Luzerner Komiker Deville wird für UVI-Witze gerüffelt
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Dominic Deville widmete fast eine ganze Sendung der UVI. (Bild: srf)

Satire oder Wahlbeeinflussung? Luzerner Komiker Deville wird für UVI-Witze gerüffelt

1 min Lesezeit 14 Kommentare 24.11.2020, 07:48 Uhr

Wie weit darf Satire gehen? Vertreter der CVP und SVP finden, dass der Satiriker Dominic Deville am vergangenen Sonntag zu weit gegangen ist und unterstellen ihm Wahlwerbung.

Am Sonntagabend strahlte das SRF die Satiresendung «Deville» des Luzerner Komiker Dominic Deville aus. In dieser teilt er gewöhnlich auf alle Seiten aus. Nun aber sind bei der Ombudsstelle des SRF drei Beanstandungen eingetrudelt. Diese rügen den Komiker, sich in der Sendung fast ausschliesslich mit der Unternehmensverantwortungsinitiative (UVI) beschäftigt zu haben die am 29. November an die Urne kommt.

Weil Deville hauptsächlich gegen die gegen Grosskonzerne gewitzelt habe, wird ihm in den Beschwerden unterstellt, die bevorstehende Wahl zu beeinflussen. SVP-Nationalrat Gregor Rutz äusserte sich gegenüber der «Luzerner Zeitung»: «Diese Sendung wurde missbraucht für Abstimmungspropaganda. Eine Woche vor der Abstimmung. Das geht nicht. Das Programm war ausserdem unterirdisch schlecht, unintelligent, humorlos, derb. Mit Satire hat das meiner Meinung nach nichts zu tun.»

Die SRF-Mediensprecherin Eva Wismer entgegnete in derselben Zeitung, dass die Sendung «Deville» Themen des aktuellen Geschehens behandle – also auch der UVI. «Wichtig ist, dass Satire als solche erkennbar ist. Das ist bei ‹Deville› gegeben», wird Wismer zitiert.

Inwiefern Deville nun gerügt wird, entscheidet die Ombudsstelle. Diese hat gemäss Gesetz 40 Tage Zeit, um die Beanstandungen zu behandeln.

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14 Kommentare
  1. Tobias Mueller, 24.11.2020, 15:45 Uhr

    Satire darf alles. Diejeigen, welche Deville jetzt politische Propaganda vorwerfen, pochen sicherlich auf die Unantastbarkeit des ersten Satzes, wenn der Disput auf Mohammed-Karrikaturen kommt.

    Deville’s Humor mag Geschmacksache sein. Wem’s nicht passt, schaltet ganz einfach ab oder um.

  2. Peter Lehmann, 24.11.2020, 13:38 Uhr

    Für gewisse Rechte ist eben alles, was links ihrer Meinung steht «linksextrem», genauso wie man für einige «Linksalternative» ab der Positionierung wie die GLP als «rechts» gilt.
    Schade, setzen sich so viele Leute Scheuklappen auf. Alles schon im eigenen (erweiterten) Umfeld erlebt.
    @ A.P.: Der Zwangsabgaben für Linksextreme ist ja nur schon deswegen lächerlich, weil das SRF oft für die Linke zu traditionell und verrostet, für die Rechte zu «links» ist.

  3. Manuel, 24.11.2020, 12:27 Uhr

    Lieber Andy
    Schauen Sie doch einfach den «Donnstigsjass», der bringt noch immer grossartige Tiefenentspannung und ist garantiert frei von Linksextremen.
    Ihre Welt muss ja unglaublich triste sein, so viel Zwang und Schmerz.

  4. Andreas Peter, 24.11.2020, 10:37 Uhr

    Es ist ja nicht nur Deville.
    Fast alle Medien sind von Linken bis Linksextremen besetzt. Das sind statistische Fakten.
    Besonders ärgerlich ist das im Falle der durch Zwangsgebühren finanzierten Medien.
    Mit der Billag Abstimmung habe ich ein Stück meines sonst gefestigten Glaubens an die Selbstheilungskräfte der Demokratie verloren.
    Ich verstehe diesen selbst auferlegten Beizahlzwang heute noch nicht und in der sich verändernden Medienlandschaft immer weniger.
    Das war DIE verpasste Gelegenheit mit diesem alten Zopf aufzuräumen.

