Luzerns Sportvereine fordern weitere Lockerungen der Coronamassnahmen
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Luzerns Sportvereine wünschen sich Lockerungen.

Umfrage zeigt Wünsche auf Luzerns Sportvereine fordern weitere Lockerungen der Coronamassnahmen

4 min Lesezeit 28.04.2021, 14:25 Uhr

Die zahlreichen Sportvereine im Kanton Luzern fordern sanfte Lockerungen der bestehenden Coronamassnahmen. Dies zeigt eine Umfrage der IG Sport zu den Auswirkungen auf das Vereinsleben. Zwar seien die Vereine bisher mehrheitlich gut durch die Krise gekommen, nicht wenige mussten jedoch eine Abnahme der Mitgliederzahl hinnehmen.

Vereine gelten als eine der tragenden Stützen unserer Gesellschaft. Luzern gilt als regelrechtes Eldorado des Vereinslebens (zentralplus berichtete). Alleine schon rund 1400 Sportvereine sind im Kanton aktiv. Wobei, das ist die Krux an der Sache: Viele von ihnen können derzeit gar nicht oder nur eingeschränkt aktiv sein. Die Gründe sind bekannt: die Covid-19-Pandemie und die Massnahmen zu deren Bekämpfung.

Die IG Sport Luzern hat nun eine Umfrage unter den Sportvereinen durchgeführt mit Fragen zu den Auswirkungen der Schutzmassnahmen auf ihr Vereinsleben. Aus den Rückmeldungen geht hervor, dass die Vereine eine rasche Reaktivierung fordern, um weitere Schäden abzuhalten, wie die IG Sport mitteilt.

Regierung wird angeschrieben

Eine klare Mehrheit jener Vereine, die an der Umfrage teilnahm, fordert die IG Sport explizit auf, sich für weitere Lockerungen der Coronamassnahmen für Sportvereine und Sportanbieter einzusetzen. «Die IG Sport Luzern wird diese Aufforderung in den kommenden Tagen in die Tat umsetzen», heisst es in der Mitteilung weiter.

Dies soll unter anderem mit einem Schreiben an den Luzerner Regierungsrat erwirkt werden. Die Luzerner Regierung soll darin aufgefordert werden, sich beim Bundesrat für weitere sanfte Lockerungen im Breitensport einzusetzen. Konkret: Sportarten mit Körperkontakt sollen ihren Trainingsbetrieb wieder in gewohntem Rahmen aufnehmen dürfen.

Zur Erinnerung: Für Erwachsene mit Jahrgang 2000 oder älter gilt beim Sport derzeit Folgendes:

Sport in Innenräumen:

  • Kontaktsportarten (z. B. Kampfsport, Eishockey, Fussball) sind verboten.
  • In allen anderen Sportarten sind Trainings und Wettkämpfe ohne Publikum mit maximal 15 Personen erlaubt, wenn eine Maske getragen und der Abstand eingehalten wird.

Sport im Freien:

  • In Kontaktsportarten sind Trainings und Wettkämpfe ohne Publikum mit bis zu 15 Personen erlaubt, wenn alle eine Maske tragen.
  • In allen anderen Sportarten sind Trainings und Wettkämpfe ohne Publikum mit maximal 15 Personen erlaubt, wenn eine Maske getragen oder der Abstand eingehalten wird.

Junioren: Wettkämpfe vor Publikum

Bei den jüngeren Sportlerinnen gilt derzeit, dass Trainings zwar ohne Einschränkungen erlaubt sind, Wettkämpfe jedoch ohne Publikum stattfinden müssen. Auch bei diesem Punkt wünschen sich die Luzerner Vereine Lockerungen: So sollen Juniorenwettkämpfe wieder vor einer begrenzten Anzahl von Zuschauern stattfinden dürfen.

Dies auch, weil viele der jüngsten Sportler bei der Ausübung ihres Hobbys noch auf die Begleitung von oder den Transport durch ihre Eltern angewiesen sind. «Diese Massnahme würde auch die Vereinsfunktionäre spürbar entlasten», fasst die IG Sport die Stimmen der Vereine zusammen.

Nächster Schritt: Aufhebung des Körperkontaktverbots

Die IG Sport blickt derweil bereits auf die nächsten möglichen Lockerungsschritte. «Sollten sich diese Lockerungen nicht markant negativ auf die Fallzahlen auswirken, wird sich der Vorstand der IG Sport Luzern überlegen, sich in einer nächsten Phase für die Aufhebung des Körperkontaktverbots im Mannschaftssport einzusetzen», heisst es in der Mitteilung. Dies, damit der Meisterschaftsbetrieb im Fussball, Handball, Basketball oder Volleyball wieder aufgenommen oder fortgeführt werden kann.

Um ihrem Anliegen mehr Gewicht zu verleihen, soll in den nächsten Wochen eine Info- und Werbekampagne zur Wiederaktivierung des Vereinslebens lanciert werden. Die Kampagne will diverse Vereine näher vorstellen und Spots und Kurzfilme sollen die Luzerner Breitensportler animieren, wieder aktiv zu werden und ihren Vereinen treu zu bleiben.

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Befürchteter Mitgliederschwund nicht eingetroffen

Letzterer Punkt kommt nicht von ungefähr. 34 Prozent der Vereine, die an der Umfrage teilnahmen, mussten im vergangenen Jahr eine Abnahme der Mitgliederzahl hinnehmen, wie die Resultate der Umfrage zeigen. Ein befürchteter massiver Rückgang der Mitgliederzahlen durch den langen Lockdown (respektive durch das mehrheitliche Sport- und Trainingsverbot) sei in den Vereinen in den letzten 12 Monaten jedoch nicht feststellbar.

Auch finanziell sind die Vereine bisher gut durch die Krise gekommen, zeigt die Auswertung der Umfrage. Praktisch alle Mitglieder vermochten demnach ihre Beiträge an den Verein zu bezahlen. Dies, obwohl nur eine Minderheit der Vereine die Höhe der Mitgliederbeiträge aufgrund der Coronamassnahmen angepasst habe.

An der Umfrage haben rund 300 Vereine teilgenommen. Es ist damit keine absolut repräsentative Meinungskundgebung der Luzerner Vereinssportler, aber dennoch ein guter Pulsmesser für die Befindlichkeiten im Luzerner Sportvereinswesen.

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