«Mass-Voll ist eine Einstiegsdroge, die zum Realitätsverlust führt»
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Mass-Voll in Liestal: Im Vordergrund die beiden Co-Präsidenten Nicolas A. Rimoldi (rote Jacke) und Carla Wicki (blaue Jacke). (Bild: zvg)

Jugendbewegung mit Luzerner Wurzeln «Mass-Voll ist eine Einstiegsdroge, die zum Realitätsverlust führt»

6 min Lesezeit 23 Kommentare 27.03.2021, 05:00 Uhr

Mass-Voll ist nicht ungefährlich: Wer sich der Jugendbewegung anschliesst, wird mit grosser Wahrscheinlichkeit auch mit rechtspopulistischem und verschwörerischem Gedankengut in Kontakt geraten. Eine Einschätzung von Dario Veréb und Raimond Lüppken.

In nur wenigen Wochen entstand viel Trubel um die Jugendbewegung Mass-Voll. Kritische und unkritische Berichte in verschiedensten Schweizer Medien porträtierten den Luzerner Co-Präsidenten Nicolas A. Rimoldi (FDP) und seine Amtskollegin Carla Wicki – und thematisierten die polarisierenden Aussagen einzelner Protagonisten.

Die auf den 10. April angekündigte Corona-Kundgebung in Altdorf wäre für Mass-Voll ein wichtiger Termin. Dass sie nun abgesagt wurde, ist für die Teammitglieder doppelt ärgerlich: Einerseits wollte man sich als vereinte Front mit Fahnen und Flyern präsentieren, zum Anderen war Rimoldi als Redner geladen. Beides hätte der Bewegung neue Mitglieder beschert.

Der Bewegung die Bühne genommen

In seinem Frust über die Absage fabuliert Rimoldi von einem «diktatorischen und gefährlichen Akt!». Dass die Schweiz eine Diktatur sei, ist ein klassisch verschwörungsideologisches Narrativ der Szene. Laut Rimoldi grenzt er und Mass-Voll sich «klar von Verschwörungstheorien und Extremismus» ab – ein Widerspruch.

Die Schweiz ist keine Diktatur: Demonstrieren kann man sehr wohl, solange man sich an Regeln hält. Gefährlich sind vielmehr die Veranstaltungen, die Mass-Voll propagiert, da sie zur Verbreitung des Coronavirus beitragen.

Eine weitere Gefahr stellen die Angriffe auf Gegenprotestler und Journalisten dar, wie sie in Liestal geschahen. Man könnte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Kundgebung in Altdorf zwar besser überprüfen, weil sich diese auf Privatgrund versammeln sollen, eine wirkliche Umsetzung wird von der Bewilligungsbehörde aber bezweifelt. Auch bei den bisherigen Veranstaltungen der Szene wurde zum Maskentragen aufgerufen – von Veranstaltern und Behörden. Darauf reagierte die Mehrheit der Anwesenden nur mit Gelächter und Buhrufen.

Gefährliche Rhetorik

Nachdem bekannt wurde, dass die Kundgebung nicht stattfinden würde, machten Anhänger der Bewegung im Telegram-Chat klar, dass sie trotz Verbotes nach Altdorf reisen wollten. Ersatzweise würde man in Zürich protestieren. «Sollen sie Tränengas gegen Familien mit Kindern einsetzen», meinte jemand. Die Schweiz möge derzeit eine Diktatur sein, doch im Ernstfall würden die Mächtigen «nicht die Eier» dafür haben.

Obwohl einige Mitglieder des Kernteams selbst radikale Aussagen machen, reagierten sie in diesem Fall auf die ausartende Diskussion und löschten einige extreme Beiträge. Populistische und extreme Äusserungen sind ein Markenzeichen der Bewegung, werden aber nur von wenigen in tragenden Rollen genutzt. Wenn Chat-Mitglieder sich dieser Rhetorik bedienen, werden sie zensiert. In diesem Fall funktioniert die Distanzierung von Verschwörungstheorien und Extremismus.

