Luzerner Kulturschaffende geraten in Notlage
  • Kultur
Die Schweizer Event- und Kulturlandschaft wird am Montag mit einer Licht-Aktion auf ihre prekäre Lage aufmerksam machen. (Bild: zvg)

Lässt der Kanton die Szene im Stich? Luzerner Kulturschaffende geraten in Notlage

3 min Lesezeit 9 Kommentare 18.06.2020, 21:15 Uhr

Kurz nach dem Lockdown hat der Bundesrat ein Rettungspaket für den Kultursektor verabschiedet. Dieses wird gemäss Hochrechnungen nicht reichen. Die Luzerner Regierung plant trotzdem keine weitere Unterstützung.

In der Luzerner Kulturszene herrscht grosse Unsicherheit, weil bisher noch keine Unterstützungsgelder geflossen sind. «Die Lage für Luzerner Kulturschaffende wird zunehmend prekärer», warnt nun die SP. Noch wisse man nicht, wie gross die finanzielle Unterstützung ausfalle – und wann sie ausbezahlt wird.

Die zuständige Dienststelle des Kantons liess bereits verlauten, dass das vom Bund gesprochene Geld aufgrund der Absage von Grossanlässen nicht reichen wird. Dennoch ist die Luzerner Regierung nicht bereit, zusätzliche finanzielle Unterstützung zu leisten. «Der Regierungsrat spricht zwar gerne vom Kulturkanton Luzern, zeigt nun aber wenig Gespür für die Not der Luzerner Kultur», kritisiert Urban Sager, Kantonsrat (SP) und Mitglied der Kommission Erziehung, Bildung und Kultur (EBKK) in Luzern.

Umfrage soll Ausfälle prüfen

Besonders gefährdet ist gemäss Gianluca Pardini, Geschäftsführer IG Kultur Luzern, die Veranstaltungsbranche: «Weil alle grösseren kulturellen Veranstaltungen abgesagt sind, besteht für all die Veranstaltungs- und Bühnentechniker eine schwierige Situation. Das gilt auch für Materialverleiher und selbstständige Kulturschaffende.»

Um sich ein Bild über die Zentralschweizer Kulturbranche machen zu können, hat die IG Kultur Luzern eine Umfrage gestartet. «Ziel ist es, ein genaueres Bild über die aktuelle Einkommenssituation von Kunst- und Kulturschaffenden zu erhalten», sagt Pardini. Repräsentativ sei die Umfrage jedoch nicht. Die Ergebnisse sollen in den nächsten Wochen ausgewertet werden.

Schnelle, unbürokratische Lösungen gefordert

Der tiefe Stellenwert, den die Luzerner Regierung der Kultur beimesse, zeigt sich aus Sicht der SP darin, dass sie im Positionspapier zur wirtschaftlichen Strategie des Kantons nicht einmal behandelt wird. Ein von der Partei geforderter Fonds für Kulturschaffende wurde von der Regierung abgelehnt (zentralplus berichtete).

«Die Kulturszene wird im Stich gelassen», findet Pardini. «Dabei ist sie ein relevanter Pfeiler in der Tourismusbranche und der Kreativwirtschaft.» Gemäss Lustat umfasste der Luzerner Kulturbereich im Jahr 2017 zudem rund 5000 Arbeitsplätze. Urban Sager fordert: «Es braucht nun schnelle, unbürokratische Lösungen und kein weiteres Spiel auf Zeit.»

Zahlung durch die Kantone

Der Bundesrat hat am 20. März Soforthilfen und Ausfallentschädigungen für Kulturunternehmen und Kulturschaffende beschlossen. Auch Kulturvereine im Laienbereich sollen davon profitieren können.

Zuständig für die Zahlung dieser Ausfallentschädigung sind jedoch die Kantone. Maximal werden 80 Prozent des finanziellen Schadens gedeckt. Die Summe wird hälftig vom Bund und Kanton finanziert.