    1. Statistik ?, 24.11.2020, 12:43 Uhr

      Welche Statistik? Können Sie mir hierzu die Quelle angeben? Das würde mich sehr interessieren. Ich möchte das gerne überprüfen.

      Bitte keine Erklärung, nur Fakten! (d.h. nur die Quelle benötige ich)

    2. Daniela Bucher, 24.11.2020, 13:09 Uhr

      Geschätzter Andreas Peter, bisher konnte man Sie ja noch halbwegs ernst nehmen, auch wenn Sie eine ausserordentlich rechte Weltsicht vertreten. Aber mit der Behauptung, die Medien seien von Linksextremisten besetzt, machen Sie sich nur noch lächerlich. Welche Medien in der Schweiz bitteschön lehnen die Demokratie und den Rechtsstaat ab und greifen zu Gewalt, um ihre Ziele (Reichweite) zu erreichen? Ich stelle mir das grad so vor, eine Handgranate in der linken Hand, Schreibblock in der rechten?

    3. Andreas Peter, 24.11.2020, 14:43 Uhr

      @Statistik: Eine sehr aktuelle Studie dazu finden Sie unter
      «Ausgewogene Berichterstattung? 92 Prozent der ARD-Volontäre wählen grün-rot-rot».
      ARD ist zwar kein Schweizer Sender und es wird hier auch nur von «Volontären» gesprochen, aber die Tendenz ist sonnenklar.
      Gerade mal 3% davon wählen die Union, welche ja auch nach links gerutscht ist.
      Der neutrale Beobachter braucht dazu eigentlich keine externen Studien, ein TV Gerät reicht.

    4. staphylosaurus, 24.11.2020, 15:59 Uhr

      Eine Befragung von 77 Praktikanten (Rücklaufquote 50 %, keine Angaben zur Repräsentativität, Generalisierbarkeit unterirdisch) bezeichnen Sie als «statistische Fakten». Sie könnten als Komiker ja sogar dem Thiel gefährlich werden.

    5. Andreas Peter, 24.11.2020, 17:13 Uhr

      @staphylosaurus: Sie würden die Fakten immer und sowieso anzweifeln.
      Wie bereits gesagt: Primär ist es offensichtlich und muss gar nicht bewiesen werden.
      Man kann die Situation nun gut finden wie Sie, oder hochproblematisch für die Demokratie wie ich.
      Zu behaupten es sei nicht so, ist aber nicht plausibel.
      Oder bringen Sie mir eine Studie, welche beweist, dass die SRG 40% FDP oder SVP Wähler beschäftigt.
      Sie wissen selbst, dass das nicht möglich sein wird.

    6. Andreas Peter, 24.11.2020, 17:31 Uhr

      Und damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich würde eine einseitig «rechte» Berichterstattung genau so kritisieren, wie eine einseitig linke.
      Nur sehe ich von rechts im Mainstream momentan kein Problem.
      Ich «kämpfe» (man muss mit der Mode gehen) gegen totalitäre, demokratiefeindliche Tendenzen, nicht gegen links oder rechts.

  5. Huch, 24.11.2020, 09:17 Uhr

    Ich fand die Sendung spitze. Ein echt talentierter Querdenker. Solch kreative Köpfe sind leider viel zu selten. Herzlichen Dank Herr Deville, sie haben mir die Woche versüsst.

    In unserem Haus müsste dringend ein Rohr verlegt werden, wenn sie mal Zeit hätten, wäre mir das eine Freude.

  6. Luc Bamert, 24.11.2020, 08:37 Uhr

    Toll, dass die von diesem drittklassigen Provinz-«Komiker» angeprangerten Unternehmen solche links-grüne Abstimmungspropaganda via Zwangsgebühren auch noch mitfinanzieren dürfen. Aber das wird wohl noch lange so bleiben, deshalb: einfach nicht schauen. Ausser den Linken findet es sowieso niemand lustig.

    1. Martin Schleiss, 24.11.2020, 09:28 Uhr

      Es soll einige Rechte geben, die auch mitlachen können, wenn ihre eigene politische Seite aufs Korn genommen wird. Sie scheinen nicht dazu zu gehören.

    2. Samuel Kneubühler, 25.11.2020, 20:52 Uhr

      Provinzkomiker? Was machen Sie dem auf dem Provinzportal zentralplus?

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