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Luzerner Maihofquartier: Mieter müssen aus billigen Wohnungen raus
  • Gesellschaft
Sicht in den Hof: So soll es an der Libellenstrasse in Zukunft aussehen. (Bild: zvg)

Luzerner Genossenschaft investiert 120 Millionen Luzerner Maihofquartier: Mieter müssen aus billigen Wohnungen raus

3 min Lesezeit 2 Kommentare 19.10.2017, 11:38 Uhr

Die Wohnbaugenossenschaft Luzern baut 16 neue Häuser mit insgesamt 241 neuen Wohnungen an der Libellenstrasse. Am Donnerstag wurde das umfassende Neubauprojekt mit einem Investitionsvolumen von 120 Millionen Franken vorgestellt. Die Mieten in den neuen Wohnungen werden deutlich teurer.

In der Stadt Luzern erhöht sich das Angebot an gemeinnützigen Wohnungen. An der Libellenstrasse im Maihofquartier erneuert die Wohnbaugenossenschaft Luzern 12 ihrer insgesamt 20 Liegenschaften für circa 120 Millionen Franken.

Gesamthaft bewirtschaftet die Wohnbaugenossenschaft heute entlang der Libellenstrasse und am Jugiweg 20 Liegenschaften. 12 Wohnhäuser mit total 153 Wohnungen werden ersetzt. Dabei entstehen 241 neue Wohneinheiten, aufgeteilt in total 16 Ersatzbauten.

Die bestehenden Wohnhäuser an der Libellenstrasse werden abgerissen.

Die bestehenden Wohnhäuser an der Libellenstrasse werden abgerissen.

(Bild: Screenshot / Google Maps)

Das Vorprojekt präsentierte der Bauherr am Donnerstagvormittag gegenüber den Medien. «Das ist ein grosses Vorhaben, vergleichbar mit dem Projekt Himmelrich der Allgemeinen Baugenossenschaft Luzern», sagt Andy Bucher, Vorstandsmitglied und Projektdelegierter Wohnbaugenossenschaft Luzern. Im Himmelrich 3 entsteht eine Siedlung mit 250 Wohnungen plus Gewerbe, Detailhandel und Gastronomie im Erdgeschoss (zentralplus berichtete).

Alt 1’200, neu 2’000 Franken

Gebaut wird in drei bis vier Etappen während 5 bis 7 Jahren. Fest steht: Die bisherigen Mieter müssen raus. «In den vergangenen Jahren wurden noch befristete Mietverträge angeboten. Die Bewohner sind seit September unterrichtet über die Baupläne», sagt Bucher. Langjährigen Bewohnern kann laut der Wohnbaugenossenschaft aufgrund des etappierten Bauprozesses innerhalb der Wohnbaugenossenschaft eine Anschlusslösung angeboten werden.

«Bisher kostete eine Vierzimmerwohnung im Mittel um die 1’200 Franken. Das ist natürlich sehr günstig.»

Andy Bucher, Vorstand Wohnbaugenossenschaft Luzern

Obwohl es sich um gemeinnützige Wohnungen handelt, wird es an der Libellenstrasse für die zukünftigen Mieter teurer. «Bisher kostete eine Vierzimmerwohnung im Mittel um die 1’200 Franken. Das ist natürlich sehr günstig. Der neue Richtwert für die neuen Vierzimmerwohnungen liegt voraussichtlich bei rund 2’000 Franken», so Bucher. Während es heute nur 3- und 4-Zimmerwohnungen sind, werden neu auch 2,5-Zimmer und 5,5-Zimmerwohnungen angeboten.

Siedlung mit nur wenigen Parkplätzen

«Uns gehört ein Grossteil der Liegenschaften an der Libellenstrasse», sagt Bucher. «Wir wussten seit Längerem, dass eine Sanierung für unsere ältesten Bauten nicht mehr infrage kommt. Das umfassende Neubauprojekt profitiert von der Revision der Bau- und Zonenordnung (BZO) der Stadt Luzern im Jahr 2014. «Die neue BZO ermöglicht eine dichtere Bauweise, daher entschieden wir uns, die Bauten aus den 1930er-Jahren zu erneuern. Wir können rund 100 zusätzliche Einheiten an dieser attraktiven Wohnlage realisieren», erklärt Bucher. Obwohl die Häuser laufend unterhalten wurden, entspreche ein Teil der Wohnungen nicht mehr den heutigen Ansprüchen bezüglich Wohnungsgrösse, Ausrüstungsstandards und Energieverbrauch.

Die neue Siedlung wird autoarm sein: «Wir planen einen halben Parkplatz pro Wohnung ein», so Bucher. Mehr sei nicht notwendig, das Gebiet ist gut mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen und zentrumsnah. Gebaut wird eine zentrale Tiefgarage mit einem Mobility-Angebot. Sämtliche Neubauten werden voraussichtlich autonom mit einer Erdsondenwärmepumpe sowie einer Photovoltaikanlage ausgestattet.

Baubeginn frühestens 2019

Das Projekt sei das Resultat eines qualitätssichernden Wettbewerbs unter 10 Architekturbüros, wie es die Stadt verlangt habe. Gewonnen haben Loeliger-Strub Architekten Zürich. Wie geht es nun weiter? «Vorerst geht es um den Gestaltungsplan, der im November aufgelegt wird. Im nächsten Jahr wollen wir mit der Planung des eigentlichen Bauprojekts und dann dem Baubewilligungsverfahren starten.»

Die Wohnbaugenossenschaft hat die Anwohner bereits umfassend über das Bauprojekt informiert. «Bis jetzt waren die Reaktionen der umliegenden Bewohner verständnisvoll und positiv», sagt Bucher. «Wenn alles gut geht, fahren im Sommer 2019 die Baumaschinen an der Libellenstrasse auf.» Gebaut wird etappenweise während 5 bis 7 Jahren.

Wohnbaugenossenschaft Luzern

Gegründet wurde die Wohnbaugenossenschaft Luzern (WBG) 1929 von 21 Gewerbefamilien aus der Stadt Luzern. Heute besitzt die WBG gesamthaft 238 Wohnungen in 20 Liegenschaften im Maihofquartier.

Wer die Wohnbaugenossenschaft Luzern im Internet sucht, der kommt nicht zum Ziel. «Wir haben bisher noch keine Webseite, das wollen wir im Verlauf des nächsten Jahres ändern», sagt Andy Bucher. Im Gegensatz zum Beispiel der Allgemeinen Baugenossenschaft Luzern können Mieter der WGB keine Anteilscheine erwerben oder Genossenschafter werden.

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2 Kommentare
  1. Boris Macek, 19.10.2017, 14:13 Uhr

    Toll, dass so ein Online-Medium auch gleich ein Link setzt zu der Wohnbaugenossenschaft Luzern – wo es mehrere gibt mit ähnlichem Namen, aber keine mit dem Kürzel WBG…? #IronieOFF

    1. Boris Macek, 19.10.2017, 14:40 Uhr

      Uups, sorry, nicht ganz zu Ende gelesen… Shameonme.

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