Massiv weniger Steuern eingenommen
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Plädiert für das Entlastungspaket: Finanzdirektor Peter Hegglin. (Bild: mag)

Milliardenkanton Zug auf Tauchkurs Massiv weniger Steuern eingenommen

2 min Lesezeit 01.04.2015, 10:00 Uhr

Es sieht noch schlimmer aus als befürchtet. Schuld für die miesen Zuger Kantonsfinanzen seien aber nicht die Budgets: Die wurden allesamt unterschritten. Auch der Finanzausgleich ist für einmal nicht der Übeltäter.

«Ausserordentlich schlecht» –  das ist die Einschätzung des Regierungsrats zur Rechnung 2014. Das Defizit sei rund doppelt so hoch wie budgetiert: Ein Minus von 139 Millionen Franken muss der Kanton für 2014 verbuchen.

Dafür seien fehlende Steuereinnahmen verantwortlich: «Bei den Fiskalerträgen ist das Budget um satte 5,2 Millionen Franken verfehlt worden», schreibt der Regierungsrat in einer Mitteilung. Auch der Kantonsanteil an der direkten Bundessteuer liege um 31,5 Millionen Franken unter dem budgetierten Wert. Zusätzlich fehle dem Kanton die Ausschüttung der Schweizerischen Nationalbank von 9,6 Millionen Franken. An den nationalen Finanzausgleich hat Zug 279,5 Millionen Franken bezahlt.

Der Kanton stehe damit zunehmend im Spannungsfeld zwischen den Herausforderungen seines Finanzhaushalts und der erfolgreichen Positionierung im Wettbewerb der Regionen, schreibt die Regierung. In ihrem Fokus stünden aber weiterhin «die Bewahrung der Lebensqualität der Bevölkerung sowie die Standortattraktivität für Unternehmen». Beides wird aber unter Sparmassnahmen leiden müssen: Das Entlastungsprogramm sei notwendig, schreibt der Regierungsrat, um das Ergebnis in Zukunft wieder zu verbessern.

Budgets unterschritten

Aufgrund des hohen Aufwandüberschusses sei der Selbstfinanzierungsgrad auf minus 59,2 Prozent gesunken. Dies bedeute, dass die Investitionen nicht mit den im Berichtsjahr erwirtschafteten Mitteln finanziert werden konnten.

Dabei wurden die Budgets, auch vor dem Hintergrund des Entlastungspakets, nicht überschritten. Die Nettoinvestitionen etwa belaufen sich auf 93,4 Millionen Franken, liegen damit 5,4 Millionen Franken unter dem Budget. Insgesamt wurden die budgetierten Ausgaben um insgesamt 23,7 Millionen Franken unterschritten, bilanziert der Regierungsrat.

Auch beim Personal- und beim Transferaufwand habe das Budget nicht voll ausgeschöpft werden müssen.

Kapital: Eine Milliarde Franken

Das Finanzvermögen des Kantons hat um 99,9 auf 1’214,7 Millionen Franken abgenommen. Das hänge insbesondere mit dem Liquiditätsabfluss zusammen, schreibt der Regierungsrat. Genaueres dazu will er an seiner Medienkonferenz am Mittwochmorgen sagen.

Das Verwaltungsvermögen ist dagegen um 24,1 Millionen Franken gewachsen und steht jetzt bei 460,6 Millionen Franken. Das gesamte Eigenkapital des Kantons hat um 123,3 Millionen Franken abgenommen, belaufe sich auf Jahresende aber immer noch auf eine Milliarde Franken. Diese Bilanz sei, trotz des Defizits, «immer noch robust», so der Regierungsrat.

 

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