Wochenendrebellin und #FrontlineFace

Die Jugendbewegung Mass-Voll schürt surreale Ängste und gefährdet die Gesundheit ihrer Mitmenschen. Letzteres gilt besonders für ein Mitglied des Kernteams, das sich schon einmal im Rampenlicht wiederfand – damals aber im Rahmen einer Fernsehshow.

Statt Popularität setzt sie nun auf Gegenöffentlichkeit. Am Wochenende besucht sie, wie das gesamte Mass-Voll-Team, Demonstrationen ohne Maske und setzt sich einem erhöhten Ansteckungsrisiko aus. Unter der Woche arbeitet sie in einem Luzerner Altersheim.

In einem ihrer Social Media Accounts zeigt sie sich mit zwei Kolleginnen unter dem Hashtag «Frontline Faces», womit sich die in medizinischen Berufen tätigen in aller Welt im Kampf gegen die Coronapandemie bestärken und um Solidarität werben.

Während sie von Montag bis Freitag mit Maske ihrem Beruf nachgehen kann, inszeniert sie sich gemeinsam mit über einem Dutzend Jugendlicher am Wochenende als so schwer krank, dass sie keine Maske tragen kann. Absurdität und Widersprüchlichkeit scheinen eine wohlüberlegte Strategie der Bewegung zu sein. Sie hilft, ein Credo des Widerstandes zu kreieren, mit dem man möglichst viele über einem gemeinsamen Nenner vereinen kann.

Eine Gefahr für junge Menschen

Das Umfeld von Mass-Voll ist ein Potpourri aus Parteien und Organisationen. Durch die Mitgliedschaft besteht die Gefahr, dass junge Menschen in konservative, rechtspopulistische Gruppierungen abdriften – auch wenn Mass-Voll selbst keine solche ist. Die Wege zum Verschwörungsdenken werden kürzer, jene zur breiten Gesellschaft länger. Mass-Voll ist eine Einstiegsdroge, die zum Realitätsverlust führt.

Olivier Chanson, auch Mitglied der Jungen SVP, beispielsweise sprach vom «demografischen Wandel (auch Bevölkerungsaustausch genannt)». Dieser Begriff aus der Neuen Rechten schürt die Angst vor geheimen Plänen, die weisse Mehrheitsgesellschaft durch vermeintlich unkontrollierte Migrationsbewegungen zur Minderheit werden und letztlich aussterben zu lassen. Der Attentäter von Christchurch nannte sein Manifest «The Great Replacement» und bezog sich damit ebenfalls auf diese Verschwörungstheorie.

Mass-Voll in Liestal. (Bild: zvg)

Einen weiteren Mythos greift Joyce Küng auf: Sie glaubt in den Reden der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel von 2019 und einer von Altbundesrätin Doris Leuthard von 2018 Beweise für die «neue Weltordnung» gefunden zu haben. Solche Verschwörungen sind nicht immer aus der Luft gegriffen. Das beweist Mass-Voll durch eigenes Handeln.

Eines der wichtigsten Narrative der Massnahmengegner sind die vom Staat und Interessengruppen gesteuerten Medien. Regierung, Grosskonzerne oder jüdische Eliten seien dafür verantwortlich. In Tat und Wahrheit scheint die Steuerung aber vielmehr aus den eigenen Reihen zu kommen, wie Mass-Voll und Nau vermuten lassen.

Gesteuerte Berichterstattung

Trotz verschiedener Wissens- oder Glaubensansätze verfolgt das Kernteam der Bewegung ein klares Ziel: «den Kampf für eine vergessene Generation». Sie inszeniert sich als Retter in der Not für junge Menschen, die grosse Zukunftsängste haben und unter Einsamkeit und Perspektivlosigkeit leiden.

