Luzerner Stadtrat zeigt Heizpilzen die kalte Schulter
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Noch kann man problemlos draussen sitzen, wie etwa am Mühlenplatz, doch was geschieht im Winter? (Bild: jal)

Borgula rät zu Decken statt «Energieschleudern» Luzerner Stadtrat zeigt Heizpilzen die kalte Schulter

2 min Lesezeit 3 Kommentare 05.09.2020, 08:24 Uhr

Restaurants in Luzern möchten ihre Aussenflächen heizen dürfen, um auch im Winter Gäste im Freien zu bewirten. Der Luzerner Stadtrat Adrian Borgula äussert Bedenken – und rät zu herkömmlichen Wärmemethoden.

Wie überlebt die Gastronomie, wenn die Gäste nicht mehr lauschig draussen sitzen können, sondern temperaturbedingt ausbleiben? Diese Frage treibt nicht nur die Branche um, sondern auch die Politik.

In der Stadt Luzern hat der Gastroverband das Thema diese Woche aufs Tapet gebracht. Er fordert, dass Heizungen im Freien temporär erlaubt werden – etwas, das seit 2019 verboten ist (zentralplus berichtete). Die SVP hat dazu im Kantonsrat einen dringlichen Vorstoss eingereicht, ebenso im Luzerner Stadtparlament.

Beim möglichen Comeback der Heizpilze wird es aber nicht allen warm ums Herz. «Es gibt wohl kaum eine offensichtlichere Energieverschwendung, als mit Brennstoff draussen kalte Luft zu wärmen, und es wäre falsch, dieses Verbot bei der erst besten Gelegenheit zu lockern», sagt der Luzerner Stadtrat Adrian Borgula (Grüne) gegenüber der «Luzerner Zeitung».

Schaffelle statt Heizpilze

Der Umwelt- und Mobilitätsdirektor beurteilt auch «klimafreundlichere» Varianten, beispielsweise mit Solarstrom betriebenen Heizungen, kritisch. Er plädiert anstattdessen dafür, dass Gastrobetriebe ihren Gästen Decken oder Schaffelle zur Verfügung stellen.

Beim Quartierverein Hirschmatt-Neustadt und beim Quartierverein Altstadt lösen die Heizpilze als «wahre Energieschleudern» auch keine Euphorie aus. Vor Beschwerden wegen Lärm haben die Quartiere laut LZ indes keine Angst.

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3 Kommentare
  1. Margarita, 05.09.2020, 15:46 Uhr

    Was ist mit Pellets? Das wurde im Artikel nicht besprochen.

  2. Robert Casagrande, 05.09.2020, 13:44 Uhr

    Es ist wirklich fraglich ob man Heizpilze einsetzen soll. Sicher nicht auf der ganzen Fläche. Vereinzelt kann es Sinn machen. Meine Meinung ist aber seit Jahren, dass zum Beispiel unter der Egg, wo man unter den Arkaden die Möglichkeit hat im Winter zu verglasen dies tun sollte. Analog der Bistros in Paris. Es wäre dann Wind und Wettergeschützt und mit einer kleinen Elektroheizung wäre der ganze Raum in einer angenehmen Temperatur. Dies würde Luzern und die Reuss im Winter attraktiveren. Bestimmt gäbe es noch andere Orte Menschen glücklich zu machen. Robert Casagrande. Ehrenpräsident QV Altstadt

    1. CScherrer, 07.09.2020, 11:12 Uhr

      Schliesse mich dieser Meinung an. Die Idee der Verglasung finde ich sehr prüfenswert. Die Heizpilze führen nur zu einer weiteren Verschandeldung dieser Stadt und bei den milden Winter ist tatsächlich zu überlegen, ob Wolldecken nicht ausreichen würden. Es ist sicherlich eine gewisse Kreativität und das Wollen gefordert, um der Branche zu helfen. Könnte allenfalls auch zu einer weiteren Belebung der Altstadt im Winter führen. Das wäre dann in erster Linie gut für die Stadtluzerner.

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