Luzerns Sozialarbeiterinnen sollen entlastet werden
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Sozialarbeiter sollen weniger Fälle übernehmen müssen. (Bild: Fotolia)

Vorstösse eingereicht Luzerns Sozialarbeiterinnen sollen entlastet werden

2 min Lesezeit 18.04.2021, 18:38 Uhr

Das Personal beim Kinder- und Erwachsenenschutz sowie bei der Sozialhilfe soll erhöht werden. Das fordert die SP-Fraktion im Luzerner Stadtparlament.

Das Problem liegt auf der Hand. Je mehr Fälle ein Sozialarbeiter betreuen muss, desto weniger Betreuungszeit bleibt pro Fall. Ist die Ziffer zu hoch führt dies zwangsläufig zu einer Verschlechterung der Beratungsqualität, was sich negativ auf die soziale Situation der Betroffenen abfärbt.

Mit zwei Vorstössen verlangen Claudio Soldati und Tamara Celato namens der SP-Fraktion eine Entlastung für Sozialarbeiterinnen im Bereich der Sozialhilfe, sowie den Bereichen Kinds- und Erwachsenenschutz.

Blick auf Winterthur

Im Bereich der Sozialhilfe blicken die Postulanten auf die Stadt Winterthur. Dort reduzierte man die Anzahl zu betreuender Fälle für Sozialarbeiter von rund 140 auf 75 (für ein 100-Prozent-Pensum). Die Resultate liessen demnach aufhorchen: Netto konnten Sozialhilfegelder im Umfang von rund 1450 Franken pro Jahr und Fall gespart werden. «Hinzu kommen eine kürzere Dauer des Sozialhilfebezugs und eine höhere Sozialhilfe-Ablöse-Quote», heisst es im Postulat weiter.

In Luzern fällt die Fallbelastung bei der Sozialhilfe aktuell auf 92 Fälle bei einem 100-Prozent-Pensum aus. Die Postulantinnen bitten den Stadtrat eine «massgebliche Reduktion der Fallbelastung» zu prüfen und die notwendige Personalaufstockung «zeitnah und innerhalb maximal zweier Jahre» zu realisieren. Unter einer massgeblichen Reduktion wird eine solche um 15 bis 20 Prozent verstanden.

Vernehmlassung auf nationaler Ebene

Im gleichen Umfang sollen auch Sozialarbeiter entlastet werden, die im Kindes- und Erwachsenenschutz arbeiten. Beim Kindesschutz übernehmen diese bei einem 100-Prozent-Pensum aktuell 65 Fälle, beim Erwachsenenschutz sind es 86 Fälle.

Die Postulanten verweisen in ihrer Argumentation auf die nationale Konferenz für Kindes-und Erwachsenenschutz (Kokes). Diese hat im September 2020 eine Vernehmlassung des Dokuments «Organisation von Berufsbeistandschaften» lanciert. Darin werden beim Kindesschutz auf eine 100-Prozent-Stelle 50 bis 60 Mandate und beim Erwachsenenschutz 60 bis 70 Mandate empfohlen.

Der Stadtrat hat sich noch nicht zu den Vorstössen geäussert.

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