Kritisiert man ihre Forderungen oder die Aussagen einzelner Mitglieder, hat das auf Twitter und Telegram in vielen Fällen die sofortige Blockierung zur Folge. Aber nicht nur in den sozialen Netzwerken wird gelöscht: Auch auf die Nau-Redaktion hat die Jugendbewegung scheinbar grossen Einfluss.

Der kritische Beitrag des langjährigen Nau-Kolumnisten Reda El-Arbi, der Mass-Voll als «antidemokratische, in Verschwörungstheorien verfangene Rattenfängerbande» bezeichnete, wurde gelöscht. Nau begründet das auf Anfrage von Persönlich.com mit «juristischen Gründen». El-Arbi ist für seinen angriffigen Stil bekannt. Dass plötzlich eine seiner Kolumnen gelöscht wird, verwundert.

Leserumfrage umgehend gelöscht

Wie schnell die Bewegung Einfluss übt, zeigte sich, als die Redaktion eine Leserumfrage aus dem Gastbeitrag der Mass-Voll-Co-Präsidentin Carla Wicki löschte, keine Stunde nachdem deren schlechtes Resultat im Mass-Voll-Telegram-Chat bemängelt wurde. Auf Anfrage heisst es, man habe sich zur Entfernung entschieden, weil diese verfälscht worden sein könnte. Beweise liegen dafür keine vor.*

Dass Mass-Voll selbst aber Einfluss auf Votings ausübt, zeigt ein Aufruf in ihrem Telegram-Chat: «Geht doch bitte mal auf folgende Seite und macht ein paar Klicks, da muss ein Zeichen gesetzt werden.» Darauffolgend ein Link zum Blick-Artikel über die Demo in Altdorf die nicht bewilligt wurde.

Der Gegner wird diffamiert

Der stille Protest in Liestal am 20. März löste ein grosses, kritisches Medienecho aus. Auf dieses reagierte der Co-Präsident Nicolas A. Rimoldi (FDP) in einem Artikel von Nau mit Anschuldigungen gegenüber der Juso: «Juso-Mitglieder haben in Wohlen wie auch in Liestal vermummt ältere Menschen hinterrücks angegriffen.»

Beweise dafür wurden nicht genannt. Auf Nachfrage teilte Nau mit, Rimoldis Aussage sei nicht überprüft worden. Bei einer derartigen Behauptung wäre es die Pflicht einer Redaktion, dem Vorwurf nachzugehen.

Die zuständigen Polizeibehörden haben keine Kenntnis von Angriffen dieser Art und auch Rimoldi kann auf Anfrage keine Belege vorbringen. Trotzdem hält er an seinen Schilderungen fest. Seine schwerwiegende Anschuldigung bleibt unbewiesen und zeigt seine tiefsitzende Abneigung gegen die gesellschaftliche und politische Linke.

*Nau legt Wert auf die Feststellung, dass die Leserumfrage nachweislich manipuliert und deswegen entfernt worden sei. Es gäbe keinen Zusammenhang mit einem «schlechten Resultat» aus der Perspektive von Mass-Voll. 

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23 Kommentare
  1. Rolf, 12.04.2021, 09:43 Uhr

    Wer von den verordneten Massnahmen nicht überzeugt ist, findet in der aktuellen Presse kaum Artikel welche auf seine seine Fragestellung Bezug nehmen. Stattdessen werden ausnahmslos alle, welche nicht bedingungslos hinter den Massnahmen stehen, in denselben Topf geworfen. Landen dann auch noch ein paar QAnon Verschwörungstheoretiker und Radikale in der Suppe, wird das Ganze als ungeniessbar weggeschüttet. Dabei wird unhinterfragt vorausgesetzt, dass wer in einer Sache anderer und damit falscher Meinung ist, zu jeder anderen Sache auch zwingend falsch liegen muss. Und dass eine Sache, welche Unterstützung durch die Falschen erhält, automatisch eine falsche Sache sein muss. Das verhehrende diese Logik wird offenbar, wenn man sich vorstellt dass dereinst auch Rechtsextreme ihr Clublocal mit Solarpanels ausrüsten und vielleicht Teslas fahren. Wird dann die Energiewende unappetitlich ?

