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Matthias Senn will Gemeindepräsident werden
  • Politik
Matthias Senn hat es sich anders überlegt. Er will beim Politpoker um das Krienser Präsidium seine Karten ausspielen. (Bild: zvg)

Neuigkeiten aus Kriens Matthias Senn will Gemeindepräsident werden

4 min Lesezeit 05.06.2015, 17:10 Uhr

Plötzlich hat er seine Meinung geändert: Der Krienser FDP-Gemeinderat Matthias Senn will nun doch Gemeindepräsident werden. Dies gibt er gegenüber zentral+ bekannt. Damit tritt er seinem grünen Amtskollegen Cyrill Wiget heftig auf die Füsse. 

Jedes Rauchzeichen am Horizont wird mit Spannung erwartet. Am 23. August entscheidet Kriens, wer den Platz von Paul Winiker (SVP) einnehmen wird. Der Gemeinderat und Gemeindepräsident wurde als Luzerner Regierungsrat gewählt. Und die Krienser Parteien zerbrechen sich zurzeit die Köpfe, welche Namen sie aufs Blatt schreiben sollen.

Noch nicht auf dem Plan stand dabei der amtierende FDP-Gemeindeammann und Bauvorsteher Matthias Senn. Vor ein paar Monaten sagte er noch, er kandidiere nicht für den frei werdenden Posten. «Eine Kandidatur als Gemeindepräsident ist für mich aus heutiger Sicht kein Thema», sagte er noch im April der «Neuen Luzerner Zeitung» (NLZ). 

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«Bürger wünschen eine Auswahl»

Und nun doch: Die Ausgangslage bezüglich Gemeindepräsidium habe sich seit der Anfrage der NLZ Anfang April verändert, sagt er gegenüber zentral+: «Ja, ich stelle mich zur Verfügung. Mit der neuen Positionierung des Präsidiums nach der Departementsreform ist die Erkenntnis gewachsen, dass es von Vorteil ist, wenn ein Bisheriger das Präsidialdepartement übernimmt. Zudem spüre ich seit der Wahl von Paul Winiker in den Regierungsrat, dass die Stimmberechtigten für das Gemeindepräsidium eine Auswahl wünschen.»

«Matthias hat das Rennen eröffnet.»

Cyrill Wiget, Gemeinderat Kriens (Grüne)

Fest steht indessen noch nichts. Zurzeit laufen noch strategische Überlegungen innerhalb der FDP. Mehr zu dieser Departementsreform werde am 19. Juni 2015 kommuniziert. zentral+ weiss inzwischen: Die sechs Krienser Departemente werden neu organisiert. Ab dem 1. September 2016 soll es für den Krienser Gemeinderat nur noch fünf Verwaltungen zu führen geben.

Cyrill Wiget «erstaunt»

Matthias Senn tritt mit seiner Kandidatur dem grünen Gemeinderatskollegen Cyrill Wiget ziemlich auf die Füsse. Wiget hat vor Kurzem sein Interesse an diesem Amt angemeldet (zentral+ berichtete). Der 52-jährige Velohändler war acht Jahre im Einwohnerrat engagiert und wurde 2004 in den Gemeinderat gewählt. Wiget wird bis zur Neubesetzug das Präsidium ad interim führen. Denn bis Paul Winikers Nachfolger sein Amt endlich antritt, könnte es gut Frühling 2016 werden.

«Ich fände es besser, wenn er baut und ich der Gemeinde vorstehe.»

Cyrill Wiget

Wiget zeigt sich über den Sinneswandel seines Kollegen irritiert: «Ich arbeite mich ja aktuell bereits temporär in das neue Amt ein. Deshalb wäre es für das Personal und die Gemeinde sinnvoll, ich könnte die Arbeit danach weiterführen. Aber ein Problem mit seiner Kandidatur habe ich nicht. Mir wäre sympathisch gewesen, wenn er es früher gesagt hätte. Denn unsere Aufgabe ist es, nach dem kurzfristigen Abgang von Paul Winiker die Führung der Gemeinde zu sichern.»

Heisser Politsommer

Bis zum 6. Juli müssen die Krienser Parteien die Gemeinderatsnachfolger für den künftigen Regierungsrat Paul Winiker (SVP) bestimmen. Dabei wartet alles auf die SVP, die ihren Sitz von Winiker zu verteidigen hat. Die Ersatzwahlen sind am 23. August. Ein allfälliger zweiter Wahlgang findet am 27. September statt. Und im Mai 2016 stehen Gesamterneuerungswahlen vor der Tür. 

Die SVP hat ihre Namen bereits bekanntgegeben. Diese Mitglieder wollen in den Gemeinderat: Martin Heiz, Katja Staub, Martin Zellweger und Patrick Koch. 

Erstaunt ist Wiget auch ob der Strategie der FDP: «Die FDP müsste ja mit einem möglichen Amtswechsel von Senn damit rechnen, dass sie das wichtige Schlüsseldepartement Bau verliert. Persönlich ist für mich das Baudepartement ebenso von Interesse. Aufgrund der Aussagen von Herrn Senn fände ich es persönlich besser, wenn er baut und ich der Gemeinde vorstehe.»

FDP wartet ab

Innerhalb der FDP-Leitung nimmt man Senns Absicht zur Kenntnis. Noch sei es aber ein Alleingang. «Seine Kandidatur ist noch nicht in Stein gemeisselt», sagt Präsident Robert Marty. Wie und ob die FDP wirklich ein Schlüsseldepartement aufgeben würde, stehe noch nicht fest. «Es hat noch kein Gespräch mit Matthias Senn stattgefunden. Er muss das von sich aus entscheiden. Wenn seine Idee mit unserer Strategie übereinstimmt, dann könnte man seine Kandidatur der Parteiversamlung vorschlagen.»

Es gäbe dabei verschiedene Varianten zu beachten, so Marty weiter. Und es komme vor allem darauf an, wen die SVP und die CVP vorschlügen. Die SVP wird ihre Kandidaten an der Versammlung vom 24. Juni nominieren, die CVP am 29. und die FDP am 30. Juni. Wie zentral+ vernommen hat, wäre für den Posten als Gemeinderat auch der FDP-Einwohnerrat Beat Tanner ein heisser Kandidat. Seine Fraktionskollegen Thomas Lammer und Roger Erni könnten ebenfalls in die Kränze kommen.

Seitens der CVP erfolgte keine Reaktion auf die Ansage von Matthias Senn. Für die Krienser Christdemokraten wäre allenfalls Einwohnerrat Rolf Schmid eine Option für den Gemeinderat. Er hat bereits 2012 für das Amt kandidiert, und diesen Frühling war er auf der Krienser Liste für den Kantonsrat, allerdings erfolglos. Auch die langjährige CVP-Fraktionschefin Kathrin Graber gilt als tüchtig und ambitioniert.

 

 

 

 
 
 
 
 

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