Eine Branche zeigt sich solidarisch

Um auf ihre prekäre Lage aufmerksam zu machen, plant die Schweizer Kulturbranche übrigens am nächsten Montag eine Solidaritätsaktion (zentralplus berichtete). Von 22.00 bis 24.00 Uhr werden Event-Locations und Spielstätten sowie ausgewählte Gebäude und Bauwerke rot beleuchtet. Auch Luzerner Kulturhäuser wie die Schüür und der Sedel werden mitmachen.

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9 Kommentare
  1. Martin Schleiss, 20.06.2020, 19:08 Uhr

    Ob der Tag noch kommen wird, an dem der Peter Bitterli seinem Namen nicht gerecht wird und einen positiven, sarkasmusfreien, oder gar lobenden Kommentar veröffentlicht? Ich glaube nicht. Muss bitter sein, die Welt nur von dieser Seite zu sehen.

    1. Peter Bitterli, 20.06.2020, 20:48 Uhr

      Den Namen habe ich gewählt, um den Leuten jedesmal, wenn sie auf diesen Kalauer stossen, eine kleine Freude zu machen. Sonst hätte ich ja die Variante ohne „L“ genommen.

    2. Martin Schleiss, 20.06.2020, 22:09 Uhr

      @Peter Bitterli: Eben. Ohne Sarkasmus geht es bei Ihnen nicht. Mein Mitgefühl.

    3. Peter Bitterli, 21.06.2020, 10:20 Uhr

      Hilfe! Der Superspreader der Kartonsprachenpropaganda ist in unserer unmittelbaren Nähe. Die Sprachpolizei verbietet nach Themen, Inhalten und Worten konsequenterweise jetzt auch Stilformen. Wer zwei Gedanken zusammenhängen kann, wird pathologisiert. Difficile est satiram non scribere.

  2. remo.genzoli, 19.06.2020, 17:23 Uhr

    pb, was soll dieses lateingeplapper? wenn du schon zur gewalt gegen die igkultur aufrufst, dann wenigstens auf deutsch, damit es alle verstehen. oder bist du zu feige dazu?

    1. Peter Bitterli, 19.06.2020, 22:43 Uhr

      Ach, ja, rg, Sie haben ja recht! Wie leicht durchschauen Sie meinen feigen Versuch, zur Gewalt aufzurufen, indem ich diesen in einer geplapperten Sprache formuliere, die keiner versteht. Bitte verzeihen Sie meinen Fehltritt. Wie komme ich als verbissener, präpotenter, humorloser Klarinettist bloss dazu, mich an den Stilmitteln des Zitates, der Selbstironie, der Anspielung, der Verdichtung zu versuchen, wo es doch ein paar Denunziationen und Totschlagwörter auch täten? Wie feige ist es doch schon, mich hier im Gegensatz zu 80% der anderen Foristen, zu denen Sie löblicherweise auch nicht gehören, mit Klarnamen zu äussern! Ja, ich habe es eingesehen und gelobe Besserung. Wer der Meinung ist, eine Organisation, die mit öffentlichen Geldern gefüttert wird, nehme administrativ und publizistisch ihre Aufgaben nicht wahr, und dies mithilfe eines Zitates zum beiläufigen Ausdruck bringt, das ja gerade wegen seiner Beiläufigkeit so geflügelt geworden ist, der ruft damit zur Gewalt auf. Endlich habe ich meinen Lateinlehrer, einen katholischen Geistlichen, verstanden. Ich bin zerknirscht. Quidquid sunt sub aqua, sub aqua maledicere temptant.

  3. Peter Bitterli, 18.06.2020, 22:45 Uhr

    „Besonders gefährdet ist […] die Veranstaltungsbranche: «Weil alle grösseren kulturellen Veranstaltungen abgesagt sind, besteht für all die Veranstaltungs- und Bühnentechniker eine schwierige Situation. Das gilt auch für Materialverleiher […].»“ Aber das sind ja alles gar keine Kulturschaffenden!

    1. olga von der wolga, 19.06.2020, 05:57 Uhr

      ach peter😘

    2. Peter Bitterli, 19.06.2020, 13:01 Uhr

      Kenn ich viele. Denk ich jetzt nicht weiter drüber nach.
      Ceterum censeo igkulturem delendam esse.

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