  2. Sara, 30.03.2021, 18:56 Uhr

    Ein super Artikel! Vielen Dank für die hevorragende Arbeit. Die ganze Sache mit Nau war mir nicht bewusst, obwohl ich es beängstigend fand, wie einseitig über «Mass-voll» berichtet wurde. Es wird sich als Hüter der Demokratie aufgespielt, aber dann mit Medien kooperiert, die offensichtlich nicht ganz unabhängig sind… die Ironie.

  3. Marc, 30.03.2021, 06:20 Uhr

    Schade wurde mein Kommentar gelöscht.
    Er entsprach den Regeln, scheinbar dürfen aber einige Zusammenhänge nicht genannt werden.

    Mittlerweile sogar bei zentralplus.

    Schade eigentlich. Zensur ist Realität und niemand hat’s gemerkt.

    1. Redaktion Christian Hug, 30.03.2021, 07:50 Uhr

      zentralplus betreibt keine Zensur. Vergleiche mit Judenverfolgung haben bei uns aber weiterhin keinen Platz.

  4. lulu, 29.03.2021, 10:13 Uhr

    eher masslos als massvoll.

  5. Roger, 29.03.2021, 08:04 Uhr

    Da frage ich mich, ob die Redaktion solches Geschwafel vor dem Veröffentlichen durch liest. Falls ja, habe ich bedenken, warum man solch propagandistische Texte durchwinken und auf die Menschen loslassen kann. Vielleicht weil es im Mainstream gefällt auf Menschen rum zu hacken, die genug haben von den willkürlichen und gefährlichen Massnahmen. Ihr solltet mal an unsere Kinder denken, die mittlerweile in permanenter Angst leben müssen vor Testungen, Quarantäne, Masken, positiven Resultaten und der Gesellschaftsspaltung.

    1. Sara, 30.03.2021, 18:59 Uhr

      Dass es hier wirklich um das psychische Wohlbefinden der Kinder geht, glaubst du doch selbst nicht, oder? Schau dir mal Rimoldis Smartspider an. Der Typ ist gegen alles soziale. Ausserdem ist das keine Jugendbewegung. Joyce etwa, von der im Text die Rede ist, ist 37 Jahre alt.

  6. ChristianHuber, 28.03.2021, 21:54 Uhr

    Ich würde empfehlen, künftig etwas genauer zu überprüfen, wem man hier als sogenannten «freien Journalisten» in seinem Medium eine Plattform bietet. Kurz nach letztmaliger Berichterstattung von Dario Veréb an einer Coronakundgebung wurden zwei von ihm fotografisch dokumentierte Personen von linksextremen, vermummten Personen körperlich attackiert. Es handelt sich um die hier dokumentierten Personen:

    https://twitter.com/DarioVereb/status/1352967683990544386

    Darüber, ob er letztlich als geistiger Brandstifter für solche Gewalttaten gesehen werden muss, sei dahingestellt und liegt im Auge des Betrachters. Eine gewisse ideologische Nähe zu ganz weit links aussen stehenden Gruppierungen ist jedoch meiner Meinung nach nicht von der Hand zu weisen.

    1. Peter Bitterli, 28.03.2021, 22:10 Uhr

      „Unter anderem haben sie auch Texte für die Republik geschrieben.“ So wird über diese zwei „freien Journalisten“ vermerkt. Das verwundert einen ja dann auch nicht mehr, ist doch gerade dieses Internet-Organ ganz speziell für vorurteilsbeladene Textproduktion bekannt, so wie sie auch in obiger Schriftprobe zur Anwendung gelangt. Nichtsdestotrotz gilt diese „Republik“ aus völlig unerfindlichen Gründen als etwas vom Feinsten.

