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Luzerner Student revolutioniert die Güselabfuhr
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Eine intelligente Kamera soll die Route der Güselabfuhr verbessern. (Bild: zVg/Schwendimann AG)

Weniger Leerfahrten Luzerner Student revolutioniert die Güselabfuhr

2 min Lesezeit 09.10.2019, 12:20 Uhr

Für seine Master-Arbeit hat der Informatik-Absolvent der Hochschule Luzern eine Künstliche Intelligenz (KI) darauf trainiert, Güselsäcke zu zählen. Das schlaue System wird nun eingesetzt, um die Sammelrouten der Müllabfuhr zu optimieren.

Das sogenannte neuronale Netzwerk, das David Jenni dafür einsetzte, funktioniert ähnlich wie Googles Bilderkennungs-Programm. «Je mehr Bilder ein neuronales Netzwerk als Datenbasis zur Verfügung hat, desto besser erkennt es Objekte aus allen möglichen Winkeln», wird der gebürtige Sempacher in einer Medienmitteilung der Hochschule Luzern zitiert.

Als «Trainings»-Basis nutzte Jenni Filmaufnahmen vom Müllschacht eines Güseltransporters. Die Bilder lieferte der Abfallentsorger Schwendimann AG – insgesamt mehrere Hundert Stunden Material von verschiedenen Abfallsammel-Touren.

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Die Zahlen, die das System liefert, sind Gold wert. Werden nun von Forschenden der Universität Freiburg genutzt, um herauszufinden, wann und vor allem wo die Güselabfuhr idealerweise den Abfall abholen sollte.

«Heute hält ein 25-Tonnen-Laster unter Umständen für einen einzelnen Müllsack und fährt dann wieder los», sagt Wirtschaftsinformatiker Reinhard Bürgy, der die heute für seine Forschungen KI nutzt. «Das braucht das unnötig viel Energie.»

Die Bewohnerinnen und Bewohner einer Nachbarschaft sollten ihren Müll daher idealerweise zu einem einzigen Sammelpunkt bringen, wobei die Sammelrouten möglichst kurz sein sollten, so Bürgy. Die Lastwagen der Kehrrichtabfuhr müssten dann weniger oft anhalten. «Das spart Treibstoff – was letztlich weniger Abgase und tiefere Kosten bedeutet.»

Frischer Wind in konservativer Branche

Die optimierten Routen und die Sammelpunkte sind ein wichtiger Bestandteil eines gemeinsamen Innosuisse-Forschungsprojekts der Universität Fribourg und der Schwendimann AG. Daneben wird auch getestet, ob sich in Quartieren mit wenig Abfall der Einsatz kleiner, flinker Elektrofahrzeuge statt grosser Lastwagen lohnt. Die kommunale Güselabfuhr soll dank dieser Massnahmen effizienter, nachhaltiger und für die Endkunden letztlich günstiger werden.

Der Weg bis dahin ist aber noch lang, wie Manuel Wyss, Projektleiter bei Schwendimann AG sagt. «Abfall wird seit Jahrzehnten mit grossen Lastern aus den Quartieren abtransportiert.» An diesem System habe sich kaum etwas geändert. «Die Abfallentsorgung ist eine eher konservative Branche», so Wyss. «Indem wir in unserem Projekt eine zukunftsfähige Entsorgungs-Logistik gestalten, hoffen wir frischen Wind hineinzubringen.»

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