Markus Babbel: «Australien hat die Euphorie, Luzern den Schaden»
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Tja, da kann man nichts machen. Tomi Jurics Heimreise ist umständlicher als geplant. (Bild: Madeleine Duquenne/freshfocus)

Tomi Juric sitzt im Flieger fest Markus Babbel: «Australien hat die Euphorie, Luzern den Schaden»

4 min Lesezeit 17.11.2017, 17:28 Uhr

Am Sonntag spielt der FC Luzern auswärts gegen Lausanne. Ein direkter Konkurrent im Kampf gegen den Abstieg. Doch Trainer Markus Babbel muss ausgerechnet gegen diesen Gegner eventuell auf einen seiner wichtigsten Spieler verzichten. 

Es geht für den FC Luzern um einiges am nächsten Sonntag im Auswärtsspiel gegen Lausanne. Erstens würde man mit einem positiven Resultat einem direkten Konkurrenten Punkte abknüpfen. Zweitens könnte man mit einem Sieg den Schwung, den man mit dem 3:0 gegen St. Gallen vor der Natipause aufgenommen hat, aufrecht erhalten.Und drittens folgen nach Lausanne zwei schwere Spiele in Meisterschaft und Cup gegen den FC Basel. Ein positives Resultat würde bei diesen grossen Aufgaben sicher helfen.

Zuhause mit Mühe

An Lausanne hat der FCL nicht nur gute Erinnerungen. Im letzten Heimspiel ging man trotz Überlegenheit und einem deutlichen Chancenplus als Verlierer vom Platz. «Wir haben es nicht geschafft, unser gutes, offensives Spiel in Tore umzumünzen», sagt Cheftrainer Markus Babbel. Aussetzer in der Defensive hätten es den Westschweizern letzlich ermöglicht, den Luzernern eine unnötige Niederlage zu bescheren.

Höchste Zeit also, dass sich in dieser Hinsicht etwas ändert. Einfach wird es aber sicher nicht. «Das Problem ist, dass unser Spiel den Lausannern entgegenkommt», so Babbel. Die offensive Spielweise des FCL lade diesen Gegner zum Kontern ein. Dies bestätigt auch FCL-Spieler Pascal Schürpf: «Im letzten Spiel wurden wir klassisch ausgekontert», sagt er.

Auswärts hätte man sich in der jüngsten Vergangenheit gegen die Romands aber besser angestellt, erklärt Markus Babbel. Hoffentlich ist dies auch diesen Sonntag wieder der Fall.

Tore müssen her

Um nicht das gleiche Schicksal wie letztes Mal zu erleiden, muss der FCL dieses Mal seine Chancen also konsequenter nutzen. Doch hier steht Markus Babbel vor einem Problem. Denn ausgerechnet Goalgetter Tomi Juric wird das Spiel am Genfersee vielleicht verpassen. Besonders unglücklich sind die Umstände die dazu führen könnten.

«Tomi Juric wird sicher keinen Penalty treten.»

Markus Babbel, FCL-Trainer

«Tomi Juric wird voraussichtlich leider erst am späten Freitagabend zurück in der Schweiz sein», sagt Markus Babbel. Eigentlich hätte er diesen Freitag in Luzern vor die Medien treten sollen. Denn Juric hat als einziger FCL-Spieler ein WM-Ticket in der Hosentasche. Gerne hätte wir mit ihm über die turbulenten letzen Tage gesprochen.

«Ein absoluter Traum wird wahr»: Tomi Juric feiert mit Natikollege Alen Delic.


 

Doch bei der Rückreise gab es Probleme, weshalb der Stürmer nun viel später zurück bei Team sein wird als angenommen, bedauert Trainer Babbel. Juric reist von Sydney über Wien nach Zürich. Juric hat mit Australien die WM-Barrage gegen Honduras bestritten. Letztlich erfolgreich (zentralplus berichtete). Dafür ist er in zehn Tagen einmal komplett um den Globus gereist.

Einsatz ungewiss

Ob er Juric am Sonntag einsetzen wird, kann Babbel noch nicht sagen. Er müsse zuerst mit dem Spieler reden. «Er wird mir dann sagen, ob er sich fit fühlt für einen Einsatz», so der Cheftrainer. Vor dem Gespräch sei es schwierig eine Entscheidung zu fällen, sagt Babbel. Denn einerseits könne Juric in seiner Euphorie die Anderen mitreissen, andererseits könne er auch ein Risiko sein, wenn er nach der langen Reise noch nicht komplett erholt ist.

Doch wer soll dann die Tore schiessen? «Wir haben auch andere gute Spieler. Dann müssen halt andere in die Bresche springen», so Babbel. Schliesslich sei man ja eine Mannschaft und keine Einzelspieler. Nur eine Entscheidung hat Babbel bis jetzt getroffen. «Tomi Juric wird sicher keinen Penalty treten», sagt er bestimmt.

Jurics Zukunft in Luzern offen

Bezüglich der Zukunft von Tomi Juric in Luzern wollte Sportchef Remo Meyer auf Anfrage keine konkreten Aussagen machen. «Es besteht weder von Seiten des Clubs noch von Seiten des Spielers der Wunsch nach einer sofortigen Veränderung», so Meyer.

Juric hat bei den Innerschweizern einen Vertrag bis zum Ende der Saison. Verein und Spieler werden in der Winterpause zusammensitzen, um gemeinsam über die Zukunft zu sprechen.

Unglückliche Situation

Auch wenn er versucht, gelassen zu wirken, ist Markus Babbel dennoch eine gewisse Verärgerung über die Situation anzumerken. Er freue sich enorm für Tomi Juric sagt er. Die WM-Qualifikation mag er den Australiern gönnen. Die entstandene Euphorie in Down Under sei super, so Babbel.

«Nur, den Schaden haben nun leider wir», moniert er. Jedoch musste man mit einer solchen Situation rechnen und sie halt akzeptieren. Unglücklich sei letzlich, dass sie tatsächlich eingetroffen ist.

Wie Jurics Kollegen dessen Ausfall allenfalls wegstecken werden, wird sich am Sonntag zeigen.

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