Luzerner Polizei verhaftet Alt-Kantonsrätin nach unbewilligter Demo
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Die Luzerner Polizei hat am letzten Samstag nach einer unbewilligten Demonstration eine Person festgenommen. (Symbolbild: Luzerner Polizei) (Bild: Adobe Stock)

Sie richtet schwere Vorwürfe an Polizei Luzerner Polizei verhaftet Alt-Kantonsrätin nach unbewilligter Demo

2 min Lesezeit 24 Kommentare 03.06.2020, 17:00 Uhr

Alt-Kantons und Stadtparlamentarierin Heidi Joos wurde nach einer unbewilligten Demonstration am vergangenen Samstag festgenommen. Sie richtet schwere Vorwürfe an die Luzerner Polizei.

Die Luzerner Polizei hat am vergangenen Pfingstsamstag die ehemalige Luzerner Kantons- und Stadtparlamentarierin Heidi Joos verhaftet. In einem offenen Brief schreibt sie, dass sie eine verstörende Nacht auf dem Polizeiposten verbracht habe und es ein unverhältnismässiger Einsatz gewesen sein. Das berichtete «Pilatus Today». Nach Aussagen von Heidi Joos sei sie «mit Gewalt und in Handschellen ins Kellerloch der Kasimir-Pfyffer-Strasse abgeschoben» worden.

Joos habe am Pfingstsamstag auf dem Bahnhof Luzern einen stillen Protest gegen die Einschränkungen der Grundrechte in Zeiten des Notrechts abgehalten. Als sie den Platz verlassen wollte, wurde sie von einer jungen Polizistin gebeten, ihre Ausweispapiere zu zeigen. Dann habe sich «die Lage immer weiter zugespitzt».

Polizei bestätigt einen Einsatz

Die Luzerner Polizei bestätigt auf Anfrage, dass sie am Pfingstsamstag eine unbewilligte Demonstration gemäss den Covid-19-Bestimmungen des Bundes aufgelöst habe. Eine Person wurde wegen Hinderung einer Amtshandlung sowie Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte vorübergehend festgenommen. Bei diesem Einsatz sei eine Polizistin verletzt worden.

Die Staatsanwaltschaft Luzern hat nun eine Untersuchung gegen die Frau eingeleitet. Geprüft werden laut Sprecher Simon Kopp Gewalt oder Drohung gegen Behörden und Beamte und Hinderung einer Amtshandlung.

Der Frau werde etwa vorgeworfen, dass sie sich in einer Polizeikontrolle nicht kooperativ verhalten hat und dass sie auch eine Polizistin gebissen hat. Zudem hat sie gemäss Angaben der Polizei eine Wegweisung ignoriert. All das stand im Zusammenhang mit der unbewilligten Demonstration.

Weitere Auskünfte kann die Luzerner Polizei nicht geben, weil es sich um ein laufendes Verfahren handelt.

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24 Kommentare
  1. estermap, 05.06.2020, 06:52 Uhr

    Leser Gironimo hat nicht mitbekommen, dass die Polizei bei der SA eine Selbstanzeige eingereicht hat. Auch nicht, dass Frau Joos sich bei der Stadt eine Bewilligung holte. Coronopapst Daniel I. hätte bestimmt gesagt: Es war nie verboten, allein zu demonstrieren, wenn der Abstand eingehaltren wird.

  2. Gironimo, 04.06.2020, 19:53 Uhr

    Bravo so muss es sein, kein Prominenten Bonus. Als eigenermassen gebildetete, erfahrene Politikerin sollte Sie sich an unsere Regeln halten.
    Frau Joos das war aber jetzt eine ganz billige Werbeshow!! Hoffe Sie haben mehr drauf als diese Provokative Einlage! Besinnen Sie sich wieder auf das wesentliche im Leben.
    Ein Dankeschön den Beamten welche sich jetzt wieder mal rechtfertigen müssen und uns Steuerzahler viel Geld kostet. Die Rechtsgelehrten können sich wieder auf eine Menge von Arbeiten freuen.
    Tipp an Frau Joos ziehen Sie Ihre Kindergartenshow zurück und spenden die Anwaltskosten einem Kinderheim.

  3. Danny, 04.06.2020, 13:30 Uhr

    Erstens zu, war es eine unbewilligte Demo.
    Zweitens, gelten die Gesetze auch für ehemalige Politikerin.
    Drittens, man muss sich ausweisen. Viertens, wenn die Polizei dir ein Platzverweis ausspricht und du nicht Folge leisten, musst du mit Konsequenzen rechnen.Sie wurde sicher mehrere male aufgefordert.
    Fünftes, sich bei der Verhaftung zu widersetzen und Polizisten zu verletzen, sehr unvorteilhaft.
    Sechstens, als Politikerin oder ehemalige sich so zu benehmen und so handeln als ob die Gesetze für sie nicht gelten, was hat sie denn erwartet,eine Medaille?

