Luzerner Regierung versetzt Mobility-Pricing einen Dämpfer
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Mit dem Mobility-Pricing sollen Staus zu Stosszeiten bekämpft werden. (Bild: Adobe Stock)

Kein Interesse an Pilotversuch Luzerner Regierung versetzt Mobility-Pricing einen Dämpfer

2 min Lesezeit 4 Kommentare 25.08.2020, 05:00 Uhr

Der Bund will neue Wege prüfen, um die Verkehrsspitzen zu brechen. Einer davon ist Mobility-Pricing. Luzern soll jedoch nicht zum Schauplatz für einen Pilotversuch werden, findet der Regierungsrat. In der Stadt sieht man das anders.

Wer zur Stosszeit per Bahn und Auto unterwegs ist, soll mehr zahlen. So lässt sich die Mobility-Pricing-Idee kompakt verknappen. Der Bund sucht derzeit Kantone, die bereit wären, einen Pilotversuch zu unternehmen – die bisherige Resonanz ist eher bescheiden.

Auch die Luzerner Regierung scheint nicht besonders euphorisch, wie einer Stellungnahme auf ein entsprechendes Postulat von Kantonsrat András Özvegyi (GLP) zu entnehmen ist.

Mobilitätsstrategie hat Priorität

Der grünliberale Stadtluzerner forderte die Regierung auf, zu prüfen, wo und wie im Kanton Luzern geeignete Pilotversuche für Mobility-Pricing infrage kämen. Zusammengefasst lautet die Antwort: «Im Moment gar nicht.»

«Die Durchführung eines Pilotversuchs würde voraussichtlich erhebliche finanzielle und personelle Ressourcen erfordern.»

Stellungnahme der Luzerner Regierung

Es scheitere bereits am dazu nötigen Aufwand, ist die Regierung überzeugt: «Die Durchführung eines Pilotversuchs würde voraussichtlich erhebliche finanzielle und personelle Ressourcen erfordern, die uns zurzeit nicht zur Verfügung stehen.»

Zudem sei man derzeit damit beschäftigt, eine kantonale Mobilitätsstrategie auszuarbeiten. Diese soll das Thema Mobility-Pricing zwar auch aufnehmen – welchen Stellenwert es in der künftigen Mobilitätsstrategie haben wird, lasse sich heute jedoch noch nicht sagen.

Versuch in Zug zeigt positive Resultate auf

Völlig untätig sind die Luzerner aber nicht gewesen, wie der Stellungnahme weiter zu entnehmen ist. So sei es im vergangenen März zu einem «fachlichen Austausch» mit Vertretern des Kantons Zug gekommen.

Dort hat man tatsächlich bereits einen Mobility-Pricing-Pilotversuch unternommen – allerdings rein virtuell. Die theoretische Modellrechnung hat jedoch positive Resultate gezeigt (zentralplus berichtete).

Stadt Luzern wäre dafür zu haben

Die Luzerner Regierung will es vorerst beim Beobachten der Erfahrungen in anderen Kantonen und Städten belassen. Ganz anders die Stadt Luzern.

Im Gegensatz zur Regierung wäre der Stadtrat gewillt, einen Pilotversuch in Betracht zu ziehen, wie er kürzlich im Rahmen eines GLP-Vorstosses sagte. Allerdings müssten Agglomeration und der Kanton ebenfalls ins Boot geholt werden, stellte der Stadtrat klar (zentralplus berichtete). Letzteres scheint mit der skeptischen Haltung des Regierungsrates nun eher unwahrscheinlich.

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4 Kommentare
  1. lulu, 25.08.2020, 16:32 Uhr

    „Kindskopf“ sind solche, die nichts gegen das chaos auf unsern strassen unternehmen wollen. –
    Vor einigen tagen brauchte ich im bus eine gute stunde für eine strecke, die normalweise in einer knappen halben stunde zu bewältigen ist….

    1. Andreas Peter, 26.08.2020, 17:00 Uhr

      Die Ursache des „Verkehrschaos“ ist die Zuwanderung und derzeit auch der Coronawahn.
      Daran ändert „Mobility-Pricing“ nichts.

  2. Andreas Peter, 25.08.2020, 09:11 Uhr

    Gut so.
    Zum Glück hat wenigstens die Kantonsregierung noch ein paar Tassen im Schrank, wenn schon die Stadt von gefährlichen Kindsköpfen regiert wird.

    1. Remo Genzoli, 25.08.2020, 13:30 Uhr

      lieber herr andreas peter, welches sind denn ihre kriterien, um jemanden als „gefährlichen kindskopf“ zu diskreditieren und zu beschimpfen? ich finde ihre kommentare eigentlich nur noch destruktiv und primitv.

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