  7. fortyman969, 28.03.2021, 18:33 Uhr

    Hat man eine andere Meinung als der Mainstream wird man gleich als Populist dargestellt. Auch wenn man die Testerei oder Impfung hinterfragt.
    Ich raten allen mal kurz in sich zu gehen den folgenden Text zu analysieren und dann sich selbst eine Meinung bilden.
    ********************************************************************************
    Es gibt keine Impfung gegen HIV trotz 40 Jahre Forschung.
    Es gibt keine wirksame Impfung gegen Grippe.
    Es gibt keine Impfung gegen Krebs nach 100 Jahren Forschung.
    NICHTS HILFT!
    Und plötzlich erscheint auf mysteriöse Weise ein Virus und innerhalb eines Jahres gibt es ein Impfstoff, den die gesamte Bevölkerung nehmen soll?
    Nein Danke!

    1. Tobias Mueller, 28.03.2021, 21:13 Uhr

      Ich bin Ihrer Empfehlung gefolgt und nach der Lektüre Ihres Beitrages mal kurz in mich gegangen:

      – Es gibt mittlerweise sehr effektive Behandlungsmethoden, um HIV-Infektionen zu mildern und betroffene Menschen am Leben zu erhalten.
      – Wirksame Grippeimpfungen gibt es, und sie werden angewandt.
      – Krebsleiden sind vielfältig und in vielen Fällen behandelbar, wenn auch nicht immer.

      Zum letzteren Punkt muss ich sie noch etwas fragen: Wie kommen sie zum Schluss, dass Krebs durch ein Virus ausgelöst wird und deshalb mit einem Impfstoff begegnet werden sollte (vgl. hierzu Ihre Aussage «Es gibt keine Impfung gegen Krebs…»)? Wie steht es in dem Fall mit der Übertragung?

      Wenn man nun Ihr Fazit in Kapitallettern («NICHTS HILFT!») den obigen Ausführungen gegenüberstellt, welche Schlussfolgerung tendiert zur Falschinformation?

      Übrigens: Viren erscheinen nicht auf mysteriöse Weise, wie Sie schreiben. Sie entwickeln sich laufend, und einige Mutationen sind potenter/erfolgreicher als andere.

    2. Michel von der Schwand, 29.03.2021, 11:42 Uhr

      Schwacher Kommentar, welcher aufzeigt, dass Sie sich in keinster Art und Weise richtig informieren. Würden Sie sich richtig informieren, dann wüssten Sie, dass am so genannten RNA-Impfstoff seit 1990 geforscht wird. Es gibt übrigens eine wirksame Impfung gegen Grippe, welche jedes Jahr wiederholt werden muss. Sie verwenden hier im übrigen auch wieder etwas, was aus dubioser Quellen kommt und im Internet verbreitet wurde. Mittlerweile wurde Ebola entfernt, weil diese Behauptung auch nicht stimmt. Mainstream-Medien sind in der Tat verlässlicher. Zudem interessieren Fakten und nicht irgendwelche Behauptungen aus dubioser Quelle, welche Sie nicht belegen können.

  8. Peter Bitterli, 28.03.2021, 16:08 Uhr

    Dieser Text steht genau für den Faschismus, vor dem zu warnen er vorgibt. Ausserdem: Kann man noch dümmlicher formulieren? „Einstiegsdroge“, „Realitätsverlust“! Hält der Autor die Bevölkerung für grenzdebil? Menschen, die sich auf die Schweizerische Bundesverfassung berufen, die u.a. den Art. 16 enthält? Solche Gouvernantentexte bewirken hoffentlich das Gegenteil dessen, was sie zu beabsichtigen behaupten.

