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Megastau am Montagabend: Daran hat es gelegen
  • Gesellschaft
Mittlerweile ist die Autobahneinfahrt beim Kasernenplatz wieder freigegeben. (Bild: lob)

Unfälle bringen Luzern-Pendler zum Verzweifeln Megastau am Montagabend: Daran hat es gelegen

3 Min 09.04.2019, 17:27 Uhr

Auf der Autobahneinfahrt im Luzerner Stadtzentrum sowie beim Rathausentunnel kam es am Montagabend zu Unfällen. Mit Folgen für den Verkehr in der Stadt: Autofahrer brauchten im Feierabendverkehr viel Geduld.

Den feierabendlichen Start in die Woche dürfte sich manch ein Autofahrer anders vorgestellt haben. Am Montagabend ging auf den Strassen in und um Luzern zeitweise gar nichts mehr. Autofahrer berichten gegenüber zentralplus von langen Wartezeiten, Umwegen und Kolonnen, die deutlich ausgeprägter waren als üblicherweise im Abendverkehr. Zwischen der Autobahneinfahrt am Kasernenplatz und dem Bahnhof, aber auch über die Seebrücke und rund ums Spital: Vielerorts gab es kein Durchkommen mehr.

Grund dafür dürften zwei Unfälle auf der Autobahn gewesen sein. «Um 17.20 Uhr kam es beim Rathausentunnel zu einem Auffahrunfall», sagt Sprecher Simon Kopp von der Luzerner Polizei auf Anfrage. Ein Lieferwagenfahrer konnte nicht rechtzeitig bremsen und bugsierte das vor ihm fahrende Auto weg, sodass es ein Stück entlang der Tunnelwand schlitterte. Verletzt wurde niemand dabei.

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«Doch im Anschluss brauchte es einige Zeit für die Reinigungsarbeiten», erklärt Kopp. Eine Fahrspur musste gesperrt werden und war erst kurz vor 19.30 Uhr wieder befahrbar. «Das hat zu Rückstau geführt.»

Zweiter Unfall bei Autobahneinfahrt

Ebenfalls im Feierabendverkehr, fast zur selben Zeit, kam es bei der Geissmattbrücke in Luzern zu einem Unfall. Bei der Autobahneinfahrt prallte eine Frau mit ihrem Wagen in die Mauer, wie Simon Kopp von der Polizei sagt. Auch sie blieb unverletzt, sorgte aber vorübergehend für noch mehr Einschränkungen im Verkehr. 

«In der Stadt Luzern ist die Abendspitze ohnehin ein Problem.»

Andreas Heller, Kanton Luzern

Dass zwei Unfälle für so viel Stau in der Stadt sorgen, ist laut Kopp dem Zufall geschuldet. Etwas dagegen tun könne die Polizei nicht. Zwar seien bei einer Totalsperrung Umleitungen möglich und meist nötig. «Aber im Normalfall können wir nur sehr beschränkt regulierend in den Verkehrsfluss eingreifen.»

Ähnlich äussert sich Andreas Heller von der Dienststelle Verkehr und Infrastruktur des Kantons. Wenn sich ein Unfall ereigne, gerade auf der Autobahn, bleibe nichts anderes übrig, als abzuwarten. Das habe insbesondere mit den engen Platzverhältnissen zu tun. «In der Stadt Luzern ist die Abendspitze ohnehin ein Problem», sagt Heller. Abhilfe verschaffe diesbezüglich nur der Bau des Bypasses und der Spange Nord.

Ampeln steuern und Verkehr dosieren

Anderer Meinung dürfte man bei der Stadt sein, wo zumindest der geplante Autobahnzubringer Spange Nord bekanntlich auf Widerstand stösst. Dass Autofahrer zu den Stosszeiten oft viel Geduld brauchen, ist aber unbestritten. Das Phänomen, dass Knoten zugestellt werden, sei immer wieder zu beobachten, sagt Thomas Karrer, Projektleiter Mobilität bei der Stadt. «Dadurch werden lokale Staus innert Kürze auf das übrige Strassennetz ausgedehnt und das gesamte System ist blockiert.»

Damit es zu weniger Stausituationen kommt, verfolgen die Behörden die Umsetzung des sogenannten Gesamtverkehrkonzeptes Agglomerationszentrum Luzern (GVK). Dieses sieht unter anderem vor, den Verkehr von den Quartieren nur tröpfchenweise ins Strassennetz zu lassen. Dank diesen Dosierungen hofft die Stadt, den Verkehr auf den Hauptachsen zu Spitzenzeiten um fünf Prozent reduzieren zu können. Das soll Verkehrsüberlastungen, die zu grossen Staus führen, vermeiden. «Dadurch bleibt der Verkehr füssig und die Busse können auch in Spitzenzeiten nach Fahrplan fahren», sagt Thomas Karrer.

Auch die Ampeln werden je nach Verkehrsaufkommen automatisch gesteuert. Sind viele Fahrzeuge unterwegs, werden laut Karrer längere Grünphasen geschaltet, was jedoch zugleich zu längeren Wartezeiten führt. Diese werden allerdings nicht erfasst, weshalb keine Aussagen über die Wartezeiten am Montagabend möglich sind. Die Autofahrer und Buspassagiere, die von der Arbeit nach Hause wollten, dürften selber am besten wissen, wie viel Zeit ihres Feierabends sie auf den Strassen verbracht haben.

Darum geht es laut der Stadt Luzern im Gesamtverkehrskonzept:

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