Luzerner Steuersoftware bereitet Steuerzahlern nach wie vor Schwierigkeiten
  • Wirtschaft
Trieb einige in die Verzweiflung: Die neue Steuersoftware des Kantons Luzern. (Bild: ida)

50 bis 100 Anrufe jede Woche Luzerner Steuersoftware bereitet Steuerzahlern nach wie vor Schwierigkeiten

2 min Lesezeit 3 Kommentare 10.06.2021, 17:01 Uhr

Die neue Steuersoftware des Kantons Luzern verlangte schon vielen Steuerzahlerinnen einiges an Nerven ab. Zwar wurden mittlerweile viele Mängel behoben – dennoch klappt es für einige nach wie vor nicht reibungslos.

Etliche Steuerzahler waren in den vergangenen Monaten wegen der neuen Steuersoftware des Kantons Luzern entnervt. Viele hatten Mühe mit der Bedienung, bei anderen lief das Programm nicht, wie es sollte. Und wieder andere klagten, dass auch die Hotline zu wünschen übrig liesse. Die Regierung räumte ein, dass es Probleme gibt und gelobte Besserung (zentralplus berichtete).

Das ist nun rund vier Monate her. Doch einem zentralplus-Leser zufolge gibt es nach wie vor Mängel. Der Nutzer nervt sich, dass es bei der Steuersoftware immer noch hakt. Er erklärt, dass nach einem langen Ladevorgang beim Starten des Programms schliesslich eine Fehlermeldung erscheint und es danach nicht weitergehe. «Habe seitdem die Software mehrfach deinstalliert und die neuesten Versionen neu installiert. Am Betriebssystem liegt es nicht», schreibt der betroffene Steuerzahler dazu. Kein Einzelfall, wie sich auf Nachfrage von zentralplus beim Luzerner Finanzdepartement zeigt.

Bis zu 20 Anrufe am Tag

«Pro Woche nehmen zwischen 50 und 100 Personen Kontakt mit der Hotline auf, während 5’000 Steuererklärungen bei der Steuerbehörde eingehen», so die Kommunikationsverantwortliche Yasmin Kunz vom Luzerner Finanzdepartement. Dies liege aber im Rahmen der Vorjahre.

«Die Steuerdeklarationssoftware hatte tatsächlich einen holprigen Start», räumt Kunz ein. «Mit der neu aufgeschalteten Version sind die betriebsbehindernden Mängel nun behoben.» Die Angestellten beim Kundenservice könnten die geschilderten Probleme lösen. Und trotz der technischen Mängel seien bislang mehr Steuererklärungen eingegangen als am selben Tag im Vorjahr. Heuer waren es bislang 140’629, letztes Jahr waren es 137’295. Momentan liegt man also gut 2,4 Prozent über dem Wert von 2020.

Weniger Aufwand als im letzten Jahr

Für das Steuerjahr 2020 erwartet der Kanton Luzern rund 274’000 Deklarationen von natürlichen Personen. Davon sind aktuell knapp 141’000 eingegangen, was 57 Prozent entspricht. Ob es wegen der Software zu mehr Fristerstreckungen gekommen ist, kann Kunz nicht sagen, da es keine stichtagbezogenen Zahlen gebe.

Sie hält aber fest: «Erfreulicherweise haben deutlich mehr Steuerkundinnen und Steuerkunden die Steuererklärung per eFiling eingereicht. Am Stichtag verzeichneten wir 64’840 elektronische Einreichungen. Am selben Tag des Vorjahres waren es lediglich 51’992.» Gleichzeitig hätten die in Papierform eingereichten Deklarationen klar abgenommen.

«Entsprechend fällt auch weniger Aufwand beim Scan Center an, was mit Kosteneinsparungen verbunden ist», so Kunz. Bei der Steuerverwaltung habe es folglich auch keinen Mehraufwand beim Personal gegeben. Denn mit jeder digital eingereichten Steuererklärung spare der Kanton fünf Franken.

War dieser Artikel nützlich für Dich?

Ja

Nein

In diesen Artikel haben wir viel Zeit investiert. Löse ein freiwilliges Abo und hilf uns, Artikel wie diesen auch in Zukunft anzubieten.

CHF

Deine Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, musst Du auf zentralplus eingeloggt sein. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Deine Meinung ist gefragt!

3 Kommentare
  1. Estermann Peter, 12.06.2021, 11:28 Uhr

    Wie so oft, wenn die öffentliche Hand modernisiert. Die Kostenersparnis ist ziemlich einseitig. Gegenüber Kostenersparnis pro Steuererklärung von 5.- Fr der Behörden, entstehen beim Anwender ein mehrfaches an Kosten für die Anwendung. Wenn ich von einem Stundenansatz von 25.- Fr des Anwenders ausgehe, kostet die misslungene Software den Anwender das fünffache. (bei den vielen Fehlern ist eine Stunde Mehraufwand pro Steuererklärung im Durchschnitt realistisch.) Ein Paradebeispiel, aus welcher Sicht die Software entwickelt wurde.
    Ich habe in den vergangenen Jahren auch für Bekannte online Steuererklärungen erstellt. Wenn ich meinen Zeitaufwand dieses Jahr betrachte wird mir übel.
    Alle paar Tage Softwareupdate (es sind vermutlich über 30 Stück), Software mehfach installieren, Datenverluste, Druckprobleme usw. Dafür gebt es einen Namen: Bananensoftware (reift beim Kunden). Schlichtweg eine Zumutung, was uns zur Verfügung gestellt wurde.
    P. Estermann

  2. Michel von der Schwand, 11.06.2021, 07:59 Uhr

    Digital natives? Von wegen……..

  3. Ivan W, 10.06.2021, 20:44 Uhr

    Die neue Steuersoftware ist so was von bedienerunfreundlich und unübersichtlich…man sollte Geld zurückbekommen wenn man sich das angetan hat. Die alte Software war um Welten besser und einfacher auszufüllen.

Die zentralplus Redaktion wünscht Dir einen schönen Tag!

Wir möchten einfach kurz Danke sagen. Danke, dass du zentralplus liest.