Luzerner Männerhaus braucht mehr Platz
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Auch im Kanton Luzern kommt es immer wieder zu häuslicher Gewalt. (Bild: zvg)

Neuer Standort gesucht Luzerner Männerhaus braucht mehr Platz

2 min Lesezeit 27.07.2020, 07:19 Uhr

Die drei Schlafplätze des Männerhauses in Luzern reichen nicht. In letzter Zeit wurden viele Opfer abgewiesen. Mit Unterstützung vom Kanton kann der Verein Zwüschehalt aber nicht rechnen.

Das Männer- und Väterhaus Luzern gibt es seit drei Jahren. Initiiert wurde es vom Verein Zwüschehalt für Männer oder ihre Kinder, die von Gewalt betroffen sind. Laut «Luzerner Zeitung» wohnen pro Jahr etwa zehn bis zwölf Männer in der Wohnung, deren Standort aus Sicherheitsgründen nicht bekannt gegeben wird.

Das Männerhaus nimmt neben Personen aus Luzern auch Männer aus der Zentralschweiz, Aargau und Zürich auf. Neben Opfern häuslicher Gewalt nimmt das Männerhaus in gewissen Fällen auch Täter auf, die polizeilich aus ihrer Wohnung weggewiesen wurden.

Corona schränkt die Kapazitäten ein

Mehr als drei Männer auf einmal will Manfred Schneeberger, Co-Präsident von Zwüschehalt und Leiter des Männerhauses eigentlich nicht aufnehmen. Ausnahmen gäbe es aber, wenn die Not gross ist. Coronabedingt sei das aber derzeit nicht möglich.

Die Nachfrage sei in den vergangenen Monaten aber gestiegen, aus Platzmangel musste Schneeberger vielen Männern absagen. Deshalb sucht der Verein nun einen neuen Standort. Idealerweise ein Haus statt einer Wohnung, wie Schneeberger ausführt.

Ausbau bis 2021 geplant

Im besten Fall wäre ein solches Haus bereits im Frühling 2021 bezugsbereit. Im selben Jahr will der Verein auch in Zürich ein Männerhaus aufbauen. Bei den Vorhaben beklagt Schneeberger die mangelnde Unterstützung des Kantons. Er bekomme viel zu hören, dass es ein Männerhaus nicht brauche, werde sogar belächelt. Laut polizeilicher Kriminalstatistik ist aber jedes vierte Opfer häuslicher Gewalt ein Mann.

Seitens der Dienststelle Soziales und Gesellschaft heisst es, dass man alle Opfer von häuslicher Gewalt ernst nehme, der Aufenthalt könne auch von öffentlicher Hand finanziert werden – allerdings unterstütze man den Aufbau und Ausbau von Männer- und Frauenhäuser nicht.

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