Männer zücken immer öfters Handy an der Kasse
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Mit der App Twint kann man in der Stadt Zug künftig die Parkgebühren bezahlen. (Bild: zvg)

Luzerner Studie zu mobilem Bezahlen Männer zücken immer öfters Handy an der Kasse

2 min Lesezeit 06.11.2018, 04:41 Uhr

Ob den Einkauf an der Kasse oder ein Bier unter Freunden: Immer öfters zahlen Schweizer mit Smartphone und Bezahl-App. Das zeigt eine Studie der Hochschule Luzern. Rund zwei Drittel der Nutzer sind Männer. Doch nicht alle, die sich dafür interessieren, zahlen auch tatsächlich mobil.

Immer mehr Schweizer bezahlen mobil: Die Zahl der Nutzer hat sich in einem Jahr verdoppelt, jene der Transaktionen verdreifacht. Das zeigt eine Studie des Instituts für Finanzdienstleistungen Zug IFZ der Hochschule Luzern.

Ob an der Kasse, unter Freunden oder im Online-Shop: Mobiles Bezahlen mittels Smartphone und Bezahl-App ist heute vielerorts möglich. Mit monatlich etwa 1,75 Millionen Transaktionen (davon rund 1 Million über Twint) und einem Marktanteil von 0,5 Prozent ist das mobile Bezahlen zwar noch immer eine Nische, holt aber auf, wie die Hochschule Luzern mitteilt.

65 Millionen Franken in einem Monat

«Mobile Payment hat nun einen gewissen Reifegrad erreicht und dürfte zukünftig stark an Bedeutung gewinnen», wird Studienautor Andreas Dietrich von der Hochschule Luzern in einer Mitteilung zitiert. Für die Studie wurden Daten der Schweizerischen Nationalbank, des Bundesamtes für Statistik und anonymisierte Daten der Schweizer Bezahl-App Twint ausgewertet.

Im Oktober 2018 wurde über den Marktführer Twint mehr als eine Million Transaktionen mit einem Volumen von 65 Millionen Franken getätigt. Das ist nahezu eine Verdreifachung des Volumens gegenüber dem Vorjahresmonat. Wie stark die Zahlen wachsen, zeigt auch die Zahl der Anmeldungen. Waren es im August 2017 noch eine halbe Millione, die beim Marktführer Twint registriert waren, sind es inzwischen über eine Million. Allerdings heisst das noch nicht automatisch, dass sie die App auch nutzen. Ein Drittel aller Bestandskunden habe in den ersten zehn Monaten 2018 noch keine Transaktion getätigt.

Wofür das Geld genutzt wird

Besonders häufig wird Geld von einem Nutzer zum Anderen übertragen, nämlich in 47 Prozent der Fälle. 39 Prozent der Transaktionen waren Zahlungen vor Ort an der Ladenkasse, 14 Prozent können dem Onlinehandel zugeordnet werden. Die durchschnittlichen Beträge variieren sehr stark. Während an der Ladenkasse im Schnitt für 28 Franken bezahlt wird, liegen sie bei Überweisungen an eine Person (78 Franken) sowie im E-Commerce-Bereich (117 Franken) deutlich höher.

Die Kundenanalyse zeigt laut der Mitteilung weiter, dass Mobile Payment derzeit überproportional stark von Männern genutzt wird. «Dies ist ein typisches Phänomen des Adoptions-Verhaltens bei technologischen Innovationen», sagt Andreas Dietrich. 34 Prozent aller Mobile Payment-Nutzer sind weiblich. Anders als man vielleicht erwarten würde, ist mobiles Zahlen nicht ausschliesslich bei Jungen ein Thema. Die derzeit wichtigste Nutzergruppe sei zwischen 30 und 40 Jahre alt (Anteil von 26 Prozent). Die Gruppe der 20 bis 30-Jährigen ist mit einem Anteil von 24 Prozent vertreten.

Über die weitere Entwicklung von Mobile Payment würden nun die Konsumenten sowie die Händler als Anbieter an der Verkaufsstelle entscheiden, glauben die Studienautoren. Sie rechnen mit bis zu monatlich 5,7 Millionen Transaktionen per Smartphone im Jahr 2020. «Je schneller und besser die Produkte weiterentwickelt werden und je höher der Mehrwert für die Nutzer ist, desto schneller erreicht Mobile Payment den Durchbruch.»

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