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Martin Zellweger soll das Ruder herumreissen
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Ersatz-Kandidat Martin Zellweger: Ist er nur ein Notnagel oder ein veritabler Sitzverteidiger für die SVP? (Bild: zvg)

Kampf um Krienser Gemeinderatssitz Martin Zellweger soll das Ruder herumreissen

5 min Lesezeit 26.08.2015, 22:38 Uhr

Die Krienser SVP will es nochmals wissen: Sie wählte am Mittwochabend einen neuen Kandidaten, um den Sitz im Gemeinderat zu verteidigen. Nach dem Wahlfiasko am vergangenen Sonntag soll es nun Martin Zellweger richten. Doch ist der Polit-Neuling der Richtige? 

Nun ist es sakrosankt: Die Krienser SVP will «ihren» Sitz Gemeinderat mit Martin Zellweger verteidigen. Der 53-jährige Ökonom soll für den zweiten Wahlgang am 27. September antreten und das Ruder für die SVP noch herumreissen (zentral+ berichtete). An der Mitgliederversammlung am Mittwochabend im Restaurant Grüene Bode wurde die Kandidatur Zellwegers nun offiziell. Sein Vorgänger Patrick Koch tritt nicht mehr an. 

Letzte Eingabefrist für den zweiten Wahlgang ist diesen Donnerstag. Mit Martin Zellweger will sich die SVP jetzt neu aufstellen. Denn der vergangene Wahlsonntag war eine riesige Schlappe für die Partei. Patrick Koch erzielte bei den Ersatzwahlen für den Krienser Gemeinderat das schlechteste Ergebnis der drei Anwärter. Dies, obwohl es um die Nachfolge des ehemaligen Krienser SVP-Gemeindepräsidenten und Neo-Regierungsrat Paul Winiker ging. Der SVP-Anspruch auf einen Sitz im fünfköpfigen Gremium wäre eigentlich unbestritten. 

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SVP startet aus der Defensive

Überraschend hatte der CVP-Kandidat Franco Faé am Wahlsonntag klar die Nase vorn (zentral+ berichtete). Er wurde von 3’176 Personen gewählt. Auf Platz zwei landete weit abgeschlagen Simon Konrad von der FDP, und zwar mit nur 1’707 Stimmen. Knapp hinter ihm rangiert Patrick Koch von der SVP mit 1’621 Stimmen. Noch am Sonntag gab Koch seinen Rückzug bekannt.

«Wir müssen uns von der Polemik lösen.» 

Martin Zellweger, SVP-Kandidat

Für den neuen SVP-Kandidaten Zellweger gibt es nun Rückendeckung von der FDP, wie deren Präsident Robert Marty auf Anfrage sagt. «Martin Zellweger ist für uns wählbar.» Vorgänger Koch wurde von den Liberalen nicht unterstützt. Dieser Pakt zwischen FDP und SVP wird viele Wählerstimmen vereinigen und verspricht nicht zuletzt ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SVP und CVP. 

Keine Polemik mehr? 

Zum Hintergrund des Kandidaten: Martin Zellweger ist ein Ur-Krienser und lebt mit seiner Familie seit 25 Jahren in der Pilatusgemeinde. Erst seit ein paar Monaten ist er Mitglied der Krienser SVP. Der studierte Ökonom arbeitete bis im Juni bei der Bison Schweiz AG, als Leiter des operativen Geschäftsbereiches.

Wir haben gleich nach der Mitgliederversammlung per Telefon mit ihm gesprochen – die Sitzung selber war nicht öffentlich und es wurden keine Medien zugelassen.

zentral+: Herr Zellweger, wir durften an der Versammlung nicht dabei sein. Was passierte am Mittwochabend? Gab es Stimmen gegen ihre Nomination?

Martin Zellweger: Es war eine einvernehmliche, klare und gute Sitzung.

zentral+: Gab es Stimmen gegen ihre Nomination?

Zellweger: Nein. Zuerst haben wir die Frage diskutiert, ob die SVP überhaupt in einen zweiten Wahlgang gehen soll. Dann ging es um meine Kandidatur. Beides wurde einstimmig beschlossen. 

zentral+: Warum sind Sie der richtige Mann für den Krienser Gemeinderat? 