  4. Hugo Kaufmann, 04.06.2020, 13:01 Uhr

    Ich kann die Aussagen von Philipp von gestern um 20:13 Uhr nur voll und ganz unterstützen. In diesem einen Falle hat die Polizei m. E. vollkommen richtig gehandelt. Und ich sage dies nicht, weil es sich bei dieser Person um eine linke Politikerin handelt …

    Leider gibt es jedoch zwei Begebenheiten, in welchen ich selbst schuldloses Opfer von eigentlicher Polizeiwillkür wurde, geschehen ebenfalls in Luzern. Diese Skandale, der eine zumindest noch fast schlimmer als die Geschehnisse in Minneapolis, sind derart beispiellos, dass Polizei und Justiz angeblich zwei grossen Tageszeitungen untersagten, darüber zu berichten. Daher werden diese skandalösen Ereignisse wohl kaum jemals ans Tageslicht kommen, und ich vermute, dass noch unzählige weitere Leichen im Keller unserer Sicherheitsbehörden verborgen liegen, von welchen das gemeine Volk nichts erfahren darf.

    Und, nein, ich bin kein Linker, sondern rechtsbürgerlich-konservativ, auf der Linie der US-Republikaner und ein Bewunderer von US-Präsident Donald Trump.

    1. Peter Bitterli, 04.06.2020, 14:29 Uhr

      Stockholm-Syndrom also?

    2. Tanja Lehmann, 04.06.2020, 15:26 Uhr

      @Hugo Kaufmann
      Schlimmer als Minneapolis? Was war denn schlimmer, als grundlos ermordet zu werden? Die Polizei verbietet den Tageszeitungen, darüber zu berichten? Wow da scheint ja ganz schön was zu laufen bei ihnen. Aber als Trump-Anhänger sollten sie doch Law-and-Order Ellenbogen-Polizisten toll finden und die ganzen Fake-News-Medien verachten? Jetzt bin ich verwirrt… (wobei bei dem steten Opfergehabe rechts-aussen reicht wohl eine Geschwindigkeitsbusse, um sich mit Jesus, Winkelried und Martin Luther King in einer Linie zu sehen).

    3. Hugo Kaufmann, 04.06.2020, 15:28 Uhr

      @Peter Bitterli: ???
      Auch nach längerem Sinnieren erschliesst es sich mir nicht, was mein Posting mit dem Stockholm-Syndrom, also dem Sympathisieren des Opfers mit dem Täter, zu tun haben soll.

    4. Hugo Kaufmann, 04.06.2020, 15:55 Uhr

      @Tanja Lehmann
      Es geht in keiner Weise um eine Geschwindigkeitsbusse oder ähnliche Bagatellen, sondern um ein an mir von Dunkelhäutigen verübtes und von der Luzerner Polizei und der Justiz unterstütztes Gewaltverbrechen. Polizei und Justiz waren also so quasi Mittäter oder zumindest Gehilfen.

      Bei solchen Geschehnissen verwundert es dann wohl nicht, wenn man mit Parteien wie etwa den Republikanern von Donald Trump sympathisiert.

      Und dass die Luzerner Sicherheitsbehörden den Medien verbieten, über diesen Skandal zu berichten, ist dann wohl auch nachvollziehbar. Denn da würde wohl ein Volksaufstand, ähnlich wie in den USA nach dem Fall Minneapolis, erfolgen …

    5. Peter Bitterli, 04.06.2020, 16:13 Uhr

      @ Hugo:
      Aber das macht doch nichts!

    6. Tanja Lehmann, 04.06.2020, 18:23 Uhr

      @Kaufmann:
      – Es ist schlicht daneben, dass sie behaupten, sie seien schlechter behandelt worden das Mordopfer in Minneapolis.
      – Es ist lächerlich zu behaupten, die Polizei verbiete Medien die Berichterstattung.
      – Aber es passt zu ihrem orangenen Vorbild. Gratuliere.

    7. Hugo Kaufmann, 04.06.2020, 20:22 Uhr

      @Lehmann:
      Ich habe nirgendwo behauptet, ich sei schlechter behandelt worden als das Mordopfer von Minneapolis. Lesen sollte man können!
      Ich habe zwei voneinander unabhängige Bestätigungen von zwei viel gelesenen Tageszeitungen, dass ihnen von den Luzerner Sicherheitsbehörden verboten wurde, über die mir widerfahrenen ungeheuerlichen Vorgänge zu berichten. Das ist nun einfach mal Fakt und keineswegs einfach so eine Erfindung von mir!

