Luzerner Polizei hat potenzielle Party-Hotspots im Visier
  • Gesellschaft
Insbesondere an den Ufern der Luzerner Seen befürchtet die Polizei viele Menschen. (Bild: bic)

Behörden sind für langes Wochenende bereit Luzerner Polizei hat potenzielle Party-Hotspots im Visier

3 min Lesezeit 5 Kommentare 19.05.2020, 19:55 Uhr

Die Sonne und die zusätzlichen freien Tage dürften über Auffahrt Tausende ins Freie locken. Um Szenen wie in Basel zu vermeiden, wird die Luzerner Polizei auch an eher ungewöhnlichen Orten präsent sein. Dafür bleiben sogar Polizeiposten geschlossen.

Das verlängerte Auffahrtswochenende steht vor der Tür und viele Menschen dürften sich trotz Corona und den entsprechenden Schutzbestimmungen wieder nach draussen begeben. Durch die sommerlichen Temperaturen wird wohl beim einen oder der anderen zumindest ein Hauch von Ferienstimmung aufkommen.

Dass nach wie vor die Gefahr vor einer Ansteckung mit Covid-19 besteht, könnte bei manchem deshalb leicht in Vergessenheit geraten. Die Szenen von der Basler Ausgangsmeile vom letzten Wochenende haben denn auch für einiges Echo in den Medien und der Öffentlichkeit gesorgt.

Bei sehr viel Menschen wird’s schwierig

Deshalb sei man bei der Luzerner Polizei auf ein möglicherweise hektisches Wochenende vorbereitet, wie Mediensprecher Christian Bertschi auf Anfrage sagt. «Wir werden wie bisher Präsenz markieren und wenn nötig mit Augenmass, aber bestimmt eingreifen.»

«In Sursee hat sich am vergangenen Samstagabend ein regelrechtes Ausgangsverhalten gezeigt.»

Was die Polizei konkret erwartet, sei derzeit schwierig abzuschätzen, so Bertschi. Deshalb appelliert er weiterhin an die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger. «Wir können ja nicht 24 Stunden präsent sein, auch wenn wir derzeit mehr Personal im öffentlichen Raum einsetzen als üblich und deshalb vor allem auf der Landschaft Polizeiposten geschlossen bleiben.»

Seeufer und Naherholungsziele im Auge behalten

Hotspots für Menschenansammlungen ortet Bertschi an verschiedenen Orten im Kanton. So zum Beispiel an den Ufern des Vierwaldstätter- und des Sempachersees. «In Sursee hat sich am vergangenen Samstagabend ein regelrechtes Ausgangsverhalten gezeigt», so Bertschi. Aber auch in der Stadt Luzern könnte es für die Polizei erneut schwierig werden. Dann, wenn sich wieder so viele Leute auf engem Raum aufhalten, wie das am letzten Wochenende in der Altstadt der Fall war. «Wir können ja nicht mit einer ganzen Armee aufkreuzen. Das ist nicht der Sinn der Sache», sagt Bertschi.

In der Stadt Luzern kontrollieren zusätzlich Patrouillen eines Sicherheitsdienstes die Einhaltung der Coronaregeln. Die Stadt hat eine externe Firma damit beauftragt, an Wochenenden und Feiertagen die Situation entlang des Sees im Auge zu behalten. Das habe sich bewährt, sagte Armida Raffeiner, Chefin des städtischen Gemeindeführungsstabs, gegenüber der «Luzerner Zeitung». Obwohl die Ufschötti am letzten Wochenende einer der Brennpunkte gewesen sei, wolle man derzeit davon absehen, Abschnitte des Seeufers wieder abzusperren.

Polizei ist auch auf dem Land präsent

Neben den bekannten Hotspots in den urbanen Zentren des Kantons wird die Polizei auch an anderen hochfrequentierten Ausflugszielen anzutreffen sein. Bertschi erwähnt das Eigenthal oder den Menzberg im Luzerner Hinterland.

Hinweisen aus der Bevölkerung werde man weiterhin konsequent nachgehen. «Bei der Polizei gingen in den letzten Tagen zwar weniger Anrufe ein, die Sorgen der Bürger nehmen wir aber sehr ernst», hält Bertschi fest.

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5 Kommentare
  1. B, 21.05.2020, 23:24 Uhr

    Wieso man in den Badis nicht baden darf, bleibt ein Rätsel. An allen öffentlichen Plätzen am See wird gebadt wie wild.

  2. Peter Lehmann, 20.05.2020, 13:24 Uhr

    Hehe, da kommen sie wieder. Dieselben Leute, die nach dem Skydiven behaupten, sie hätten keinen Schirm gebraucht, da sie ja noch leben. Die nach dem Dammbau behaupten, dieser sei unnötig gewesen, weil kein Hochwasser eingetreten sei. Und auch jene Leute, die temporäre Massnahmen nicht von dauerhaften Massnahmen in Diktaturen unterscheiden können. Nicht zuletzt aber all jene Leute, die allen anderen Leuten Bösartigkeit und Böswilligkeit vorwerfen. Und natürlich auch all ihre Kritiker gleich in dieselbe Tonne werfen.

    1. Dunning-Kruger, 20.05.2020, 15:46 Uhr

      @Lehmann: Den Steilpass nehme ich gerne auf. Schauen Sie mal, was mit der Gleno-Staumauer (Norditalien) am 1. Dezember 1923 passiert ist. Das tödliche Hochwasser (Flutwelle) wurde gerade WEGEN dem Damm erst möglich! Die ganze Konstruktion war eine einzige Schlamperei, nicht durchdacht und absolut fahrlässig errichtet. Das erinnert mich ein wenig an…..

  3. Dunning-Kruger, 20.05.2020, 07:36 Uhr

    Der Hausarrest-Zenit ist nun überschritten. Die Verhältnismässigkeit zu keinem Zeitpunkt gewahrt. Ein bisschen Polizei- und Überwachungsstaat auf einer anderen, fühlbaren Stufe erprobt und teilweise etabliert. BürgerInnen, denen das Ganze aus verschiedenen Gründen berechtigterweise suspekt vorkommt, werden schwerwiegend diffamiert, mit Nazis, Verschwörungstheoretikern und Irren in einen Topf geworfen und als unsolidarisch abgestempelt. Ganz nach dem Grundsatz: Was nicht passt, wir passend gemacht. Meinungspluralismus sieht anders aus. Bedenklich, wenn andere Meinungen mit solchen Methoden unterdrückt und Menschen mundtot gemacht werden.

  4. Adrian Wicki, 19.05.2020, 21:23 Uhr

    Was erwartet die Polizei? Nach 2 Monaten Langeweile ist es nur logisch, dass die Leute wieder etwas anderes erleben wollen. Da von der beschworenen Corona-Krise nichts zu sehen war, ist die Glaubwürdigkeit der Behörden sowieso dahin.

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