Marco Rima krebst nach Falschaussage vor Corona-Skeptikern zurück
  • Gesellschaft
Marco Rima bei seiner Rede in Zürich. (Bild: Facebook)

Rede an Kundgebung Marco Rima krebst nach Falschaussage vor Corona-Skeptikern zurück

2 min Lesezeit 7 Kommentare 19.09.2020, 17:30 Uhr

Rund 500 Personen haben sich am Samstagnachmittag in Zürich versammelt, um gegen Corona-Massnahmen zu demonstrieren. Auch der Zuger Komiker Marco Rima tat seine Meinung kund.

Sie wollen sich nicht bevormunden lassen und glauben nicht an die Gefährlichkeit des Coronavirus: 500 Menschen sind am Samstagnachmittag in Zürich zu einer Demonstration zusammengekommen. Gemeinsam wollten sie ihren Unmut über die vom Bund festgelegten Schutzmassnahmen kundtun.

Seit einigen Wochen haben die Skeptiker auch ein prominentes Sprachrohr: Der Zuger Komiker Marco Rima. An der Kundgebung am Samstag trat er nebst dem Satiriker Andreas Thiel auf. In seiner Rede sprach Rima vom «Aktionismus einiger Politiker», den man «nicht stillschweigend über sich ergehen lassen soll. Politiker hätten dem Volk zu dienen, nicht umgekehrt.

Nach der Rede wurde er umzingelt

Rima erklärt, dass er zu Beginn Angst vor dem Virus gehabt habe. Aber der Engpass in den Spitälern sei ausgeblieben. Vielmehr sehe er nun die Freiheit der Menschen in Gefahr.

Rima beschönigt die Situation: «Niemand wird in den nächsten Monaten an Corona sterben.» Das Bundesamt für Gesundheit hatte allein am Freitag drei neue Todesfälle bestätigt. Insgesamt starben bis am Freitag 1765 Personen an Covid-19.

Die Zahlen scheinen die Skeptiker nicht zu beeindrucken: Nach Redeschluss wurde der Komiker von zahlreichen Menschen umzingelt – der Mindestabstand wurde dabei nicht eingehalten. Die Zürcher Stadtpolizei hatte jedoch angekündigt, jeden zu kontrollieren, der sich nicht an die Regeln halte.

Kurz nach Redeschluss schien offenbar auch Rima bewusst geworden zu sein, dass seine Prognose, kein Mensch werde mehr an Corona sterben, unwahrscheinlich ist. In einem Statement schreibt er auf Facebook: «Ich bin in der Hitze meines Vortrags eine Zeile verrutscht und habe die kapitale Falschaussage gemacht, dass in Zukunft niemand mehr an Corona sterben wird. Das ist natürlich totaler Schwachsinn und dafür entschuldige ich mich bei Euch sehr.»

Meine lieben Freunde der Meinungsfreiheit, mir ist heute während meiner Rede auf dem Platz der Freiheit ein ganz dummer…

Gepostet von Marco Antonio Rima-Casagrande am Samstag, 19. September 2020

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7 Kommentare
  1. Emil Keller, 29.09.2020, 17:52 Uhr

    Ja, dass Herr Rima um eine Zeile verrutscht ist, ist für mich ok. Dies kann jedem passieren. Dass das Volk aber mehrheitlich Staatsgläubig ist, erschreckt mich. Und dass die Presse ebenso gleichgeschaltet sich verhält ist dee Wahre Skandal. Man darf seine freie Meinung zum Glück „noch“ frei äussern, aber es wird immer schwieriger. Ich mit über 82 Jahren kann mich kaum hörbar machen, obwohl ich dies anstrebe. Ich glaube den Regierungsvertretern kein Wort, denn die Pharma Industrie ist zu stark, um nicht abhängig zu sein. Ich glaube seit langem nichts mehr, denn wer mit der Drohkeule „Testen“ Angst verbreitet, der verspielt seinen Kredit. Würden wir nicht wie „Kranke“ Testen, fänden wir auch kein Corona mehr, aber um alles auf beängstigendem Niveau zu erhalten testet die Behörde mit nicht aussagekräftigen Verfahren, lügen uns damit an und setzen die Dummen in Angst und schrecken. Ist dies die feine Art der Politiker? Die Abstimmungen sind so gelaufen wie sie sind, weil nach meinem Dafürhalten viele der Politik nicht mehr vertrauen und es war ein Glück, dass Kampfflugzeuge noch durchgekommen sind, doch das Volk hätte diese Abstimmung am liebsten versenkt ob der Ignoranz der Behörde eine Situation nur Pharmagläubig lösen zu wollen anstatt mit Vernunft, Mut und ehrlichem Anstand. Was ich in meinem Leben erlebt habe ist, mein Hemd, meine Tasche ist mir näher als die Deinige und somit weiss ich, warum soviel Angst verbreitet werden muss, denn nur Angst lähmt den Geist derer die sich beeindrucken und macht Schadenfreude bei denen die profitieren!

  2. Hans Peter Roth, 20.09.2020, 15:00 Uhr

    Ich schätze Marco Rima nicht nur als Komiker, sondern auch als intelligenten Zeitgenossen. Es hat mich deshalb irritiert, dass Marco sich als Zugpferd für eine Veranstaltung von rechten und extrem rechten Personen einspannen lässt. Eine kritische Sichtweise auf die Pandemie und deren Handhabung durch Politik und Wirtschaft zu haben, finde ich ok. Aber bei der Mehrheit der Demonstranten handelt es sich wahrscheinlich um Menschen, die ganz andere gesellschaftliche Vorstellungen und Ziele haben. Ihre „Freiheit“ besteht darin, Fake News zu verbreiten und wissenschaftliche Erkenntnisse zu verleumden.

    1. Roli Greter, 20.09.2020, 15:10 Uhr

      Herr Roth, wenn Sie vor Ort gewesen wären hätten Sie festgestellt dass da ganz normale Menschen anwesend waren. Beste Grüsse und gute Besserung.

  3. Roli Greter, 20.09.2020, 08:34 Uhr

    Der Titel ist irreführend, da Herr Rima nicht zurücklrebste sondern sich lediglich für einen Fauxpas entschuldigte. Ein gefundenes Fressen für manche Medien und manche ihrer Konsumenten…

  4. Hot Humor, 20.09.2020, 00:32 Uhr

    Ich nicht Komiker:
    LACH MICH KRUMM!

    aber eigentlich ganz einfach!
    jede Blume verwelkt einmal.

  5. Schorsch G., 19.09.2020, 21:18 Uhr

    Etwas was mich bei solchen Entschuldigungs-Statements immer wieder stört: „… ich entschuldige mich..“ das geht nämlich gar nicht sondern, richtig und (auf)richtig ist: ich BITTE um Entschuldigung!

  6. Alphoernchen, 19.09.2020, 20:46 Uhr

    Es scheint mir, Herr Rima sei nicht nur eine Zeile verrutscht….

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