    8. Hugo Kaufmann, 04.06.2020, 20:32 Uhr

      @Peter:
      Um nochmals auf das Stockholm-Syndrom zurückzukommen. Ich denke, da wurde auf mein Verhältnis zur Luzerner Polizei angespielt.

      Dass ich das Verhalten der Luzerner Polizei in Sachen Heidi Joos für gut befand, hatte rein sachliche, rationale Gründe. Anders würde der Fall liegen, wenn ich aus emotionalen, gefühlsbetonten Gründen das Vorgehen der Polizei für gut befunden hätte. In diesem zweiten – und nur in diesm Falle – könnte man dann wohl vom sogenannten Stockholm-Syndrom sprechen. Ist also schon ein gewichtiger Unterschied!

    9. Hugo Kaufmann, 05.06.2020, 10:58 Uhr

      Nun soll sich also noch die Staatsanwaltschaft mit dem Fall Heidi Joos befassen. Da versteh ich die Welt nicht mehr! Meiner Meinung nach hat sich die Luzerner Polizei in diesem konkreten Falle völlig korrekt verhalten (siehe die diversen Kommentare). Dies zeigt mir einmal mehr, wie rotgrün unsere Sicherheitsbehörden ticken.

      Da wäre nämlich noch der bereits weiter oben erwähnte andere Skandal zu erwähnen, als ich eines Parkschadens an zwei andern Autos beschuldigt wurde. Obwohl einwandfrei bewiesen war, dass duch mich keinerlei Schaden an den beiden PWs entstanden war, wurde ich trotzdem mit einer Busse von über Fr. 800 belegt.

      Mein Vertrauen und Respekt haben Polizei und Justiz durch die neuesten Entwicklungen im Fall Joos und das mir angetane zweifache Unrecht jedenfalls schon längst verspielt!

  5. estermap, 04.06.2020, 11:45 Uhr

    Wollten die Polizisten Imponiergehabe oder Dummheit ausleben? Ich lege mich jetzt nicht fest.

  6. Just Saying, 04.06.2020, 06:57 Uhr

    was die Polizei darf und kann:

    Punkt 1) sie durfte weder familie noch anwalt informieren.. (mach das mit mir und ich zeige dich an)
    Punkt 2) sie wurde von 4 beamten übermannt ohne das sie eine waffe oder so trug.. sie ist 65.. mach das mit meiner mutter und ich zeige dich an
    Punkt 3) Hygieneartikel wurden ihr verweigert (mach das mit mir und ich zeige dich an)
    Punkt 4) sie hat ein blaues Feilchen.. (mach das mit mir und ich zeige dich an)

    leute lernt mal die gesetze… ganz ehrlich….
    WEHRT EUCH!

    und die polizei soll mal Sepp Blatter oder den Chef von Nestle oder so verhaften…
    All Cats Are Beautiful

    1. Gruesse vom Einhorn Schlachthaus, 04.06.2020, 08:24 Uhr

      Ich befürchte, Anzeigen werden in diesem Fall nicht viel nützen und zu nichts führen.
      Viel effektiver, wirksamer und bestens erprobt sind die Methoden von Henry D. Thoreau: civil disobedience!!
      All masher are beautiful

    2. Nicole Hruza, 04.06.2020, 13:14 Uhr

      Keine hochachtung für eine erfahrene person.und dann noch so eine intelligente,pfiffige mutige frau.heidi.hoch lebe sie.ich hätte gern ein heidi t shirt mit gesundem biss.heidi beisst in den harten apfel

  7. estermap, 04.06.2020, 06:46 Uhr

    Die Denkweise der Luzerner Polizei: gegen chinesisches Virus mit chinesischen Methoden.

  8. Adrian Wicki, 03.06.2020, 20:22 Uhr

    Die Luzerner Polizei eifert leider immer mehr der Repressionsgarde in totalitären Regimen nach. Offenbar hat man aus den früheren Übergriffen und den folgenden Verurteilungen immer noch nichts gelernt. Merke: Wer die Luzerner Polizei in der Nähe hat, sofort filmen. Das verhindert zwar den Übergriff nicht, aber wenigstens kann man es dann beweisen.

