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«Man wählt mich nicht wegen einer Bratwurst und einem Bier»
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Thomas Müller verteilt in Oberägeri bald Würste. (Bild: Adobestock/zvg/Fotomontage)

Oberägerer Gemeinderatskandidat lädt zum Grillfest «Man wählt mich nicht wegen einer Bratwurst und einem Bier»

3 min Lesezeit 05.09.2018, 10:02 Uhr

Der Gemeinderatskandidat Thomas Müller lädt alle Oberägerer auf Wurst und Bier zu sich ein. Doch was geschieht, wenn sich der halbe Kanton Zug in seinem Garten einfinden sollte?

Keine alltägliche Einladung: Im «Amtsblatt» lädt der Oberägerer Gemeinderatskandidat Thomas Müller die Oberägerer Einwohner zum kostenlosen Grillfest. Die Einladung sei seine eigene Idee gewesen, sagt Müller gegenüber zentralplus.

Doch was ist der Hintergrund seiner ungewöhnlichen Aktion? Müller ist zwar in Ägeri aufgewachsen, laut eigener Aussage jedoch längere Zeit weg gewesen und möchte sich nun bei den Leuten im Dorf auf diese Weise wieder etwas bekannter machen. Ausserdem will er einige Ideen der Partei weitergeben, auch Namensvetter und Parteikollege Thomas Aeschi wird der Veranstaltung beiwohnen. 

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«Mehr als hoffen kann ich nicht»

Er rechne mit etwa 50 bis 70 Gästen am 15. September. Auch für Schlechtwetter ist er aber vorbereitet, er habe zu Hause einen Gemeinschaftsraum, der etwa 100 Quadratmeter gross sei und einen grösseren Vorplatz. «Ich hoffe natürlich auf gutes Wetter, aber mehr als hoffen kann ich nicht» sagt Müller. Und was, wenn sich tatsächlich eine grössere Schar der über 5’000 Oberägerer mit hungrigen Bäuchen einfindet? Auch hier zeigt sich der SVP-Kandidat flexibel. Die lokalen Lieferanten könnten innerhalb einer halben Stunde für Nachschub sorgen.

Somit sei er auch vorbereitet, falls die Leute aufgrund seines Inserates aus dem ganzen Kanton zu seinem Haus pilgern, um den Hunger mit einer Gratis-Bratwurst zu stillen. Nur die Facebook-Einladungen, die er noch verschicken wird, würden gezielt an Oberägerer gehen und auch von seinen Flyern soll der Rest des Kantons nichts mitbekommen. Eine Ausweiskontrolle mache er aber selbstverständlich nicht, es bekäme jeder Gast eine Bratwurst, auch wenn der Anlass in erster Linie für die Oberägerer gedacht sei.

Müller trägt Kosten selbst

Doch Wurst und Bier seien nicht seine einzigen Qualitäten, verneint Müller eine entsprechende Frage. «Parteien machen oft solche Veranstaltungen, von Einzelnen sieht man es weniger.» Durch die persönliche Note erhoffe er sich einen einfachen Austausch. Eine grössere Veranstaltung der SVP Oberägeri mit allen Kantons- und Gemeinderatskandidaten sei intern diskutiert worden, aber nicht bei allen auf Anklang gestossen. Die Kosten für den Anlass trägt Müller selbst. Die SVP übernimmt Teile seiner Wahlkampfkosten, so zum Beispiel die Plakate.

Dass mit der Aktion der Eindruck einer fragwürdigen Beeinflussung entstehe, glaubt der Kandidat nicht. «Ich hoffe nicht, dass man das als Bestechung ansieht. Ich glaube aber auch nicht, dass mich einer nur wegen einer Bratwurst und einem Bier wählt», sagt Müller.

Kein neuer Slogan

Und plant er nun, seinen Slogan «Mit Klartext für ein zukunftsorientiertes Oberägeri» durch «Mit Wurst und Bier für ein zukunftsorientiertes Oberägeri» zu ersetzen? Das dann doch nicht. Klartext sei seine Philosophie, sagt Müller, nicht um den heissen Brei zu reden sei ihm wichtig. Er möge die Konfrontation und man könne ihm offen sagen, wenn er etwas falsch mache, er sei aber auch gerne direkt in seiner Reaktion.

Der Vizepräsident der SVP Oberägeri besetzt dieses Amt seit diesem Jahr und ist auch erst seit einem Jahr Aktivmitglied der SVP.

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