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Mann musste sterben, weil er unbedingt weiterfeiern wollte
  • Gesellschaft
Der Sichtschutz inklusive Polizeiwache vor der «Loco Bar» an der Baselstrasse. (Bild: giw)

Tödlicher Streit in der Luzerner «Loco Bar» Mann musste sterben, weil er unbedingt weiterfeiern wollte

3 min Lesezeit 1 Kommentar 25.05.2020, 16:55 Uhr

In der «Loco Bar» an der Luzerner Baselstrasse sind im November 2017 zwei Männer aneinandergeraten. Einer von ihnen verlor dabei sein Leben. Nun wird der Fall am Kriminalgericht verhandelt.

Es geschah an Allerheiligen 2017, kurz vor Mitternacht: Es waren noch eine Handvoll Gäste da, als die Bardame das Lokal schliessen wollte. Einer der Gäste war ihr dabei behilflich und reichte den umliegenden Gästen Plastikbecher, damit diese ihre Getränke mitnehmen konnten.

Als er zu zwei Männern an die Bartheke trat, sagte er ihnen, dass nun Feierabend sei. Die beiden Eritreer ignorierten den Serben. Er solle weggehen, forderten sie. Trotzdem stellte der Helfer der Bardame ihnen zwei Plastikbecher hin.

Willst du Probleme haben? Komm her!

Die beiden Männer weigerten sich aber hartnäckig, die Bar zu verlassen. Einer von ihnen stiess den Serben schliesslich mit der Hand von sich weg, machte eine halbe Drehung und kickte ihm mit dem Fuss gegen die Brust.

Der Serbe griff daraufhin in seine Jacke, fast so, als ob er eine Waffe ziehen wollte. Doch als er die Hand wieder rauszog, war sie leer. Gemäss Anklageschrift belächelten die beiden Eritreer ihn daraufhin. Einer fragte etwas in der Richtung: Willst du Probleme haben? Komm her!

Daraufhin verlagerten sich die zwei Streithähne auf die Tanzfläche. Die beiden nahmen gemäss Anklage eine Kampfstellung ein. Was danach passierte, ist umstritten.

War es eine Notwehrsituation?

Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass der Serbe daraufhin ein Messer aus seiner Jackentasche riss, auf den Eritreer zustürmte und ihm die Waffe in den Hals stiess.

Der Beschuldigte hingegen sagte aus, dass beide Eritreer mit Fäusten auf ihn eingeschlagen hätten. Ein dritter hätte am Eingang gewartet. Während des Kampfs sei es ihm gelungen, dem späteren Opfer das Messer abzunehmen – damit hätte er sich dann gewehrt.

Klar ist: Nach dem Kampf verblutete der Eritreer wegen der schweren Verletzung. Die Tatwaffe wurde später in einem Parkhaus gefunden. Den Serben ermittelte die Polizei noch am gleichen Tag.

Dem Serben drohen elf Jahre Gefängnis

Bei einer Hausdurchsuchung wurden in der Wohnung des Messerstechers Drogenutensilien und diverse Munition gefunden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm deshalb vor, mit Kokain gehandelt zu haben. Zudem soll er sich eines Verstosses gegen das Waffengesetz schuldig gemacht haben.

Die Staatsanwaltschaft fordert wegen der (eventual-)vorsätzlichen Tötung und der übrigen Delikte eine Freiheitsstrafe von elf Jahren sowie eine Busse von 500 Franken. Zudem soll der Beschuldigte zwölf Jahre des Landes verwiesen werden.

Der Beschuldigte hingegen sieht sich als Opfer. Er sei in der Bar von mehreren Männern angegriffen worden und habe Todesangst gehabt. Sein Verteidiger sprach gemäss der Nachrichtenagentur «Keystone-SDA» in der Gerichtsverhandlung von einer «klassischen Notwehrsituation»: Der Messerstich sei zur Abwehr der Schläge ausgeführt worden. Aus diesem Grund müsse der Mann freigesprochen werden. Das Urteil steht noch aus.

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1 Kommentare
  1. cedi, 26.05.2020, 08:18 Uhr

    warum soll der Serbe in den Knast ? Es war Notwehr Freispruch, all das haben wir ja nur dem Bund zu Verdanken der solche in CH nimmt Tür u, Tor öffnet und den CH Pass noch nachwirft, hier wo ich Wohne haben wir Jugoslawen jeder Herkunft, Sie Arbeiten haben Fam, während des Corona ging mir einner immer Posten sie Grüssen was nicht mal manch CH machen würde. ein sehr hartes Urteil, wen es stimmt was hier Geschrieben Notwehr, meine Meinung Denkt was ihr wollt.

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