Luzerner Kulturmäzen will Gewerbegebäude vor Abriss bewahren
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Die CSS will das Gewerbegebäude abreissen und an seiner Stelle einen Neubau realisieren. (Bild: jal)

Es soll CSS-Neubau weichen Luzerner Kulturmäzen will Gewerbegebäude vor Abriss bewahren

2 min Lesezeit 1 Kommentar 13.08.2020, 09:52 Uhr

Das Haus im Tribschenquartier steht einem Neubau der CSS im Weg. Deshalb sollte es eigentlich abgerissen werden. Jost Schumacher will es durch eine Versetzung retten.

Das CSS-Gewerbegebäude an der Tribschenstrasse 51 steht noch immer. Schon länger steht fest, dass es eigentlich einem Neubau weichen soll. Doch verschiedene Vereine und Verbände wollen das seit Jahren verhindern – es kam deshalb zum Rechtsstreit. Zwar erklärte das Kantonsgericht den Abbruch kürzlich für rechtens, die Anhänger des Gebäudes lassen aber nicht locker (zentralplus berichtete).

Nun kommt ein neuer Vorschlag ins Spiel: Der Luzerner Anwalt Jost Schumacher will das Gebäude versetzen – auf eigene Kosten. «So könnte die CSS-Versicherung ihren geplanten Neubau realisieren, ohne dass das Gewerbegebäude abgerissen werden müsste», sagt er zur «Luzerner Zeitung». Die Kosten dafür sind zwar noch nicht berechnet, Schumacher geht jedoch von rund 450’000 bis 500’000 Franken aus. Er glaubt, dass sich die Investition lohnt: «Damit kann den Luzernern ein denkwürdiges Gebäude aus der Bauhaus-Ära erhalten werden.»

Idee stösst auf Anklang

Mit der Verschiebung um rund 60 Metern ist die Sache jedoch noch nicht erledigt. Voraussetzung wäre, dass die CSS das Gebäude und 84 Quadratmeter ihres Grundstücks abtreten würde. Geht sein Plan auf, soll das Gebäude weiter gewerblich genutzt werden. Schumacher könnte sich etwa Anwaltsbüros darin vorstellen.

Der Lösungsvorschlag kommt bei jenen, die für den Erhalt des Gebäudes kämpfen, gut an. «Wenn eine Verschiebung die einzige Option ist, das Gewerbegebäude zu erhalten, können wir uns eine solche sehr wohl vorstellen», sagt Patrik Bisang, Präsident des SIA Zentralschweiz. Auch für Rainer Heublein, Präsident des Innerschweizer Heimatschutzes, kommt «auch diese Lösung in Frage».

Rückenwind bekommt er auch von Grossstadtrat Fabian Reinhard: «Die Verschiebung des Gewerbegebäudes ist eine reizvolle Idee. Wir überlegen uns, sie mit einem Vorstoss auf die politische Ebene zu bringen. Man müsste aber zuerst die Machbarkeit abklären.»

Geht der Rechtsstreit weiter?

Und die CSS? Die will sich noch nicht konkret zu den Plänen äussern, solange der Rechtsstreit noch nicht abgeschlossen ist. Das Urteil des Kantonsgerichts kann noch immer ans Bundesgericht weitergezogen werden. Sollte das passieren, rechnet Schumacher mit höheren Chancen für sein Vorhaben.

Über das Gebäude

Das Gewerbegebäude wurde 1933 von Carl Mossdorf, einem Luzerner Architekten, gebaut. Gedacht war es als Ersatz für ein Gebäude am Mühlenplatz, das zuvor abgebrannt war. Noch vor wenigen Jahren diente das Gebäude als Herberge für Alternativkultur (zentralplus berichtete).

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1 Kommentare
  1. Thaddäus Melchior, 13.08.2020, 11:49 Uhr

    Jost Schumacher nennt sich Kulturmäzen? Ohalätz, das ist aber eher dreist. Wo er doch die Häuser am Geissensteinring hat bauen lassen, wegen derer das Kulturzentrum Boa schliessen musste…

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