Luzerner Stadtrat kauft Grundstück für 25 Millionen
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Das Gebäude mit der «Grottino 1313» wurde von der Stadt Luzern gekauft. (Bild: zvg)

Das Restaurant Grottino befindet sich auf Areal Luzerner Stadtrat kauft Grundstück für 25 Millionen

3 min Lesezeit 1 Kommentar 23.11.2018, 12:36 Uhr

Der Stadtrat hat an der Industriestrasse 5/7 ein Areal für rund 25 Millionen Franken erworben. Es handelt sich dabei um drei Grundstücke an zentraler Lage des Quartiers. Der Kauf ermöglicht es der Stadt, aktiv auf die weitere Entwicklung des Quartiers Einfluss zu nehmen.

Das rund 3’000 Quadratmeter grosse Areal Industriestrasse 5/7 gehörte der Peter Bürki AG Immobilien und Beteiligungen. Unter anderem befinden sich auf den drei Grundstücken ein Lagerhaus und eine Eckliegenschaft mit dem Restaurant Grottino. Das Areal befindet sich in der Wohn- und Arbeitszone.

Aus Verbundenheit zu Luzern habe Peter Bürki der Stadt vor einer öffentlichen Ausschreibung des Areals am Markt ein exklusives Kaufangebot offeriert, teilt die Stadt mit. Am Ende der Verhandlungen haben sich Peter Bürki und die Stadt auf einen Kaufpreis von 25,2 Millionen Franken geeinigt. 

«Dass Herr Bürki auf uns zukam, hat sich als Glücksfall herausgestellt. Ich habe hohe Achtung vor diesem Schritt.» Jost bekräftigt, dass der Kaufpreis keinesfalls zu hoch ist. «Es hat kein Wettbieten um das Areal stattgefunden», erklärt Baudirektorin Manuela Jost, «der Markt hätte wohl mehr hergegeben.»

Potenzial für die Stadtentwicklung

Das Areal befindet sich an zentraler Stadtlage in einem Quartier im Umbruch. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich das städtische Areal, auf dem die Kooperation Industriestrasse bis 2025 zirka 160 Wohnungen und 200 Arbeitsplätze schaffen will. Gleichzeitig sollen auf dem gegenüberliegenden Areal Flächen für die EWL (Energie Wasser Luzern), Feuerwehr, Rettungsdienst und Zivilschutz sowie Wohn- und Büroflächen entstehen. Diese Entwicklungen werden den Charakter des Quartiers stark verändern.

Mit dem Erwerb des Areals erhalte die Stadt die Möglichkeit, die Entwicklung des Quartiers weiter aktiv zu beeinflussen, heisst es in einer Mitteilung. «Durch die Innenstadtlage und die Zuordnung zur Wohn- und Arbeitszone bietet das Areal die Chance, ein vielfältiges Wohnraumangebot und attraktive Arbeitsplätze im Dienstleistungsbereich zu realisieren.»

Da bis etwa 2025 die Entwicklung der Kooperation Industriestrasse abgeschlossen und jene des EWL-Areals absehbar sein wird, plant der Stadtrat auf diesen Zeitpunkt hin eine Objektstrategie zu erarbeiten und gegen Ende des nächsten Jahrzehnts umzusetzen. Bis dahin soll die heutige Nutzung mit den bestehenden Mietverhältnissen beibehalten werden.

Das vom Stadtrat erworbene Areal befindet sich an der Industriestrasse 5/7

Das vom Stadtrat erworbene Areal befindet sich an der Industriestrasse 5/7

Den Lebensraum gestalten

Im November 2017 hat die Stadtluzerner Stimmbevölkerung einer Änderung der Gemeindeordnung zugestimmt und somit dafür gesorgt, dass der Stadtrat seit Januar 2018 Grundstücke bis zu einem Wert von 30 Millionen Franken in eigener Kompetenz erwerben darf. Dank des gezielten Kaufens und Bewirtschaftens von Grundstücken wolle der Stadtrat langfristig die Stadtentwicklung beeinflussen, «den Lebensraum gestalten und unerwünschten Entwicklungen entgegenwirken», teilt er mit.

In einem Bericht ans Parlament zeigt der Stadtrat auf, nach welchen Grundsätzen er bei künftigen Erwerben von Grundstücken vorgehen wird und welche Ziele er mit welchen Massnahmen erreichen will. Der Grosse Stadtrat wird den Bericht voraussichtlich am 20. Dezember 2018 beraten.

«Meilenstein in aktiver Bodenpolitik»

Wie die Grünen in einer Medienmitteilung schreiben, begrüssen sie den Kauf des Areals durch den Stadtrat: «Der Stadtrat beweist mit dem Kauf eines grösseren Grundstücks, dass er eine aktive Bodenpolitik verfolgt.» Die damit verbundenen Spielräume im Entwicklungsgebiet, begrüsst besonders Fraktionschefin Korintha Bärtsch: «Die Landreserve ermöglicht es der Stadt, das Entwicklungsgebiet Industriestrasse aktiv mitzugestalten.»

Je nach Bedarf könne der erworbene Boden für zahlbaren Wohn-, Gewerbe-, Schulraum- oder Park eingesetzt werden.  

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1 Kommentare
  1. David Lehner, 25.11.2018, 15:53 Uhr

    Sehr schön.
    Gut, dass die Stadt nun wieder etwas Handlungsspielraum bekommt, was die Bau- und Bodenpolitik angeht.
    Gut auch, dass das Land zu einem vertretbaren Preis angeboten wurde.

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