Luzerner Wirtinnen und Fussgänger kämpfen mit Mückenplage
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Die Luzerner wedeln im Chor: Tausende kleine Mücken plagen derzeit Passanten an der Reuss. (Bild: aar)

«Dieses Jahr ist es besonders lästig» Luzerner Wirtinnen und Fussgänger kämpfen mit Mückenplage

3 min Lesezeit 2 Kommentare 10.09.2021, 05:01 Uhr

Es wird gespuckt, mit den Händen gefuchtelt, die Maske blitzschnell wieder bis zu den Augen hinaufgezogen. Sie sind wieder da – und das in rauen Mengen. Die Mücken an der Reuss. Für die Wirte in der Luzerner Kleinstadt eine regelrechte Plage.

«Iiih, pfähhh!» – Solche Laute geben die Luzernerinnen auf der Spreuerbrücke derzeit lauthals von sich. Auch entlang des Reussstegs plagen riesige Mückenschwärme die Fussgänger von morgens bis abends. Sie hatten sich angekündigt. Bereits vor einem Monat stellte die Umweltberatung Luzern bei zentralplus beste Voraussetzungen für eine starke Mückenpopulation fest. Besonders durch den Rekordregen und die Überschwemmungen im Juli.

Nun herrscht bei den Mücken Hochkonjunktur. «Das schöne Wetter der letzten zwei Wochen war für die Mücken ideal», begründet Umweltberaterin Andrea Oelhafen.

Die sogenannten Kriebelmücken, die derzeit zu Tausenden der Reuss entlang herumschwirren, brauchen Fliessgewässer mit kühlem, sauerstoffreichem Wasser. Stimmen Sonnenscheindauer und Temperatur, «können sich diese optimal entwickeln». Zum Ärger auch der Wirte, die an der Reuss um ihre Gäste kämpfen.

Wirte helfen sich mit Anti-Mücken-Tipps aus

«Uff ja, uns bleiben die Gäste fern», nervt sich eine Mitarbeiterin des «Nix in der Laterne», auf die Mücken angesprochen. «Viele wollen derzeit noch die Spätsommersonne geniessen, aber so macht es wenig Spass.» Immerhin: «Abends ist es etwas besser, da fliegen die Mücken höher.»

Zwei Häuser weiter, im griechischen Lokal Ammos, klingt es ähnlich. Geschäftsführer Chris Kontos glaubt: «Dieses Jahr sind es mehr, hat wohl mit den klimatischen Bedingungen zu tun.» Es ist sein fünfter Sommer an der Reuss und somit nicht die erste Mückenplage: «Solche Perioden erleben wir jeden Sommer, dieses Jahr ist es aber besonders lästig.»

Trotz angenehmen Temperaturen setzen sich nachmittags nur wenig Gäste an die Reuss.

Das Geschäft werde durch die Mücken durchaus beeinflusst. Zwar schwirren die Mücken meist über dem Kopf des Gasts, sobald er sich hinsetzt. Trotzdem: «Es gibt immer wieder Gäste, denen es zu blöd ist. Sie wollen dann rein oder gehen gleich ganz.» Immerhin, witzelt Kontos, «haben die Masken nun einen doppelten Sinn!»

Wirklich etwas gegen die Mücken tun können die Wirte nicht. Kontos versucht es mit Mückenspray, den er an die Sonnenschirme spritzt. «Aber das hilft nur bedingt.»

Die Chefin des «Mardi Gras» hat ein Mittel gegen die Mücken entdeckt: Sonnenschirme.

Um die Ecke hat Simone Nacouzi, Geschäftsführerin des Cafés Mardi Gras, einen anderen Tipp auf Lager: den «Sonnenschirm-Trick». Klingt simpel – und das ist er auch. «Mir wurde geraten, die Sonnenschirme aufzuspannen, dann bleiben die Gäste darunter von den Mücken verschont.» Das klappe tatsächlich. Denn auch Nacouzi hält die Mücken diesen Sommer für lästiger. «Dass sie bis zu uns an die Burgerstrasse schwirren, habe ich sonst nie erlebt.»

Ist das Hochwasser schuld an der Mückenplage?

Den Eindruck der Wirte, dass es heuer besonders viele Mücken hat, kann die Umweltberatung Luzern so nicht bestätigen. Umweltberaterin Oelhafen beobachtet aber, «dass an Stellen, wo das Wasser lange gestanden ist, sich Mückenpopulationen gut entwickeln können». Besonders auf landwirtschaftlichen Flächen.

Dort handelt es sich aber um «Überschwemmungsmücken», die an der Reuss nicht anzutreffen seien. Dazu gehört beispielsweise die Rheinschnake. «Diese legen ihre Eier in den Boden, wo sie dann viele Jahre überdauern und erst bei einer Überflutung Larven schlüpfen.» Sie haben also vom Rekordregen und den Überschwemmungen profitiert.

Nicht so die Mücken an der Reuss. Diese sind, unabhängig vom nassen Sommer, gerade zu Tausenden geschlüpft. Und segnen schon bald wieder das Zeitliche: «Mit den kühler werdenden Temperaturen nimmt die Aktivität der Mücken ab. In der Literatur wird von einer Temperatur unter 10 Grad Celsius gesprochen», so Oelhafen. Wird diese erreicht, sterben die männlichen Mücken ab. Die Weibchen können als adulte Tiere überwintern.

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2 Kommentare
  1. Rene pauls, 10.09.2021, 14:23 Uhr

    … hab mich heute morgen gefragt wann der artikel dieses jahr kommt…..

    1 👍 Gefällt mir 0 👏 Applaus 0 🤔 Nachdenklich 0 👎 Daumen runter
  2. Müller, 10.09.2021, 09:33 Uhr

    ist ja schon komisch, warum wird nicht Frühzeitig gesprüht bevor die Plage Explodiert in D und anderswo geht es ja auch aber hier CH

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