit dem Kursschiff von Luzern in Richtung Flüelen fährt, kommt nicht umhin, einen Blick auf Gantners Megabaustelle zu werfen. Ein grosser gelber Drehkran wird von einem kleinen flankiert. Bagger tragen das Erdreich ab, laden den Baustellenschutt auf Kippladern ab. Das einstige Wohnhaus ist einem modernen Bau gewichen, der sich hinter Baustellengerüsten an den Richtung See abfallenden Hang anschmiegt.

Da sich das Grundstück in einer Parkzone befindet, hat Geschäftsmann Gantner für die Planung seines Parkvillatraums den renommierten niederländischen Landschaftsarchitekten Piet Oudolf engagiert, wie die «Handelszeitung» berichtet.

Vom Kunstfälscher bis hin zum Weingutpatron

«Wir haben attraktive Grundstücke am See mit Flächen von bis zu 50’000 Quadratmetern. Das zieht natürlich auch ein entsprechendes Klientel an», so Gemeindepräsident Brücker. Die Liste der illustren, schwerreichen Einwohner ist lang. Auch der berühmt-berüchtigte deutsche Meisterfälscher Wolfgang Beltracchi (70) hat sich Anfang 2017 zusammen mit seiner Frau in der Luzerner Gemeinde niedergelassen (zentralplus berichtete). Oder auch Jørgen Bodum, laut «Bilanz» 150 Millionen Franken schwer, der ein Seegrundstück in Meggen besitzt, das nur wenig kleiner ist als der nahe Segelhafen (zentralplus berichtete).

Auf einem Sonntagsspaziergang durch Meggen kann es durchaus passieren, dass man Beltracchi begegnet. Schliesslich sei er regelmässig im Dorf unterwegs. «Im Zuge einer Kunstaktion vor zwei Jahren hat Herr Beltracchi der Bevölkerung Einblick in sein Atelier gewährt», erinnert sich der Gemeindepräsident. Und wer schliesslich beim in Meggen ansässigen Bioweingut Sitenrain Halt macht, hat wohl gute Chancen, dessen Patron, dem Luzerner Multiunternehmer Ueli Breitschmid (76) zu begegnen. Er ist als Chef der auf Dentalbedarf spezialisierten Schweizer Firma Curaden zu Wohlstand gekommen.

Nicht zuletzt zieht das Megger Herrschaftsanwesen St. Charles Hall, historischer Schauplatz des SRF-Nachkriegs-Epos «Frieden», immer wieder auch nicht-ortsansässige Prominenz an: von hochrangigen Politikern bis hin zu renommierten Musikern.

Milliardenschwerer Mormone zieht nach Meggen

Brücker ist überzeugt, dass den Einwohnern von Meggen ein attraktives Dorfleben geboten wird. «Bei gut 7500 Einwohnern sehe ich immer die gleichen 800 Personen, die an Gemeindeversammlungenn, Chilbis und dergleichen teilnehmen», so Gemeindepräsident Brücker. Er weiss aus Erfahrung, dass sich de facto zehn bis 20 Prozent der Bewohner aktiv am Dorfleben beteiligen. Inwiefern sich Familie Gantner künftig ins Meggener Gemeindeleben einbringen wird, bleibt abzuwarten. Die Chancen stehen jedoch gut, denn die Familie ist für ihr soziales Engagement bekannt.

Gantner ist seit nun mehr 30 Jahren Mitglied der «Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage», die der Religionsgemeinschaft der Mormonen zugeordnet wird. Bis 2019 hat der Finanzmanager als Bischof der Glaubensgemeinschaft in Richterswil ZH fungiert und regelmässig Predigten abgehalten. Doch auch nach seinem Rücktritt vom Bischofsamt ist er der Gemeinschaft, durch die er einst seine Frau Cornelia kennengelernt hat, treu geblieben. Indes gibt er noch alle paar Wochen Bibelstunde.

Die Vorfreude auf Meggens jüngsten vermögenden Neuzuzug ist gross. «Es macht uns stolz, wenn aktive Menschen und Unternehmer wie Herr Gantner sich entscheiden, in Meggen ansässig zu werden», sagt Gemeindepräsident Brücker.

«Noch ist Familie Gantner nicht offiziell in Meggen gemeldet», so Brücker. Auch sind die Bauarbeiten auf Parzelle 243 noch in vollem Gange, wie Meggens Gemeindeammann Hans-Peter Hürlimann auf Anfrage von zentralplus erklärt. «Noch hat keine Bauabnahme stattgefunden. Das Objekt darf erst bezogen werden, wenn die Bauabnahme erfolgt ist», so Hürlimann. Wann die Bauarbeiten auf Gantners Anwesen abgeschlossen sein werden, ist nicht bekannt. Doch mit Blick auf die Megabaustelle dürfte es noch etwas dauern.

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6 Kommentare
  1. Megger, 08.05.2021, 13:17 Uhr

    Auch Bodum wohnt in Meggen. Nachdem er die Villen in Luzern nicht verlottern lassen durfte, gibts jetzt auch Differenzen mit Meggen. Die Megger haben die Baubewilligung nicht so erteilt wie sich das Bodum gewünscht hat. Anscheinend waren die Bodum Firmenfarben nicht als Hausanstrich erwünscht und alles andere kommt für den Firmenbesitzer nicht in Frage. Der Abriss der alten Lerche ist schon abgeschlossen jedoch noch nichts gebaut. Nun hat er den Kran an der Baustelle abbauen lassen, und lässt nun dort als Druckmittel eine Baustelle stehen und droht seinen Firmensitz nach Zug zu verlegen.

    1. Hans Peter Roth, 08.05.2021, 13:57 Uhr

      Baar wäre auch nicht schlecht für Herrn Bodum. Hier gibt es schon einige architektonische Scheusslichkeiten, und eine neue Villa Bodum würde nicht gross abfallen. Zudem haben wir Baarer auch Erfahrungen mit Hauseigentümern, die ihre Immobilien (inkl. Penthouses) leerstehen und verlottern lassen.

  2. Hallo Wohnungsrecht, 08.05.2021, 12:58 Uhr

    So nah und doch weit weg vom sozialen Wohnungsbau. Wo andere sich leicht schämen, zu zweit in einer 120 m2 Wohnungen zu leben, verbraucht jemand in Meggen 5 Fussballfelder.

  3. Peter Bitterli, 08.05.2021, 09:19 Uhr

    Ein bisschen wie Züriberg und Goldküste. Also vorab grünes Elektorat.

    1. Hans Peter Roth, 08.05.2021, 13:42 Uhr

      Ha Ha! Ihre Gretchenlogik ist wieder mal umwerfend: Das grüne Elektorat siedelt auf grossen Grünflächen, vorzugsweise bebaut mit ausufernden Wohnflächen.

    2. Hans Peter Roth, 08.05.2021, 14:03 Uhr

      Als Alternative folgende Quizfrage: Wird die Gemeinde Oberägeri nach dem bevorstehenden Auszug der Gantners ein Sparprogramm ankündigen oder eher eine Steuersenkung?

Die zentralplus Redaktion wünscht Dir einen schönen Tag!

Wir möchten einfach kurz Danke sagen. Danke, dass du zentralplus liest.