«Ängste und Phobien»: Luzerner Ärzte bemängeln Corona-Massnahmen
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Fünf Luzerner Hausärzte kritisieren in einem offenen Brief die Massnahmen des Bundes zur Eindämmung des Coronavirus. (Bild: Archivbild/Symbolbild: bra)

Offener Brief an Bundesrat Berset «Ängste und Phobien»: Luzerner Ärzte bemängeln Corona-Massnahmen

2 min Lesezeit 4 Kommentare 08.04.2020, 07:05 Uhr

In einem offenen Brief an Bundesrat Alain Berset kritisieren fünf Luzerner Hausärzte die Corona-Massnahmen, die vom Bund beschlossen wurden. Durch diese Massnahmen würden ernsthafte Erkrankungen nicht mehr erkannt werden. Zudem komme es bei Patienten zu Ängsten und Phobien.

Fünf Luzerner Hausärzte kritisieren in einem offenen Brief, der an diesem Mittwoch an Gesundheitsminister Alain Berset verschickt werden soll, die Massnahmen des Bundes zur Eindämmung des Coronavirus. Das berichtet die «Luzerner Zeitung».

Andreas Heisler von der Rontalpraxis in Ebikon ist der Initiator des Briefes. In diesem schreiben die Ärzte, dass sie in Luzern in den letzten Wochen nur wenig Infekte wahrgenommen haben – alle mit einer folgenlosen Ausheilung. Dafür gebe es vermehrt leere Agenden bei den Hausärzten und bei den Spezialisten. Das, weil die Patienten aus Angst alle Termine absagen würden. Die Ärzte fürchten, dass ernste Erkrankungen nicht mehr erkannt und so behandelt werden könnten. Und: Es gebe vermehrt Patienten mit Angststörungen und Panikattacken.

Im Brief fordern die Hausärzte die medizinische Regelversorgung, heisst es im Medienbericht weiter: «Die Massnahme, die vorgibt, Leben zu retten, begünstigt also Krankheiten bei einem Grossteil der Betroffenen.» Bewegung an der frischen Luft sei zudem bei der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und auch Osteoporose wichtig.

Auch Urs Schumacher, Kinder- und Jugendarzt vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin in Emmenbrücke, spricht von «massiven Ängsten und Phobien», die durch mediale Auftritte und das jetzige soziale Klima ausgelöst werden würden. Diese müsse man versachlichen. Für ihn sei klar, gefährdete Bevölkerungsgruppen zu schützen. «Für den Rest der Bevölkerung sollten wir schrittweise und kontrolliert den Weg zur Normalität einschlagen», wird er zitiert. Das Virus lasse sich «so oder so nicht mehr aus der Welt schaffen».

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4 Kommentare
  1. Elisabeth Wettstein, 22.09.2020, 17:24 Uhr

    ich gratuliere, dass endlich die Aerzte sich stark machen für diesen Unsinn mit den Schutzmassnahmen gegen das Covid 19! Von Tag zu Tag kommen neue Einschränkungen z.B Klein- kinderzieherinnen sollen Masken tragen. Ich verstehe die Politik nicht mehr!!! Ich bin keine Virusleugnerin, aber was jetzt abgeht, das geht meiner Meinung nach zu weit. Ich danke ihnen für ihren Mut und Offenheit!
    freundliche Grüsse
    Elisabeth Wettstein

  2. Paul Bründler, 08.04.2020, 10:08 Uhr

    Bravo. Genau so sehe ich das auch.
    Schön, das langsam vernünftige Stimmen zu hören sind.
    Die Massnahmen sind völlig unverhältnismässig.
    Jetzt müsste nur noch die Politik vernünftig werden und den Mut finden, diesen Spuk zu beenden.

    1. CScherrer, 08.04.2020, 15:19 Uhr

      Einfach richtig lesen! Die sorgen sich nur im ihre Einkommen, nicht mehr und nicht weniger.

    2. Paul Bründler, 08.04.2020, 16:56 Uhr

      @CScherrer: Na und? Jeder verantwortungsvolle Mensch sorgt sich um sein Einkommen.
      Die Argumente dieser Ärzte sind aber vernünftig und werden sicher auch bald Sie überzeugen.
      Der Wind dreht sich und das ist gut so.

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