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Luzerner Protest-Postulat wie erwartet chancenlos
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Zukunftsmusik: So soll die Bürgenstockbahn in zwei Jahren wieder in Betrieb gehen. Die Bergstation liegt im Bürgenstock-Hotel. (Visualisierung: Bürgenstock Resort)

Regierung hält an Bürgenstock-Shuttleschiff fest Luzerner Protest-Postulat wie erwartet chancenlos

3 min Lesezeit 14.03.2017, 05:12 Uhr

Die Personalpolitik des Resorts Bürgenstock stiess SP-Kantonsrat David Roth sauer auf. Die Hotelmanager würden zu stark auf ausländische Arbeitskräfte setzen, deshalb wollte er ein Zeichen setzen. Doch die Luzerner Regierung winkt ab: Das träfe die Falschen. Und sowieso ist inzwischen nichts mehr so wie vorher.

Weil die Manager des neuen Bürgenstock-Resorts ankündigten, hunderte ausländische Arbeitskräfte anzustellen statt auf einheimische Stellensuchende zu setzen, wollte SP-Kantonsrat David Roth dem Hotelkomplex den Geldhahn zudrehen. Konkret verlangte er, dass das zinslose Darlehen für das Shuttleschiff zwischen Luzern und dem Bürgenstock ausgesetzt wird (zentralplus berichtete).

Es war von Anfang an in erster Linie ein Zeichen des Protests. Und der Luzerner Regierungsrat bestätigt nun, dass sein Spielraum – wie erwartet – begrenzt ist. In der Antwort auf Roths Postulat schreibt er, dass einerseits das Freizügigkeitsabkommen gilt, wodurch ein zwingender Vorrang für einheimische Arbeitskräfte nicht durchsetzbar ist. Andererseits handelt es sich beim Bürgenstock Resorts um ein Unternehmen auf Nidwaldner Boden. «Daher haben wir keine Möglichkeit der direkten Einflussnahme», so der Regierungsrat.

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Zudem verfehlt die Forderung, und das dürfte David Roth klar gewesen sein, laut dem Regierungsrat seine Wirkung. Es trifft nämlich nicht das Bürgenstock Resort, sondern die Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee (SGV) respektive eine noch zu gründende Tochtergesellschaft. Diese ist es nämlich, welche das Darlehen von 625’000 Franken erhält.

Vorrang ja, aber…

Der Regierungsrat macht aber auch klar, wie wichtig das Bürgenstock Resort für die Region ist. Eine Studie schätzt die erwarteten Wertschöpfung in der Zentralschweiz auf jährlich rund 145 Millionen Franken – wovon 30 Millionen ausserhalb des Resorts erwirtschaftet werden. Der Regierungsrat geht davon aus, dass dieser Betrag hauptsächlich in der Stadt und Region Luzern anfällt und den Arbeitsmarkt positiv beeinflusst. 

Der Regierungsrat unterstützt zwar grundsätzlich die Haltung, inländischen Arbeitskräfte – inklusive Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen – den Vorrang zu geben. Es sei aber nicht klar, dass alle 500 Arbeitslosen im Gastrobereich auch tatsächlich dafür ausgebildet seien. Die Zahl belege lediglich, dass sie zuletzt in dieser Branche tätig waren. David Roth vermutete Lohndumping als Grund für die Personalpolitik des Hotels. Dem widerspricht der Regierungsrat, indem er auf den Gesamtarbeitsvertrag im Gastgewerbe verweist, der Mindestlöhne definiert.

Es gebe insgesamt keinen Anlass, «an der Ernsthaftigkeit der Bemühungen des Bürgenstock Resorts zu zweifeln», möglichst viele inländische Mitarbeiter zu rekrutieren. Für die vier Hotels, die zwölf Restaurants und den Medizinalbereich braucht das Bürgenstock Resort bis zur Eröffnung diesen Sommer rund 450 Angestellte, im Vollbetrieb ab 2020 sollen es gar 800 sein.

Bürgenstock gibt Gegensteuer

Inzwischen hat sich die Lage sowieso ziemlich entschärft: Das Bürgenstock Resort hat kürzlich zwei Informationsanlässe für interessierte Arbeitskräfte aus der Region veranstaltet – eine Art Bewerbungs-Casting. Mehrere 100 Kandidaten stellten sich vor, viele von ihnen wurden durch das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum Nidwalden Obwalden auf den Anlass aufmerksam, denn die Hotelverantwortlichen haben dieses gezielt miteinbezogen. Erste Vertragsabschlüsse sind bereits zustande gekommen.

Und nun hat sich auch die offizielle Haltung geändert. Wie Astrid Kaiser, Personalchefin des Bürgenstock Resorts, am Montag in der «Neuen Zürcher Zeitung» verlauten liess, versuche das Bürgenstock Resort «möglichst viele der 800 Angestellten aus der Schweiz zu rekrutieren». Einzig für Spezialköche – beispielsweise für Sushi – müsse man bestimmt aufs Ausland ausweichen.

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