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Luzernerinnen stehen auf Steinzeit-Essen
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Mitinhaber Bernhard Müller (links) und Co-Geschäftsführer Gianfranco Giovanoli. (Bild: lru)

Zwischenbilanz im «Wirtshaus zum Eichhof» Luzernerinnen stehen auf Steinzeit-Essen

3 min Lesezeit 10.05.2016, 12:42 Uhr

Seit Sommer führt eine Gruppe von erfahrenen Luzerner Gastronomen das «Eichhof» bei der Brauerei. Dennoch hatten sie mit ihrem Konzept «Steinzeitfood» einen schweren Start. Jetzt geht es allerdings aufwärts. Dank dem neuen Garten – und vielen weiblichen Gästen.

Wie in der Steinzeit wird im «Wirtshaus zum Eichhof» gekocht. Soweit wie möglich verzichte man auf verarbeitete Produkte, bereite alles im Haus zu, erzählt Bernhard Müller. Der gelernte Koch, der auch das «Weisse Schloss» an der Moosstrasse führt, ist seit letztem Sommer Mitinhaber des «Eichhof». Viel Fisch, Fleisch und Gemüse komme auf den Tisch: «Wir wollen sozusagen vor die Industrialisierung zurück», sagt Müller.

Teppich und Himmelsofa im neu gemachten Garten.

Teppich und Himmelsofa im neu gemachten Garten.

(Bild: lru)

Vorgänger verschwand mit 100'000 Franken

Das «Wirtshaus zum Eichhof» gehört der benachbarten Brauerei. Bei der Wahl der Wirte hatten die Bierhersteller in der Vergangenheit allerdings kein gutes Händchen. Wirt Hardy M. verschwand vor etwas über einem Jahr mit 100'000 Franken, sein Geschäftspartner blieb auf einem Schuldenberg hocken und musste den Betrieb bald darauf schliessen. Mit Ruedi Schulthess, Martin Lehner, Bernhard Müller und Thomas Schumacher betreiben seit Juli 2015 vier erfahrene Luzerner Gastronomen das «Eichhof».

Was klingt wie der eigenartige Spleen einiger Historiker («Leben wie zu Gotthelfs Zeiten»), ist in Tat und Wahrheit ein Trend für Gesundheitsbewusste: Das Steinzeitessen enthält kaum Kohlenhydrate. «Einen Teller Pasta kann man bei uns nicht essen», sagt Müller.

Ein Restaurant ohne Teigwaren? Kann das funktionieren? Das erste halbe Jahr sei tatsächlich hart gewesen, sagt Bernhard Müller. Man habe das Restaurant innert eineinhalb Monaten eröffnet, «für Werbung blieb kaum Zeit». Auch habe es einige Zeit gebraucht, die Steinzeitgerichte «massentauglich zu machen». Und das Team um Küchenchef Stefan Ritter musste Kompromisse eingehen: «Der Schweizer will zum Salat einfach Brot essen.» Dass es dies anfangs nicht gegeben habe, habe immer wieder zu Reklamationen geführt, so Müller.

Co-Geschäftsführer Fabian Werder bereitet einen Beeren-Daiquiri zu. Der Drink kommt übrigens aus dem Spender links im Bild.

Co-Geschäftsführer Fabian Werder bereitet einen Beeren-Daiquiri zu. Der Drink kommt übrigens aus dem Spender links im Bild.

(Bild: lru)

Inzwischen gibt es Odermatt-Brot im «Eichhof», ebenso selber entwickelte Maniok-Nudeln. Seit Dezember gehe es auch mit den Gästen aufwärts. Regelmässig habe man an den Wochenenden volles Haus, so Berhard Müller, «wir müssen und können uns aber noch steigern». Die Kundschaft bestehe aus auffällig vielen Frauen, «und auch sonst haben wir viele Gäste, die auf ihre Gesundheit achten und sich fit halten».

Mitinhaber Bernhard Müller fotografiert den Drink...

Mitinhaber Bernhard Müller fotografiert den Drink…

(Bild: lru)

Zu den 100 Sitzplätzen im Restaurant kommen im Sommer nun noch rund 150 weitere im Garten hinzu. Diesen hat Bernhard Müller für rund 10’000 Franken «plus viel Arbeit» neu eingerichtet. Nicht nur das Bier der benachbarten Brauerei soll in Strömen fliessen. Auch der Zufluss zum Teich mit Plastik-Stockenten plätschert jetzt. Müller: «Das soll eine kleine Oase in der Stadt sein.»

Natürlich geht’s auch ums Geschäft. Bernhard Müller erhofft sich vom neuen Garten neue Kundschaft. Mit Anlässen wie «Eichhof Garten Remmidemmi» und «Sturmfrei @ Eichhof Garten» will er das Partyvolk anlocken. Jedes Wochenende legen DJs auf, gebookt von Ali Manouchehri vom «Schwarzen Schaf».

...während Fabian Werder einen Schluck probiert.

…während Fabian Werder einen Schluck probiert.

(Bild: lru)

Allerdings sind der Feierlaune enge zeitliche Grenzen gesetzt, wie immer an der frischen Luft. Um 22 Uhr endet die Musik, und um 24 Uhr muss der Garten schliessen und die Karawane weiterziehen. Und trotz Musik im Garten könne man auf der benachbarten Terrasse weiterhin ungestört speisen, versichert Bernhard Müller: «Die Boxen sind so eingerichtet, dass sie beim Essen nicht stören. Im Restaurant steht das Essen weiterhin im Zentrum.»

Am 20. und 21. Mai wird der Garten mit einem Fest offiziell eingeweiht. Offen ist er allerdings schon seit letzter Woche, das erste Wochenende war erfolgreich.

 

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