Megaprojekt Bypass Luzern: Jetzt werden wortwörtlich die Pflöcke eingeschlagen
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Der Verlauf des Strassenbauprojekts wird ausgesteckt. (Bild: ios)

Neue Autobahn wird ausgesteckt Megaprojekt Bypass Luzern: Jetzt werden wortwörtlich die Pflöcke eingeschlagen

3 min Lesezeit 1 Kommentar 10.03.2020, 17:53 Uhr

Entlang der Reuss kämpfen sich derzeit zwei Männer durch dichtes Dornengestrüpp. Ihre Mission: Farbige Holzpflöcke in den Boden schlagen, um das Milliarden-Autobahnprojekt Bypass Luzern sichtbar zu machen.

Was bald eine der grössten Baustellen der Schweiz werden soll, beginnt im Kleinen. Im sehr Kleinen. Kaum höher als einen Meter sind die Holzpfosten, die Geomatikingenieur Silvan Feer und sein Lehrling Simon Barmet von der Firma Emch+Berger mit sich tragen.

Wir befinden uns am rechten Reussufer. Über uns donnert der Verkehr die Autobahn bei Ibach entlang. Weiter oben befindet sich die längst ausgediente Kehrichtverbrennungsanlage. Für Feer und Barmet wirds jetzt ungemütlich.

Ab durch die Hecke

Gemäss Plan muss der nächste Pfosten inmitten von mannshohem Dornengestrüpp gesetzt werden. Das GPS-Gerät lässt daran keinen Zweifel. Also Augen zu und durch.

Simon Barmet muss dahin, wo es weh tut. (Bild: ios)

Was es mit diesen Holzpfösten auf sich hat, dürfte für die wenigen «Gassi-gehenden» Passanten an diesem Morgen kaum erkennbar sein. Erst recht nicht, was die verschiedenen Neonfarben zu bedeuten haben, mit denen die Enden der Holzpflöcke besprüht wurden.

Silvan Feer klärt auf: «Rote Pflöcke betreffen den Strassenbau. Jene in Pink deuten auf Kunstbauten – also Mauern und ähnliches. Blaue Pflöcke betreffen Lärmschutzmassnahmen.»

Der Farbcode verrät, was hier geplant ist. (Bild: ios)

Mitte April muss alles sichtbar sein

Während Feer und Barmet sich entlang der Reuss durchs Dickicht kämpfen, schlägt ein zweites Team in Kriens ebensolche farbige Pflöcke in den Boden. Bis am 20. April müssen die beiden Teams einander in der Mitte gefunden haben.

Dann nämlich erfolgt die Planauflage des Gesamtsystems Bypass Luzern. Zur Erinnerung: Vor Luzern treffen bei der Verzweigung Rotsee die Verkehrsströme der nationalen Nord- Süd-Achse A2 sowie der A14 von Zürich-Zug zusammen.

Auf der Stadtdurchfahrt trifft der Autobahn- auf den Regionalverkehr – was zu Stosszeiten öfters die Kapazitätsgrenze des Verkehrs knackt und zu Stau führt. Deshalb will der Bund mit dem Bypass für Entlastung sorgen (siehe Box).

Was ist der Bypass schon wieder?

Der «Bypass Luzern» ist ein neuer Tunnel-Bypass mit zwei Röhren und je zwei Fahrstreifen zwischen Ibach in Luzern Nord und dem Gebiet Grosshof in Kriens.

Im Herbst 2016 wurde das generelle Projekt vom Bundesrat genehmigt. Anfang 2017 ist mit der Erarbeitung des Ausführungsprojektes Bypass Luzern gestartet worden, welches im April 2020 öffentlich aufgelegt wird.

Umstrittenes Grossprojekt

Das Projekt ist alles andere als unumstritten. In Kriens etwa kämpft man für eine längere Überdachung des Sonnenbergtunnel-Portals (zentralplus berichtete).

Mit den nun gestarteten Absteckungsarbeiten werden an Strasse und Natur die vielen Veränderungen sichtbar, welche dieses Grossprojekt mit sich ziehen wird.

Die Planauflage im April wird entscheidend sein für das 1,7-Milliarden-Franken-Projekt. Der frühestmögliche Baubeginn wäre im Jahr 2024. Mit einer voraussichtlichen Bauzeit von 12 Jahren wäre die Inbetriebnahme frühestens 2036 möglich.

Mehr Eindrücke findest Du in der Bildergalerie:

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1 Kommentare
  1. Müller, 13.03.2020, 10:17 Uhr

    haben die nichts Gescheiteres zu tun als bei dem Wetter und zunehmenden Virus draussen herum zu stiefle, der arme Stift, hört auf unsere Natur noch mer zu verschandeln, der Ibach war früher Naturschutz, trotzdem wurde alles mit industrie überbaut,

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