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Luzerner Kunststoffunternehmerin stellt jetzt auch Schutzmasken her
  • Wirtschaft
Trägt bei der Arbeit momentan immer eine ihrer Schutzmasken: Claudia Mauderli, Geschäftsführerin des Plexihof. (Bild: zvg)

Dank Corona läuft der Betrieb auf Hochtouren Luzerner Kunststoffunternehmerin stellt jetzt auch Schutzmasken her

4 min Lesezeit 1 Kommentar 02.05.2020, 05:00 Uhr

Plexiglasscheiben sind aus den Geschäften momentan nicht mehr wegzudenken. Solche werden auch von der Firma Plexihof in Luzern hergestellt. Entsprechend hagelt es Bestellungen. Nun setzt die Firma mit Schutzmasken aus PET zusätzlich auf ein ganz neues Produkt.

Diesen Montag haben die ersten Lockerungen nach dem kompletten Lockdown begonnen. Betriebe wie Coiffeure, Kosmetikstudios und Blumenläden dürfen wieder Kundinnen bedienen. Teilweise allerdings nur unter Einhaltung bestimmter Massnahmen, wie das Tragen von Schutzmasken.

Einrichtungen zum Schutz der Gesundheit gehören in allen Geschäften, die auch während des Lockdowns offen hatten, schon seit Wochen wie selbstverständlich dazu. Zwischen der Verkäuferin und dem Kunden steht überall eine Scheibe aus Plexiglas.

Momentan läuft es sehr gut, aber danach?

Herstellerin solcher Trennwände ist auch die Firma Plexihof an der Moosmattstrasse in Luzern. Folglich läuft hier der Betrieb seit Wochen auf Hochtouren und die Auftragsbücher sind voll, wie Geschäftsführerin Claudia Mauderli erklärt. Als Profiteurin der Corona-Krise möchte sie sich aber keinesfalls sehen: «Wir arbeiten momentan daran, während der grossen Nachfrage so viel wie möglich zu verkaufen, um ein Polster für die Zeit nach dem Lockdown anzulegen.» Höhere Preise wegen der grossen Nachfrage werde sie allerdings keine verlangen. «Das passt nicht zu meiner Geschäftsphilosophie», sagt sie.

«Uns gehen allmählich die Werkstoffe aus.»

Claudia Mauderli, Geschäftsführerin Plexihof

Denn obwohl alle zehn Angestellten derzeit ausgelastet seien, rechnet die Geschäftsführerin mit einem Einbruch bei den Bestellungen in den kommenden Monaten. «Viele Kunden werden wohl auf Investitionen verzichten oder sie nach hinten verschieben. Mein Ziel ist es aber, alle Mitarbeiter, zumindest bis Ende Jahr, zu hundert Prozent bezahlen zu können», sagt sie. Zusätzliche Stellen hat sie aufgrund der aktuellen Nachfrage nicht geschaffen.

Derzeit stehen Mauderli und ihre Mitarbeiter vor einer grösseren Herausforderung: «Uns gehen allmählich die Werkstoffe aus, denn diese müssen wir alle aus dem Ausland importieren, weil es in der Schweiz keine Kunststoffindustrie gibt.» Lieferungen erwartet sie erst wieder ab Mai.

Im Plexihof herrscht derzeit Hochbetrieb. (Bild: bic)

Trennwände für Taxis und Schutzmasken aus Kunststoff

Unabhängig davon zeigen sich Mauderli und ihre Angestellten innovativ. So werden im Moosmattquartier seit kurzem spezielle Plexiglaswände für Taxis hergestellt. So können die Passagiere, die auf dem Rücksitz Platz nehmen, vom Fahrer getrennt werden. «Die Scheiben sind verstellbar und wurden so konzipiert, dass sie in 80 Prozent der Autos installiert werden können», erklärt Claudia Mauderli. Erste Bestellungen seien mittlerweile eingegangen. Das soll auch helfen, damit erkrankte Personen in den Taxis ins Spital transportiert werden können.

«Restaurants oder Bars könnten unsere Schutzmasken an ihre Gäste aushändigen.»

Etwas spezieller mutet das jüngste Produkt an. Seit kurzem werden auch transparente Schutzmasken aus schadstofffreiem Kunststoff produziert. Dafür hat Mauderli mit einem Partner eine eigene Firma mit dem Namen Swisshield gegründet. Auch hier habe man mittlerweile die ersten Aufträge erhalten. «Bisher haben vor allem Coiffeure und Kosmetikstudios unsere Masken bestellt», sagt Mauderli. Sie hofft, dass schon bald auch andere Betriebe sowie Privatpersonen folgen, denn die Masken aus PET böten einige Vorteile gegenüber herkömmlichen Produkten.

«Während Masken aus Vlies nur einmal verwendet werden können, können unsere gereinigt und über längere Zeit getragen werden. Heisses Wasser und etwas Spülmittel reichen, um die Viren auf der Scheibe abzutöten. Damit kann einiges an Abfall gespart werden», schildert Mauderli den Gebrauch. Sie ist überzeugt, dass die Kunststoffmasken deshalb auch für Gastrobetriebe ideal sind. «Restaurants oder Bars könnten unsere Schutzmasken an ihre Gäste aushändigen und sie danach reinigen und erneut verwenden.» Zu kaufen gibt es sie in drei Grössen. Ein Dreierpackung gibt’s für 54 Franken.

«Face-to-face-Gespräche werden besser»

Ein weiterer Vorzug gegenüber Masken aus Stoff sei, dass man bei persönlichen Gesprächen das komplette Gesicht seines Gegenübers sehen und damit dessen Lippen und Mimik erkennen könne, sagt Mauderli. Und weil die Masken nach unten und auf den Seiten offen sind, lasse sich auch ein Getränk geniessen, ohne sie abzunehmen und sich dabei ins Gesicht zu fassen.

Doch ist der Schutz auf diese Weise gewährleistet? «Beim Atmen und Husten werden die Viren horizontal nach vorne geschleudert und bleiben an der Scheibe haften. Nach unten fallen die Erreger nie», führt Mauderli aus. Gehalten werden die Masken von einem Band um den Kopf.

Sollten tatsächlich viele Leute und Betriebe auf das Produkt setzen, ist der Plexihof vorbereitet. «Momentan können wir gut 25’000 Masken am Tag herstellen. Wir können die Maschinen aber noch weiter hochfahren», so Claudia Mauderli. Ob dies nötig sein wird, kann die Unternehmerin aber noch nicht genau abschätzen.

Einige der neuen Masken sind bereits im Einsatz. (Bild: zvg)

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1 Kommentare
  1. jagd, 05.05.2020, 06:52 Uhr

    na ja 25000 pro 8 stunden toll

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