LZ Medien spannen zusammen – drei Mitarbeiter müssen gehen
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Tele 1 erhält ab September einen neuen Chefredaktor. (Bild: zvg / NZZ-Gruppe)

Luzern: Tele 1 und Radio Pilatus unter einem Dach LZ Medien spannen zusammen – drei Mitarbeiter müssen gehen

3 min Lesezeit 31.08.2017, 11:20 Uhr

Der Redaktionsleiter von Radio Pilatus, Matthias Oetterli, übernimmt Anfang September zusätzlich die Redaktionsleitung des Zentralschweizer Fernsehens Tele 1. Mit dem neu geschaffenen Titel «Leiter Redaktion elektronische Medien Zentralschweiz» übernimmt der 40-Jährige die Verantwortung für beide Redaktionen. Drei Mitarbeiter müssen gehen.

Per 1. September wird Matthias Oetterli «Leiter Redaktion elektronische Medien Zentralschweiz» und übernimmt damit die redaktionelle Verantwortung für Radio Pilatus und Tele 1. Er übernimmt Anfang September zusätzlich die Redaktionsleitung des Zentralschweizer Fernsehens Tele 1.

Laut Medienjournalist Nick Lüthi kommt es aber nicht nur zu einem Umbau und einer Zusammenlegung der Redaktionsleitungen, sondern auch zu Entlassungen. Drei Personen müssten gehen, schreibt er auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

Konzessionsauftrag nicht gefährdet

Tatsächlich kommt es zu Entlassungen, wie Joachim Freiberg, Leiter elektronische Medien Zentralschweiz, bestätigt: «Im Zusammenhang mit diesen organisatorischen Anpassungen mussten wir uns von drei Personen aus Technik und Redaktion trennen, zwei bei Radio Pilatus und einer bei Tele 1.»

«Die Charakteristika der unterschiedlichen Medien bleiben erhalten.»

Matthias Oetterli, Redaktionsleiter Radio Pilatus und Tele 1

Drohen mit der Zusammenlegung keine Kürzungen der Konzessionsbeiträge des Bundesamtes für Kommunikation? «Der Konzessionsauftrag ist durch diese Zusammenlegung nicht gefährdet», so Freiberg. Die Planung und organisatorische Führung erfolge zwar aus einer Hand, die Verantwortung für die inhaltliche Gestaltung bleibe aber verteilt. «So stellen wir sicher, dass die Konzessionsgelder ausschliesslich in das Programm von Tele 1 fliessen.»

Ein redaktioneller Einheitsbrei drohe nicht: «Die Charakteristika der unterschiedlichen Medien bleiben erhalten. Nicht jedes Thema macht auf jedem Kanal Sinn», erklärt der neue Chefredaktor für beide Medien. Vielmehr werde jedes Thema für jeden Kanal so aufbereitet, dass wir die Stärken des Mediums nutzen können, so Oetterli.

Keine Angst vor Überlastung

Zur Person Matthias Oetterli

Der neue gemeinsame Leiter Matthias Oetterli kam nach Erwerb des Primarlehrerdiploms im Jahr 2001 als Volontär zum Radiosender. Im darauffolgenden Jahr begann er als Redaktor, 2004 wurde er stellvertretender Redaktionsleiter und im November 2009 schliesslich Redaktionsleiter von Radio Pilatus.

Der 40-Jährige studiert berufsbegleitend Rechtswissenschaften an der Universität Luzern und hat 2008 am Medienausbildungszentrum MAZ die Diplomausbildung Journalismus abgeschlossen. Bei Tele 1 folgt Matthias Oetterli auf Adriano Gerussi, der den Sender nach zehn Jahren auf eigenen Wunsch verlassen hat.

Mit der Zusammenlegung der Chefredaktion erhofft man sich Synergieeffekte in der Planung, der Führung, im Coaching, aber auch im Beschaffen von Material. «Wir erhoffen uns klar mehr Effizienz durch vereinfachte Struktur. Es wird planerisch und organisatorisch viel einfacher.»

Oetterli übernimmt eine Doppelfunktion – was ihn nicht ins Schwitzen bringt: «Nein, ich fürchte mich nicht vor einer Überlastung. Im Gegenteil: Ich freue mich sehr darauf! Die beiden Teams werden künftig organisatorisch und planerisch aus einer Hand geführt.» Oetterli studiert gleichzeitig berufsbegleitend an der Universität Luzern an der rechtswissenschaftlichen Fakultät. «Das Studium ist für mich sekundär. Das war auch bisher so. Die Leitung der Redaktionen hat Vorrang. Im nächsten Semester stelle ich das Studium noch stärker zurück.»

Programmentwicklung noch offen

Wie Oetterli das Programm von Tele 1 entwickeln will, steht noch nicht fest: « In erster Linie geht es jetzt darum, die Strukturen zu gestalten und parallel den operativen Betrieb weiterzuführen. Sobald die Strukturen gesetzt sind, unterhalten wir uns über die Programmweiterentwicklung.»

Bei der Besetzung von Oetterli handle es sich keinesfalls um eine Notlösung nach den zahlreichen Wechseln in der Leitung von Tele 1: «Der Konvergenzprozess wurde bereits vor einem Jahr angestossen. Die gemeinsame Leitung ist ein folgerichtiger Schritt und Matthias Oetterli für diese Aufgabe genau die richtige Besetzung», erklärt Joachim Freiberg.

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