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Kantonale Bevölkerungsbefragung deckt Mängel auf Luzerner wollen mehr Geld für Bildung

3 min Lesezeit 04.07.2016, 10:04 Uhr

Obwohl rund 90 Prozent der Luzerner gerne im Kanton wohnen, sinkt die allgemeine Zufriedenheit. Am meisten Unzufriedenheit herrscht beim Verkehr und bei den Finanzen.

Über 90 Prozent der Luzerner Bevölkerung lebt «gern» im Kanton Luzern. Das zeigen die Resultate der Bevölkerungsbefragung von Statistik Luzern (LUSTAT). Gegenüber früheren Jahren ist dieser Anteil aber etwas zurückgegangen. Insbesondere 25- bis 54-Jährige und Personen mit hohem Bildungsniveau zeigen sich eher kritischer als früher. Die Schönheit von Region und Stadt bleibt wie in den Vorjahren die am häufigsten genannte Stärke des Kantons. Das grösste Problem wird weiterhin im Verkehr gesehen.

Verkehrs- und Parkplatzsituation wird bemängelt

Wie die Statistik zeigt, sind rund 2 von 3 Luzernern – etwas weniger als in den Vorjahren – mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und -anbindungen wie auch mit dem Strassennetz im Kanton zufrieden. Das Parkplatzangebot im öffentlichen Raum stellt wie in den früheren Befragungen lediglich etwas mehr als jede dritte Person zufrieden.

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Fast 80 Prozent fühlen sich auch Nachts sicher

Fast 80 Prozent der Stadtluzerner fühlen sich auch nachts sicher. Kantonal gesehen sind die Resultate ähnlich. Etwa jede fünfte Person fühle sich unsicher, wenn sie nachts allein im eigenen Wohnquartier unterwegs sei, ist der Medienmitteilung von LUSTAT weiter zu entnehmen. Frauen, 65- bis 79-Jährige sowie in der Stadt Luzern oder der Agglomeration Wohnhafte fühlen sich häufiger unsicher als ihre Vergleichsgruppen.

Unzufriedenheit mit sozialen Dienstleistungen

Jeweils rund 80 Prozent sind mit der Qualität der verschiedenen Bildungsangebote im Kanton zufrieden, jedoch sinkt gemäss den Befragten die Qualität des Kindergartens, der Primar- und Sekundarschule sowie der Gymnasialstufe.

Zudem hat Luzern als Familienkanton im Vergleich zu früheren Befragungen an Attraktivität verloren: Die Unterstützung der Familien durch den Kanton und das Kinderbetreuungsangebot schätzt jeweils nur etwa die Hälfte der Bevölkerung als genügend ein.

Auch mit den Angeboten für Menschen mit Behinderung sind nur knapp 60 Prozent Luzerner zufrieden. Noch weniger finden die Massnahmen zur Existenzsicherung benachteiligter Personen und die Integration von Ausländerinnen und Ausländern zufriedenstellend. Insgesamt falle die Meinung der Bevölkerung über die sozialen Dienstleistungen etwas schlechter aus als früher, schreibt LUSTAT.

Weniger Geld für Strassen und Kultur, mehr für Bildung und Umwelt

Auch bei den Finanzen hapert es. Nur die Hälfte der Bevölkerung ist mit der Ausgabenpolitik des Kantons in den verschiedenen Bereichen einverstanden. Bei der Bildung – gefolgt vom Bereich Umwelt – verlangt die Bevölkerung am häufigsten eine Aufstockung der Ausgaben. Eine Ausgabenkürzung wird am häufigsten für den Strassenbau und die Kultur gewünscht.

Die kantonale Steuerpolitik wird von der Bevölkerung auch 2015 kritisch gesehen: Nur ein Drittel zeigen sich mit ihr zufrieden. Gegenüber den Vorjahren ist hier die Unzufriedenheit grösser geworden, ist der Statistik zu entnehmen.

Informationsweise der Regierung wird weniger gut eingestuft 

Rund 8 von 10 Personen sind mit der Qualität der medizinischen Versorgung und dem Spitex-Angebot im Kanton zufrieden. Bei 7 von 10 Luzernerinnen und Luzernern gilt das auch für das Alters- und Pflegeheim-Angebot. Die Bewertung dieser medizinischen Leistungen oder Angebote ist 2015 aber schlechter als in den Jahren zuvor.

Knapp die Hälfte der Bevölkerung zeigt sich am politischen Geschehen im Kanton Luzern interessiert; das sind etwas mehr als in früheren Jahren. 44 Prozent der Luzerner Bevölkerung finden, die Regierung informiere gut über politische Themen, wobei die Informationsweise im Vergleich zu 2009 sowie 2011 deutlich weniger gut bewertet wird.

Stadt Luzern findet Fusion positiv

Gut 6 von 10 Stadtluzerner sind mit der Fusion der Stadt Luzern mit der ehemaligen Gemeinde Littau zufrieden. Jede zweite Person findet, die ehemalige Gemeinde Littau habe stärker von der Fusion profitiert; jede dritte sieht diesen Vorteil bei der Stadt Luzern. 

Mehrheitlich ist die Stadtluzerner Bevölkerung der Meinung, dass Leistungen und Angebote der Stadt Luzern nach der erfolgten Fusion unverändert geblieben sind. Eine Ausnahme bildet die Attraktivität der Stadt für Unternehmen, welche fast die Hälfte der Bevölkerung infolge der Fusion als verbessert wahrnimmt. 

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