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Luzerner Konzerthaus erhält ein Upgrade
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Probesitzen auf der neuen Bühne: Schüür-Leiter Marco Liembd. (Bild: jwy)

Schüür schenkt sich zum 25. eine neue Bühne Luzerner Konzerthaus erhält ein Upgrade

4 min Lesezeit 01.03.2017, 16:08 Uhr

Den ganzen Februar hat das Schüür-Team kräftig angepackt und das Erdgeschoss gründlich erneuert. Herzstück ist eine neue Bühne, die am Freitag einem ersten Härtest unterzogen wird. Nun erstrahlen auch acht Kronjuwelen im neuen Glanz.

Viele Änderungen bemerkt man nicht gleich auf Anhieb und der Finish steht noch bevor: Die Decke wurde komplett schwarz gestrichen, vorher war sie grau. Die Bar bekam Holz statt Milchglas und der Garderoben- und Kassenraum erstrahlt in frischem Glanz. Es sind allesamt Details, die mithelfen, in diesem multifunktionalen Raum im Erdgeschoss eine Club- und Konzertatmosphäre zu schaffen.

Die offensichtlichste und wichtigste Änderung ist die neue Bühne, die eigens für diesen Raum massgeschneidert wurde. Kein einfaches Unterfangen, denn der Raum ist niedrig und der Platz knapp. So hat man jede erdenkliche Nische genutzt und – Not mach erfinderisch – sogar unter und neben der Bühne Stauraum geschaffen. «Jeder Millimeter ist genutzt», sagt Schüür-Leiter Marco Liembd.

Foyer, Durchgang, Bar in einem

Am Anfang stand eine Frage sprichwörtlich im Raum: Für was steht das Erdgeschoss im Konzerthaus Schüür eigentlich? Ist es vor allem ein Foyer mit Kasse, Garderobe, WC? Ist es vor allem eine Bar? Ein Partyraum mit Konzertbühne? Oder doch einfach ein Durch- und Zugang zum grossen Saal und in den Garten?

Antwort: Es ist alles zusammen – womit man beim zentralen Problem wäre. Ein Raum, der derart viele Funktionen erfüllen muss, ist per se unruhig und hektisch. Keine gute Voraussetzung für eine gediegene Konzertatmosphäre.

Auch die Bar wurde mit mehr Holz dezent aufgewertet.

Auch die Bar wurde mit mehr Holz dezent aufgewertet.

(Bild: jwy)

Also hat das Schüür-Team entschieden, den Raum gründlich aufzumotzen, die Hektik zu brechen. Den ganzen Februar wurde gehämmert, gezimmert und gemalt. Zwar steht schon seit zwei Jahren eine behelfsmässige Bühne im Erdgeschoss, aber erst jetzt wurde der Raum zum vollwertigen kleinen Bruder des grossen Saals im ersten Stock.

Kleine Bühnen sind gefragt

Die Schüür stellt rund 280 Veranstaltungen im Jahr auf die Beine. «Wir wollen nicht mehr Veranstaltungen durchführen, aber hier unten mehr Charme und Kraft hineinbringen», sagt Marco Liembd. Ein Konzerterlebnis auf dem gleichen Level wie im Saal im oberen Stock.

Platzmangel macht erfinderisch: Unter der neuen Bühne gibt's Stauraum.

Platzmangel macht erfinderisch: Unter der neuen Bühne gibt’s Stauraum.

(Bild: jwy)

Räume in dieser Grösse für rund 180 Zuhörer seien gefragt, gerade für Luzerner Bands. «Die Zeiten, als man Plattentaufen vor 500 Leuten spielten, sind für die meisten Bands vorbei», sagt Liembd. Tatsächlich kamen in letzter Zeit mit dem Neubad-Keller und dem umgebauten Jazzkantine-Keller zwei kleine Bühnen in Luzern dazu. In einer ähnlichen Liga spielt auch der Südpol-Club, dieser setzt aber mehr auf Clubmusik.

Konzerte machen die Identität des Hauses

Die zweite vollwertige Bühne macht den Betrieb der Schüür vor allem flexibler: Läuft der Vorverkauf besser als erhofft, kann man das Konzert von der kleinen auf die grosse Bühne verlegen. Oder umgekehrt, wenn sich mal für eine grosse Band weniger Leute interessieren, dann ziehen es auch gestandene Acts vor, auf der kleinen Bühne zu spielen. Kurzum: Die Schüür wird jetzt noch mehr zum Konzerthaus. «Konzerte sind unsere Identität, deshalb kommen die Leute hierher», sagt Liembd.

Erster Härtetest für die Bühne

Eröffnet wird die neue Bühne am Freitag mit einem Konzert von Moped Lads. Das passt: Schüür und Moped Lads werden 2017 beide 25 Jahre alt und Sänger Martin Gössi arbeitete in den Anfangszeiten der Schüür in diesem Haus.

Die Sedel-Urgesteine werden die Bühne also ein erstes Mal prüfen. «Steht die Bühne auch nach diesem Konzert noch, wird sie alles Kommende überleben», sagt Liembd. Konzert Moped Lads: Freitag 3. März, 23 Uhr. Ab Mitternacht Disco mit DJ Gisi und Liembd. Eintritt: 10 Franken.

Denkbar sind auch vermehrt Mitternachtskonzerte auf der kleinen Bühne nach einem Konzert auf der grossen. Vor allem sollen die Eintrittsbarrieren für die kleine Bühne tief gehalten werden. Liembd will den Raum lokalen Bands für Konzerte oder Vereinen für eine Party möglichst günstig zur Verfügung stellen. «Je mehr hier läuft, desto besser, Bands sollen auf uns zukommen, wenn sie hier spielen wollen», sagt Liembd.

Ein Kreis schliesst sich

Die Schreinerarbeiten an Bühne und Bar erledigte Marcel Odermatt – es ist ein Wiedersehen: Odermatt zimmerte in den 90er-Jahren bereits die damalige Gartenbar. Diese wurde damals von Sämi Hoffmann bemalt, der seinerseits am Freitag bei der Bühnentaufe bei den Moped Lads am Schlagzeug sitzt (siehe Box). Zudem arbeitete Moped-Sänger Martin Gössi in den Anfangszeiten in der Schüür. «Das sind schöne Geschichten und auch Kreise, die sich schliessen», sagt Liembd.

Als Reminiszenz an den Sedel, wo Liembd noch bis im September im Vorstand waltet, hat es mitten auf der Bühne eine Säule. Sowieso kommen die insgesamt acht Säulen jetzt viel besser zur Geltung. Sie wurden vor 25 Jahren von Kunstschaffenden der freien Künstlergruppe «Marinemuseum Luzern» gestaltet. «Die Säulen sind die Kronjuwelen im EG und gehören in diesen Raum. Sie geniessen heute eine Art Denkmalschutz», sagt Liembd.

«Bands sollen auf uns zukommen, wenn sie hier spielen wollen»: Marco Liembd auf der neuen Schüür-Bühne.

«Bands sollen auf uns zukommen, wenn sie hier spielen wollen»: Marco Liembd auf der neuen Schüür-Bühne.

(Bild: jwy)

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