  9. Tobias Mueller, 27.03.2021, 23:02 Uhr

    Diese Bewirtschafter von diffusen Ängsten flüchten sofort in die Opferrolle, wenn sie ihre Halbwahrheiten und Lügen nicht mehr verbreiten dürfen. Sei dies auf sozialen Medien oder an Kundgebungen. Schnell kommen dann Plattitüden wie “Mundtot gemacht”, “Wahrheit wird unterdrückt” etc. zum Zug. Sogar vor Vergleichen mit der Judenververfolgung wird dann zynischerweise nicht halt gemacht. Statt also diesen Verschwörungsideologen einen Weg zur vermeintlichen Märtyerrolle zu ebnen, sollten sie konsequent zu ihren Aussagen Stellung nehmen müssen. Ein beharrliches Nachfragen führt in kurzer Zeit dazu, dass sie entweder auf eine andere irre Behauptung ausweichen, oder den Dialog abbrechen. In beiden Fällen kollabiert das Lügengebilde. Journalisten sollten im ersten Fall immer auf die initiale Frage zurückkommen, und keine Ausweich- oder Neubehauptung zulassen.

  10. Paul Bründler, 27.03.2021, 11:36 Uhr

    Wie immer man das sehen mag, früher verstand man unter kritischem Journalismus Regierungskritik, heute kritisiert der «kritische Journalismus» die Regierungskritiker.
    Man kann es drehen und wenden wie man will: Das ist nicht gut.

  11. David Meyer, 27.03.2021, 10:21 Uhr

    Da ist ziemlich Kraut und Rüben zusammengeschrieben in dem Artikel. Unter Journalismus verstehe ich schon mehr als nur ein paar Tweets zusammen zu schieben und mit dramatischen Adjektiven zu untermalen.

    1. Gregor Zemp, 27.03.2021, 15:35 Uhr

      Was denn? Hast Du Beispiele?

    2. Roli Greter, 28.03.2021, 01:54 Uhr

      @David Meyer
      Genau das selbe ging mir auch durch den Kopf als ich den Artikel gelesen habe. Zudem wirft man dieser Gruppierung etwas vor, was man selber praktiziert.

  12. Alois Iten, 27.03.2021, 09:23 Uhr

    Schwach von Nau. Fragt sich, ob ÖV-Betreiber wie Postauto oder auch jene in Luzern mit einem Medium, das die redaktionellen Standarts nicht einhält und von Rechten Aktivisten infiltriert ist, noch zusammen arbeiten sollten.

  13. Fabrizio, 27.03.2021, 07:21 Uhr

    Interessanter Artikel. Darf gefragt werden wer die beiden Autoren sind?

    1. Redaktion Lena Berger, 27.03.2021, 08:41 Uhr

      Es handelt sich um freie Journalisten, die für verschiedene Medien arbeiten – unter anderem haben sie auch Texte für die Republik geschrieben. Zudem tritt Raimond Lüppken wegen seiner Recherchen in diesem Bereich immer mal wieder als Experte für Rechtsextremismus in den Medien auf (zuletzt beispielsweise in der Aargauer Zeitung).

    2. Peter Bitterli, 27.03.2021, 11:57 Uhr

      @ Ja, Frau Berger,
      ein Ornithologe sieht überall Vögel, ein Virologe ist von Viren umzingelt und ein Rechtsextremismus-Experte wittert schon aus Überlebensdrang überall Rechtsextremismus.
      Nun ja, apropos „Experte für Rechtsextremismus“ Raimond Lüppken: Es lohnt sich schon, den Herrn zu googeln. Ob man nachher noch gewillt ist, seinen Texten soweit zu vertrauen, dass man sie publizieren möchte, ist eine andere Frage.

  14. roberto, 27.03.2021, 07:18 Uhr

    eine kriese, charismatische „rebellen“. dazu. noch einen schönen namen (mit interpretations spielraum) und violete fahnen (in farbe) und ein m wie bei nesspresso.
    so einfach funktioniert unsere welt. ojeee
    schöön weekend

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