  9. Peter Bitterli, 03.06.2020, 19:12 Uhr

    Verantwortlich für diesen unglaublichen, ungeheuerlichen, durch nichts zu rechtfertigenden Übergriff gegen Heidi Joos, eine der engagiertesten Politikerinnen ihrer Generation, Grüne der ersten Stunde und sozial tätige Ehrenamtlerin bis auf den heutigen Tag, sind ihre ehemaligen Mitstreiter, die jetzt in den Gremien sitzen, wohin sie der lange Weg durch die Institutionen und der wachsende Opportunismus geführt haben, die Spiesser von heute, die sich übler aufführen als diejenigen von gestern, wegen derer man seinerzeit erst in die Politik gegangen ist: allen voran die Herren Züsli und Borgula. Es ist eine riesige Schande. Pfui Teufel!

    1. Philipp, 03.06.2020, 20:13 Uhr

      Die Polizei hat alles richtig gemacht. Ob es sich nun um eine 65 jährige ex-Kantonsrätin oder einen 18 jährigen Teenager handelt. Wer gegen das Gesetz verstösst soll entsprechend behandelt werden. Wenn die gute Dame trotz Wegweisung nicht bereit war den Ort zu verlassen muss Sie mit Konsequenzen resp. einer Verhaftung rechnen. Sich dann auch noch ausfällig gegenüber der Polizei zu äussern und sich körperlich gegen der Verhaftung zu widersetzen zeugt auch nicht gerade von Intelligenz. Gerade solchen renitenten Menschen muss man einfach mal zeigen wo die Grenzen sind. Dass es sich dabei noch um eine linke Politikerin handelt erstaunt dabei auch nicht. Auf der einen Seite beschwert Sie sich über Grundrechtsverletzungen aufgrund der Auflagen zur Bekämpfung von Covid-19 und gleichzeitig bemängelt Sie dass die Polizei den Abstand nicht eingehalten hat den der Bund empfiehlt. Ja was nun? Diese gute Dame soll sich besser Ihren üblichen Arbeiten widmen und nicht mit solch überflüssige Aktionen provozieren. Insbesondere wenn die Ansichten die Sie dabei vertritt absoluter Humbug sind. Trotzallem gute Besserung Frau Joos, aber das nächste Mal vielleicht einfach tun was die Polizei sagt dann gibts auch kein blaues Auge. Man kann sich auch anders wehren. Insbesondere als Mensch mit Ihrer Lebenserfahrung.

    2. Stefan Hofmann, 04.06.2020, 10:37 Uhr

      Herr Bitterli, die Herren Züsli und Borgula haben mit der Polizei nichts, aber auch gar nichts zu tun. Die Polizei ist kantonal, nicht kommunal. Informieren sie sich ehe sie Unterstellungen verbreiten.

    3. Andreas Peter, 04.06.2020, 11:44 Uhr

      @Bitterli: Ich habe mit Züsli und Borgula auch rein gar nichts am Hut, aber jetzt drehen Sie doch ziemlich am Rad.
      Die Durchsetzung des Rechts ist die zentrale Aufgabe der Polizei und es muss in einem Rechtsstaat auch richtig sein, dass die Polizei „Prominente“ gleich behandelt wie Jedermann.
      Ob alles im Detail gerechtfertigt war, vermag ich nicht zu beurteilen, aber da muss man wohl mit Unschärfen leben.
      Rassismus spielte jedenfalls keine Rolle…

    4. Peter Bitterli, 04.06.2020, 12:38 Uhr

      @ Hofmann @ Peter:
      Meine Kenntnisse darüber, wer welche polizeilichen Kompetenzen hat, sind auf sehr hohem bis maximalem Niveau. Ebenso aber meine Kenntnis darüber, was der Stadtrat für eine Atmosphäre und Stimmung mit zu verantworten hat, und was in den letzten Monaten von seiten der Polizei des Kantons an unbeschwerter Übergriffigkeit stattgefunden hat, notabene mit Billigung des Stadtrates. Die beiden linken Stadträte wurden genannt, weil er deren Aufgabe gewesen wäre, die Angelegenheit nicht eskalieren oder doch schnell beenden zu lassen, gerade weil sie mit den Umständen und Personen vertraut sein müssten, und weil sie ausserdem, statt stramm mit der Handkante an der Hosennaht allerlei Notverordnungen in vorauseilendem Gehorsam verschärft durchzuziehen, aus ihrer Tradition heraus, auf genau die sich ja auch Frau Joos beruft, gefordert gewesen wären, Fragen zu stellen und möglichst viel Föderalismus und Parlamentarismus lebendig zu halten. Dass das nicht geschehen ist, führt letztlich zu Situationen wie diese beim Bahnhof.

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