Zellweger:  Ich bringe wertvolle Erfahrungen aus der Privatwirtschaft mit und habe einen guten betriebswirtschafltichen Background, zum Beispiel in der Unternehmensführung. Dies hat mich dazu bewogen, mich als Nachfolger von Paul Winiker zu bewerben. 

zentral+: Sie sind ein Polit-Neuling. Ist das ein Nachteil? 

Zellweger: Wenn Sie mich fragen selbstverständlich nicht. Es gibt auch Vorteile. Manchmal hat man auch einen neuen Blickwinkel auf verankerte Themen.

«Ich wurde das erste Mal nur aufgrund der fehlenden politischen Erfahrung nicht nominiert.»

zentral+: Sie haben als Bedingung gestellt, dass keine Polemik mehr geschürt werden sollte. Vor dem ersten Wahlgang gab es ein unschönes Hickhack (wir berichteten). Wie verlief die Diskussion?

Zellweger:  Ich sagte nicht, es sei eine Bedingung für meine Kandidatur. Sondern es ist eine Rahmenbedingung für den Erfolg eines zweiten Wahlganges generell. Wir müssen uns von der Polemik lösen und nicht auf ein persönliches Hickhack einlassen. Das schadet der Sache nur.

zentral+: Nach dem Wahlfiasko am letzten Sonntag sollen Sie es nun für die SVP richten. Ihr Vorgänger Patrick Koch machte das schlechteste Ergebnis und hat sich aus dem Wahlkampf verabschiedet. Fühlen Sie sich nun als zweite Garnitur?  

Zellweger: Nein überhaupt nicht. Es ist mir klar, dass man das so betrachten kann. In einer Partei fällt man in der Gruppe eine Entscheidung. Ich wurde das erste Mal sicher aufgrund meiner fehlenden politischen Verankerung nicht nominiert. Die Vernetzung fehlte mir innerhalb der Partei. Schlussendlich hat es mich aber nicht davon abgehalten, nochmals zu kandidieren.

zentral+: Wie werden Sie ihren Wahlkampf in dieser kurzen Zeit noch angehen, wie sieht der Plan aus? 

Zellweger: Ich werde mich an verschiedenen Orten noch präsentieren und mich als Person und «neuer Politiker» bekanntmachen. Ich werde Werbung machen, ganz traditionell, mit Plakaten und Inseraten. Ich will aber auch ganz konkret mit Vereinen und Gruppen in Kontakt treten, die mich kennenlernen wollen. Da mache ich mich nun aktiv auf den Weg.

«Wir dürfen keine Nebenschauplätze schaffen.»

zentral+: Mit welchen Themen wollen Sie punkten? 

Zellweger: Es sind verschiedene Themen, welche die Krienser beschäftigen. Ganz wichtig ist: Der finanzielle Rahmen bestimmt mitunter auch die Möglichkeiten der Gemeinde. Da haben wir eine spezielle Ausgangslage. Sicher ist die Verkehrssituation auch ein grosses Anliegen. Wir sagten ja zur Krienser Zentrumsüberbauung, Luzern Süd und vielleicht der Bypass stehen an, das führt alles zu Mehrverkehr. Wir müssen hier langfristige und gute Lösungen anpacken und keine Nebenschauplätze schaffen.

zentral+: Wie wollen Sie die Gemeinde finanziell auf Kurs bringen? 

Zellweger:  Paul Winikers Vorarbeit kann weitergeführt werden. Das Rad werde ich nicht neu erfinden. Wir müssen aber beispielsweise sorgfältig darauf achten, dass die anstehenden Projekte diszipliniert durchgeführt werden, damit nicht Mehrkosten entstehen.

zentral+. Wie schätzen Sie ihre Chancen gegen den starken CVP-Präsidenten Franco Faé ein, der mit Abstand am meisten Stimmen holte? 

Zellweger:  Das wird ganz bestimmt eine Herausforderung. Faé hat eine spannende Ausgangslage geschaffen. Ich habe aber das Gefühl, dass die Chance für mich da und intakt ist. Die Konkordanz ist in Kriens hochzuhalten und die SVP muss von den Wähleranteilen her in der Exekutive eingebunden sein.

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