Luzerner Schleckmäuler dürfen sich freuen: 2017 war ein gutes Honigjahr
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Akut gefährdet: Die Sauerbrut bedroht die Zentralschweizer Honigbienen. (Bild: Fotolia/Pakhnyushchyy)

Trotz Kälte im Frühling Luzerner Schleckmäuler dürfen sich freuen: 2017 war ein gutes Honigjahr

2 min Lesezeit 04.11.2017, 09:37 Uhr

Dieses Jahr konnte im Kanton Luzern weniger Blütenhonig geerntet werden: Schuld war die Kälteperiode im Frühling. Trotzdem war 2017 unter dem Strich ein gutes Honigjahr – dank Blattläusen und schönem Wetter in der zweiten Jahreshälfte.

Das schöne Wetter und die feuchten Luftverhältnisse haben den Luzerner Imkern dieses Jahr eine prächtige Honigernte beschert, berichtet die «Luzerner Zeitung» (LZ). Besonders der Waldhonig sei in grossen Massen geerntet worden, sagt Ruedi Dahinden, Präsident des Verbands der Luzerner Imkervereine, zum Blatt.

«Dem Blütenhonig hingegen hat der Kälteeinbruch im April kräftig zugesetzt. Der Schneefall setzte genau dann ein, als der Raps blühte – das hatte entsprechend eine eher mässige Blütenhonigernte zur Folge», erklärt Dahinden, der im Entlebuch selber Imker tätig ist, weiter.

Zahlen zur Ernte gibt es noch nicht, denn die Erntemengen würden lediglich gesamtschweizerisch erfasst. Für das Jahr 2017 sind diese noch nicht veröffentlicht worden. Durchschnittlich läge die jähr­liche Produktion bei landesweit rund 3200 Tonnen Honig.

Wetter und Blattläuse sorgen für viel Waldhonig

Den Blütenhonig wird durch den Nektar gewonnen, den die Bienen sammeln. Während rund eines Monats holt der Imker im Frühjahr den Blütenhonig ein. Die Ernte des sogenannten Waldhonigs – im Gegensatz zum Blütenhonig ein Produkt aus Honigtau – setzt zwei bis drei Wochen später ein.

Blattläuse zapfen den Saft der Bäume ab und scheiden einen Teil davon anschliessend wieder aus. Dieses Sekret wird von den Bienen eingesammelt und zu Honig weiterverarbeitet. «Wenn die Läusepopulation hoch ist, dann gibt es eine gute Waldhonigernte», bemerkt Dahinden darum auch. Unterstützend wirke dabei auch das Wetter: «Warme Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit tragen viel zu einer guten Ernte bei», so der Präsident der Imkervereine zur LZ.

Wo landet der geerntete Honig dann eigentlich? Verkauft wird der Honig von den rund 1400 Luzerner Imker fast ausschliesslich privat. Laut Dahinden produzieren nur wenige von ihnen für den Grosshandel. Landesweit decken die knapp 20 000 Schweizer Imker mit ihrer Produktion rund einen Drittel der inländischen Nachfrage ab – der Rest wird importiert.

Bienensterben? Nur vereinzelt ein Problem

Vor einigen Jahren thematisierte unter anderem der Dokumentarfilm «More than Honey» das Thema Bienensterben – wie sieht es in Luzern damit aus? Seit der Film in Schweizer Kinos gezeigt wurde, sei auch die Anzahl der Imker gestiegen, sagt Dahinden und fügt an: «Die Bienendichte im Kanton Luzern ist vergleichsweise hoch.» Das im Film thematisierte Bienensterben trete im Kanton Luzern lediglich punktuell als Problem auf: «Es gibt kein flächendeckendes Bienensterben. Für die Bestäubung unserer Kulturen haben wir definitiv genug Bienen», sagt der Imker abschliessend.

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