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Luzerner vertickten 66 Kilo Marihuana
  • Gesellschaft
Hier wurde das Marihuana angebaut: die Lagerhalle im Luzerner Seetal. (Bild: bic)

Mit Hanf-Indooranlage marode Firma finanziert Luzerner vertickten 66 Kilo Marihuana

2 min Lesezeit 07.11.2017, 00:03 Uhr

In einer Lagerhalle im Luzerner Seetal haben zwei Männer in grossem Stil Hanf angebaut. Sie verdienten damit fast eine halbe Million Franken. Einer von ihnen wurde nun vom Luzerner Kriminalgericht verurteilt. Der andere verstarb noch vor der Eröffnung des Verfahrens.

Die Lagerhalle im Luzerner Seetal scheint zwar noch nicht komplett verwaist. Doch die Lastwagen, die vor und in der Halle parkiert sind, machen nicht den Eindruck, dass sie oft in Betrieb stehen würden. Tatsächlich ging die hier einquartierte Transportfirma im letzten Jahr Konkurs. Der Dunst, der über dem Areal liegt, wird sich aber wohl nicht so schnell verziehen.

815 Hanfpflanzen

Denn es waren längst nicht nur Lastwagen, die hier ab 2013 einquartiert waren. Während gut zwei Jahren mussten sich die Fahrzeuge ihr Zuhause mit 815 Hanfpflanzen teilen. Die riesige Indooranlage wurde im Mai 2015 von der Polizei ausgehoben. Einer der Betreiber wurde nun rechtskräftig verurteilt.

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Betrieben wurde die Plantage von zwei im Kanton Luzern wohnhaften Schweizern. Der Mann, der die Anlage aufgebaut und zuerst in Eigenregie betrieben hatte, verstarb, noch bevor die Pflanzen von der Polizei konfisziert wurden. Sein Partner, der erst später dazustiess, betrieb die Plantage anschliessend bis zu deren Aushebung durch die Polizei alleine weiter.

460’000 Franken Marktwert

Insgesamt wurden über den ganzen Zeitraum knapp 75 Kilogramm Marihuana produziert und geerntet. Der grösste Teil davon, gut 66 Kilo, wurde verkauft. Der Marktwert der verkauften Menge liegt bei gut 460’000 Franken, wie dem Urteil des Kriminalgerichts zu entnehmen ist.

Von dieser Summe erhielt der verurteilte Hanfbauer insgesamt zwischen 120’000 und 175’000 Franken. Den Rest behielt der zwischenzeitlich verstorbene Strippenzieher.

Hypothekarzins und marode Firma finanziert

Mit dem erwirtschafteten Geld finanzierte der Verurteilte die Hypothekarzinsen seiner Geschäftsliegenschaft, wie er im Zuge des Gerichtsverfahrens zugab. Zudem wurde damit auch seine finanziell angeschlagene Transportfirma am Leben erhalten, vermutet das Kriminalgericht in seinem Urteil.

Indem der Verurteilte seinen Gewinn in seine marode Firma und in die Liegenschaft gepumpt hatte, machte er sich nebst bandenmässigen Anbaus und Handels mit Marihuana zusätzlich der Geldwäscherei schuldig, befand das Kriminalgericht.

Der 62-Jährige wurde zu einer bedingten 20-monatigen Freiheitsstrafe und einer Busse von 50 Tagessätzen à 30 Franken verurteilt. Der Staat verlangt eine Ersatzforderung von 20’000 Franken zurück. Zudem muss der Mann die Verfahrenskosten von gut 12’000 Franken berappen.

 

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