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Manko behoben: Jetzt hat Luzern seine erste Studentenzeitung
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«Lumos» will Licht ins Dunkel bringen Manko behoben: Jetzt hat Luzern seine erste Studentenzeitung

4 min Lesezeit 29.07.2019, 10:55 Uhr

Während es in anderen Schweizer Studentenstädten schon seit längerem Uni-Magazine gibt, herrschte in Luzern diesbezüglich gähnende Leere. Nun hat sich eine Gruppe Engagierter zusammengetan, um mit «Lumos» die erste Studentenzeitung Luzerns herauszubringen. Wer mitmacht, bekommt dafür Credits.

«Lumos» ist nicht nur ein Zauberspruch aus Harry Potter, sondern ab diesem Jahr auch der Name eines Luzerner Studentenmagazins. Es soll die Leuchtenstadt verkörpern und die Generation der Autoren dahinter. Sie wollen mit journalistischem Schreiben «Licht ins Dunkel bringen», wie Sandra Frommelt erklärt. Die Präsidentin des Trägervereins kreiert mit einem Kernteam von sechs weiteren Mitstreitern die bislang erste Studentenzeitung Luzerns.

Während in Städten wie Zürich oder St. Gallen schon länger solche Medien bestehen, kam es hier noch nie dazu. Das liege vor allem am Alter der Universität, erklärt Frommelt, es ist die jüngste Uni der Schweiz. «Die meisten Studi-Zeitungen entstanden früh, gehören mittlerweile zu den Institutionen dazu und haben alle Wandel des Mediums mitgemacht.» Nun ist es auch in Luzern so weit. «Lumos» will mindestens eine Print-Ausgabe pro Semester herausgeben und dazwischen mit regelmässigen Online-Beiträgen für Abwechslung sorgen. Das Ganze soll mit Inseraten finanziert werden, und um die Kosten für die Gründung und erste Print-Ausgabe zu decken, wurde ein Crowdfunding gestartet.

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Journalistische Greenhorns

Ihr Verein verfolge keine wirtschaftlichen Zwecke, sagt Frommelt. Sie würden daher auch mit ständigen Financiers arbeiten, sofern ihre Unabhängigkeit gewahrt bliebe. Vermutet wird, dass die gedruckte Ausgabe den grössten Aufwand mit sich bringt. Für die erste Semester-Ausgabe ist ein Umfang von rund 30 Seiten geplant. Online-Beiträge sollen wöchentlich erscheinen. Ein Schwerpunktthema sorgt jeweils für die Grundstruktur. Das erste Motto, «Grün», wurde gewählt, «weil es unsere Zeit gut repräsentiert», erklärt Frommelt.

Ausserdem seien die Macher alle «Greenhorns» – also noch grün hinter den Ohren, was Journalismus angeht. «Wir machen das alle zum ersten Mal.» Abgesehen davon sei Ökologie ein zentrales Alltagsthema. Die Artikel werden auf der Website und im Print-Magazin veröffentlicht, und auf Social Media beworben. «Lumos» soll neben seiner Rolle als Sprachrohr und kritischer Beobachter der Uni-Szene «das studentische Leben in Luzern repräsentieren, Spass machen und soziale Kompetenzen und kreatives Arbeiten fördern», erläutert Frommelt.

Sozialer Kredit

Um Studiengänge an der Wirtschafts-, Kultur- oder Sozialwissenschaftlichen Fakultät abzuschliessen, müssen sogenannte «Social Credits» erworben werden. Diese Leistungspunkte sollen studentische Arbeitsformen fördern und der Einbindung der Studierenden in die Universität dienen. Sandra Frommelt wollte diese Credits mit einer studentischen Zeitung erlangen – der bislang ersten in Luzern. «Journalistisches Schreiben ist eines der besten Sprachrohre, um sich mit einem Thema zu beschäftigen», findet Frommelt. Entsprechend gestaltete sich die Suche nach Vereinsmitgliedern leichter als erwartet.

«Dass wir alle Studenten sind und dies neben unserem Studium machen, sehe ich nicht als Problem.»

Sandra Frommelt

Aber für manche stellte sich der Arbeitsaufwand als zu gross heraus. So wechselte das Vizepräsidentinnenamt bereits einmal von Janina Lindner zu Sophie Küsterling. Die Führungspositionen innerhalb des neuen Magazins werden allesamt von aktuellen Uni-Luzern-Studenten belegt. Dazu gehören: Elena Oberholzer, Fabian Zemp, Noa Widmer, Laura Kneisel und Dominik Ammann.

Intensives Engagement

Bisher gibt es insgesamt rund 18 Engagierte, die sich an «Lumos» beteiligen. Für ihre Arbeit erhalten sie keine finanzielle Entlohnung. «Unsere erste Ausgabe wollen wir gratis auslegen», sagt Frommelt, «wie dies in Zukunft passiert, wird sich zeigen.» Um die Qualität und Kontinuität des neuen Mediums zu gewährleisten, werden die Rahmenbedingungen für die involvierten Vereinsmitglieder entsprechend gestaltet. Letztlich solle das Medium auch eine Spielwiese sein. «Die Qualität wird von den nächsten ‹Lumos»-Kreierenden vielleicht anders definiert», sagt Frommelt. «Dass wir alle Studenten sind und dies neben unserem Studium machen, sehe ich nicht als Problem.»

Bei der Universität Luzern wird das «Lumos»-Engagement positiv gesehen. Über die Gründe, weshalb es bisher noch nichts Vergleichbares gab, kann der Kommunikationsbeauftragte Lukas Portmann nur mutmassen. Ein Grund könnte die Zahl der Studierenden sein. «Je mehr es hat, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich genug finden, welche die Zeit, das Engagement und die Begeisterung für ein solches Projekt aufbringen.»

Finanzierungsziel bald erreicht

Bisher konnten sich journalistisch interessierte Studenten in Luzern in verschiedenen Institutionen und Vereinen, wie etwa den Fachschaften, engagieren. Früher gab es zudem das Campus Radio von Radio 3Fach. «Und nach wie vor können sie bei lokalen oder regionalen Medienunternehmen arbeiten und Beiträge publizieren», erklärt Portmann. Er glaube daran, dass das Interesse an einem eigenen Medium für das studentische und universitäre Leben gross genug ist. «Zentral wird vor allem sein, dass sich genug Inserenten finden lassen, damit die Finanzierung auch nach dem Start gesichert werden kann.» Immerhin: Das Crownfunding-Finanzierungsziel von mindestens 2’500 Franken bis Ende Juli ist sehr bald erreicht.

«Zudem erhielten wir ein kleines Starthonorar der Studentenorganisation der Universität Luzern», erzählt Sandra Frommelt. Ihr ist bewusst, dass eine Studentenzeitung zu produzieren ein grosses Unterfangen ist. Das mag mit ein Grund sein, weshalb solch ein Projekt bislang noch nicht umgesetzt wurde. Aber an fehlendem Interesse an solch einem Medium habe es nicht gelegen, sagt die «Lumos»-Präsidentin, «da es einfach war, interessierte Schreiberlinge zu finden und viele das journalistische Arbeiten begeistert.» Zudem sorgt die Social-Credits-Regelung für zusätzliche Motivation bei den Studenten. Gleichwohl ist sich Frommelt bewusst, dass es nicht einfach wird, das Medium zu erhalten.

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