Luzerner Volksschulen sollen mehr auf politische Bildung setzen
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Wie kann der Stadtrat die politische Bildung an Volksschulen stärken? (Symbolbild: Unsplash/Jeswin Thomas)

Breit abgestützter Vorstoss Luzerner Volksschulen sollen mehr auf politische Bildung setzen

3 min Lesezeit 5 Kommentare 10.05.2021, 17:50 Uhr

Die Luzerner Volksschulen sollen Schülern die Politik näher bringen, sind sich Stadtluzerner Grossstadträte von FDP, Junge Grüne, SP und SVP einig. Die Volksschule sollte ein Ort sein, an dem sich Schülerinnen an das politische System herantasten können – und ihre eigenen Meinungen formen.

Die politische Bildung sollte bewirken, dass man die Hintergründe und die grundlegenden Partizipationsmöglichkeiten innerhalb des Schweizer Politsystems kennenlerne. «Nur so kann vom gewährleisteten Mitspracherecht optimal Gebrauch gemacht werden», schreibt der Luzerner FDP-Grossstadtrat Marco Baumann in einem Vorstoss, der von Parlamentarierinnen und Parlamentariern von den Jungen Grünen, SP und SVP unterzeichnet wurde. «Der Lehrplan 21 gibt diesem wichtigen Anliegen jedoch zu wenig Gewicht», schreiben Marco Baumann (FDP), Irina Studhalter (Junge Grüne), Jona Studhalter (Junge Grüne), Yannick Gauch (SP), Gianluca Pardini (SP) und Patrick Zibung (SVP).

Schule soll Lernenden Politik näher bringen

Die politische Bildung in der Schule sollte den Lernenden, welche auch als Nicht-Stimmberechtigte Teil des «Volkes» sind, diese Regeln näherbringen. Von diesen jungen Menschen könne nicht erwartet werden, dass sie auf Anhieb den Aufbau des Staates, die Gewaltenteilung oder die Funktionsweise der Bundesversammlung verstehen. «Vielmehr sollte die Volksschule der Ort sein, an dem man sich an das politische System herantastet, die grundlegenden Zusammenhänge erkennt, sich für das aktuelle politische Geschehen zu interessieren beginnt, eigene Meinungen formt und Diskussions- und Argumentationserfahrungen sammelt», sind sich Baumann und die Unterzeichnenden einig.

Sie sind überzeugt: «Je mehr politische Bildung an der Volksschule, desto mehr politische Partizipation.» Die Postulanten stützen sich auf eine Umfrage der gfs.bern im Auftrag von easyvote. Demnach finden 71 Prozent der Lernenden zwischen 15 und 25 Jahren, dass der politischen Bildung eine eher grosse oder sehr grosse Wichtigkeit im Unterricht zugeschrieben werden soll. Gleichzeitig waren 49 Prozent der Meinung, dass sie im Rahmen ihrer politischen Bildung eher wenig oder gar nichts gelernt haben.

Stadtrat soll prüfen, wie politische Bildung an Schulen gestärkt wird

Die Postulantin und die Postulanten begrüssen, dass der Kanton Luzern nun die Prüfung eines Fachs «Politische Bildung» vornehme. Jedoch gebe es auch heute schon Möglichkeiten für die Volksschule der Stadt Luzern, die politische Bildung in eigener Kompetenz zu stärken. Neben dem klassischen Unterricht könne die politische Bildung auch über Diskussionsgefässe, Projektwochen, Projekttage und projektorientiertes Arbeiten gestärkt werden. Dafür würden sich Podiumsdiskussionen oder Politikwochen eignen. Auch könnten proaktiv Jungpolitikerinnen sowie Vertretungen von Jugendparlamenten in den Unterricht eingeladen werden.

Mit dem Vorstoss bitten sie den Stadtrat zu prüfen, wie die politische Bildung im Volksschulangebot der Stadt Luzern gestärkt werden kann. Dabei sollen auch Angebote von Organisationen geprüft werden, welche Schulen und Lehrerinnen darin unterstützen, Projektarbeiten in der politischen Bildung durchzuführen.

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5 Kommentare
  1. Fränzi, 11.05.2021, 10:15 Uhr

    Eine eigene Meinung bilden zu können ist da A und O im Leben. Wenn man dann Algebra im Job braucht, kann man das immer noch lernen. Wie man mit Leuten umgeht und durchs Leben geht ist viel wichtiger und bringt einem weiter im Leben.

  2. Kurt Flury, 10.05.2021, 19:24 Uhr

    Wie Bitte? Politische Indoktrination (Erziehung zur richtigen Gesinnung) soll jetzt ein offizielles Schulfach werden? Kennt man schon die Ausrichtung oder ändert sich die im Turnus von Jahr zu Jahr, damit die Hirnwäsche ausgewogen erfolgen kann?

    1. Marc Wieser, 10.05.2021, 20:16 Uhr

      Haben Sie den Bericht überhaupt gelesen? Ist Ihnen aufgefallen, welche Parteien den Vorstoss lanciert haben? Welche „Gesinnung“ orten Sie diesen Parteien zu?

  3. Peter Bitterli, 10.05.2021, 19:20 Uhr

    Das resultiert maximalst im üblichen Müll: Bundesräte aufzählen, Parteienkürzel runterbeten. Vollkommen sinnlos.

    1. Marc Wieser, 10.05.2021, 20:13 Uhr

      Ihrem Kommentar kann ich entnehmen, dass auch an Ihnen die Bildung relativ sinn- und spurlos vorübergegangen ist.

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