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Matthias Michel will in den Ständerat – und eine Frau übernimmt die Macht
  • Politik
Carina Brüngger (links) und Matthias Michel. (Bild: mam)

Zuger Freisinn sammelt sich am Kraftort Unterägeri Matthias Michel will in den Ständerat – und eine Frau übernimmt die Macht

3 min Lesezeit 16.01.2019, 22:03 Uhr

Nach Kantonalzuger SP und CVP erhält nun auch die FDP des Kantons Zug eine weibliche Präsidentin: Carina Brüngger. Sie wurde am Mittwoch an einer Versammlung der Zuger Freisinnigen in Unterägeri gewählt. Dort liess auch alt Regierungsrat Matthias Michel keine Zweifel daran: Er will im Herbst für die FDP in den Ständerat gewählt werden und Nachfolger von Joachim Eder werden.

«Wie können wir die stärkste Partei im Kanton Zug werden?» Diesen Satz hörte am Dienstagabend verschiedentlich, wer die Parteiversammlung der kantonalen FDP im Kulturroom 15 in Unterägeri besuchte.

In dieser Gemeinde ist die FDP traditionell stark. Hier hat sie landesweit bekannte Politiker und Staatsmänner wie alt Ständerat Andreas Iten oder den amtierenden Zuger FDP-Ständeherr Joachim Eder rekrutiert. Und hier wollte sich die Partei auch für eine erfolgreiche Zukunft einstimmen.

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Michel brennt darauf, zu kandidieren

Beginnen soll sie im Herbst. Dann nämlich wird Matthias Michel, der Anwalt aus Oberwil, der Ende 2018 nach 16 Jahren aus dem Zuger Regierungsrat ausgeschieden ist, wieder in den Wahlkampf ziehen. Er habe sich entschieden, als Kandidat für den Ständerat anzutreten, sagte er. Er wolle keiner Nominationsversammlung vorgreifen, aber seinen Entschluss den Parteikollegen zu allererst mitteilen.

Die FDP des Kantons Zug sei eine staatstragende Partei, so Michel. Den Sitz im Ständerat habe sie schon lange inne. Und er wolle «selbstverständlich dafür sorgen», dass dies auch so bleibe, so Michel. Dies sei für ihn klar gewesen, nachdem er erfahren habe, dass der amtierende FDP Ständerat Joachim auf eine erneute Kandidatur verzichte. «Und die Bergluft hier hat mir geholfen, es noch klarer zu sehen», witzelte er.

Doppelvakanz wiegt schwer

Michel, der als Regierungsrat in zahlreichen interkantonalen Kommissionen und Konkordaten tätig war, interessiert die Zusammenarbeit mit Magistratskollegen aus andern Kantonen, die mittlerweile im Stöckli gelandet sind. «Dort kann man mit parteiübergreifender Zusammenarbeit am ehesten etwas bewirken», sagt er.

Bekanntlich muss die FDP im Herbst für den abtretenden Nationalrat Bruno Pezzatti und Joachim Eder gleich zwei valable Kandidaten für Bundesbern finden. Die Linken liebeäugeln mit der Idee, der FDP den Nationalratssitz abzujagen. SVP-Regierungsrat Heinz Tännler werden Ambitionen für den Ständerat nachgesagt (zentralplus berichtete).

Früher Wahlkampf

Wie die FDP die zu erwartenden «Angriffe von links und von rechts» parieren will, erläuterte Wahlkampfleiter Jürg Portmann. Wie bereits in den kantonalen Erneuerungswahlen will die den Wahlkampf früh eröffnen – in diesem Fall bereits vor dem Sommerferien. Die Ständeratskandidaten wird im März gekürt, die Nationalratskandidaten im Mai.

Bislang sei man mit neuen Männern und einer Frau im Gespräch. Es sollen möglichst noch mehr werden, nicht zuletzt weibliche Bewerber. Er sei aber auf Mithilfe angewiesen.

Präsidentin ab April

Ach die neugekürte Kantonalpräsidentin sagte: «Ich bin eine Teamplayerin.» Anfangs noch etwas verschnupft darüber, dass die FDP sie nicht für die Regierungsratswahlen aufstellen wollte, musste sich Carina Brüngger-Ebinger aus Steinhausen einen Ruck geben, um als Präsidentin zu kandidieren.

Sie schaltete in Unterägeri nach einer einstimmigen Wahl und einem langen Applaus aber schon voll auf Angriffsmodus. «In vier Jahren wollen wir wieder zulegen – sowohl in den Gemeinden, wie auch im Kantonsrat.» Übernehmen wird sie die Leitung der Partei, die nach der Wahl von Ex-Präsident Andreas Hostettler in den Regierungsrat vorübergehend von Patrick Mollet geführt wird, im April.

Viele Abschiede

Bekanntlich ist die FDP bei den letzten kantonalen Erneuerungswahlen mit einem blauen Auge davongekommen. Trotz vieler Vakanzen und neuer Kandidaten konnte sie ihren Besitzstand an Mandaten knapp halten.

Dementsprechend stand die Parteiversammlung auch im Zeichen des personellen Umbruchs. Zwei Regierungsräte, ein Parteipräsident und zahlreiche Mandatsträger wurden verabschiedet.

Neben der neuen Präsidentin in den Vorstand gewählt wurde der Chef der Jungfreisinnigen, Gian Brun aus Hünenberg. Einen wichtigen Job, dem laut Brüngger künftig mehr Gewicht beigemessen wird, damit die Partei ins richtige Licht gerückt wird, soll der neu bestimmte Kommunikationschef erledigen. Es ist Marc Reinhardt, der Geschäftsführer der Theaterstiftung Mummenschanz.

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