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Absolut alle Betten belegt
Luzerner Kantonsspital muss Operationen verschieben

  • Lesezeit: 2 min
  • Kommentare: 10
Einblick in die Intensivstation am Standort Luzern des Luzerner Kantonsspitals. (Symbolbild)
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Derzeit ist die Intensivstation im Luks am Anschlag. (Bild: zvg)

Das Luzerner Kantonsspital hat kein einziges freies Bett mehr – weder in der Intensivstation noch im restlichen Spital. Nicht dringliche Operationen müssen nun verschoben werden. Praktisch alle Intensivpatienten sind nicht geimpft.

Seit Tagen steigen die Corona-Fallzahlen rapide an. Bereits letzte Woche hat der Zuger Gesundheitsdirektor Martin Pfister vor der drohenden Überlastung der Intensivstationen gewarnt (zentralplus berichtete). Genau das scheint nun eingetroffen zu sein. Marco Rossi, Chefarzt Infektiologie des Luzerner Kantonsspitals (Luks) hält gegenüber dem «SRF» fest: «Aktuell ist die Intensivstation voll und das ganze Spital ist leider auch voll.» 12 von 13 Corona-Patienten auf der Intensivstation seien ungeimpft.

Von 13 Patienten auf der Intensivstation sind 12 ungeimpft

«Es ist schwer, alle Patienten aufzunehmen, die ins Spital müssten.» Deshalb müsse das Spital nun nicht dringliche Operationen verschieben. So zum Beispiel Patienten, die ein künstliches Gelenk brauchen. Es gäbe aber auch Eingriffe, die man zwar über in paar Wochen verschieben könne, aber auf lange Zeit hin auch dringend werden. Die Verschiebungen werden also zur tickenden Zeitbombe.

«Alle Spitäler hätten vom Bundesrat die Aufgabe erhalten, die Kapazitäten zu erhöhen. Dies ist aber schlicht nicht möglich», erklärt Rossi. Man finde nämlich kein Personal. Das Spital bemüht sich nun stattdessen, das bestehende Personal zu bewahren. Und dieses verliere zunehmend an Belastbarkeit: «Diese Leute müssen seit 19 Monaten angespannter, länger und unter höherem Druck arbeiten», so Rossi.

Lage spitzt sich in allen Spitälern zu

Rossi vermutet den momentan starken Anstieg bedingt durch die vielen Ansteckungen bei Kindern (zentralplus berichtete). Sollten jetzt die Hospitalisationen ebenso ansteigen, sehe Rossi schwarz: «Wenn die Hospitalisations-Zahlen weiter steigen würden, dann sehe ich es als unvermeidlich, dass man in verschiedenen Spitälern nicht mehr alle Patienten behandeln kann.»

Dann drohe die Triage – also das Abwägen, welchen dringlichen Patienten jetzt der Vorzug gegeben werden muss. «Eine 30 bis 50 prozentige Zunahme der Hospitalisations-Zahlen wird es im Schweizer Gesundheitswesen wahrscheinlich nicht vertragen», warnt Rossi in der Radio-Sendung.

Bis jetzt konnten die Zentralschweizer Spitäler sich bei Engpässen jeweils austauschen und Patienten verlegen. «Doch nun sieht man zunehmend, dass die anderen Spitäler auch voll sind. Vor dieser Situation haben wir Respekt.» Gemäss Rossi war die derzeitige Überlastung vermeidbar: «Momentan haben wir ein Delta-Problem. Das Problem mit der Omikron-Variante kommt vielleicht erst noch. Doch das Delta-Problem hätte man mit einer höheren Impfrate verhindern können», so der Chefarzt gegenüber dem Regiojournal.

Hinweis: In einer ersten Fassung hiess es, von 13 Patienten auf der Intensivstation seien 12 ungeimpft. Es sind jedoch 12 von 13 Corona-Patienten ungeimpft.

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10 Kommentare
  1. Reto Huber, 03.12.2021, 12:55 Uhr

    Die Notlage ist schon längst bekannt
    Erstaunlich wie die Regierung zuschaut und einer lärmigen Minderheit von Hooligans folgt.
    Es wird höchste Zeit das sich die schweigende Mehrheit nicht nur an der Urne wehrt.

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  2. ralf, 03.12.2021, 11:24 Uhr

    Steht bloss nirgends geschrieben, ob diese ungeimpften Personen wegen Corona auf der Intensivstation liegen… Schon komisch

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    1. Bob, 03.12.2021, 11:34 Uhr

      Wer zweifelt kann bei lustat selber nachschauen. Es stimmt insoweit: Zentralplus hat schlecht berichtet: von 13 _Corona_ patienten auf der IPS sind 12 ungeimpft (und die geimpfte Person ist immunsupprimiert). Zusätzlich aber hat es auch nicht-Corona Patienten, der Impfstatus dieser Personen wird aber nicht erfasst (da irrelevant, diese Leute sind wegen Krebs oder Herz OP oder Unfall auf der IPS).

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    2. Rene, 03.12.2021, 12:02 Uhr

      Ja wirklich komisch. Wahrscheinlich hatten plötzlich alle gleichzeitig einen Herzinfarkt. Und die Staatspropaganda schiebt es auf Corona ab damit sich die Ungeimpften freiwillig den Chip implantieren lassen. Aber nicht so der Ralf, der hat das Spielchen schon durchschaut!

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    3. Thomas Bucher, 03.12.2021, 13:11 Uhr

      Ja, das Dasein als Ungeimpfter muss gefährlich sein, wenn plötzlich alle auf der Intensivstation landen. Da lohnt es sich vielleicht, sich möglichst rasch impfen zu lassen 😉

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  3. Alain, 03.12.2021, 07:56 Uhr

    Aber zusätzliche Massnahmen sollen “übersturzt” sein? Inkompetente Regierung, alles taugenichtse.

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  4. Michel von der Schwand, 03.12.2021, 06:02 Uhr

    Alle Patienten auf der IPS in Luzern sind nicht geimpft! Und man schwurbelt weiter. Obwalden verfügt nicht mal über eine IPS und das Spital Sarnen soll geschlossen werden. Man schwurbelt weiter, glaubt YouTube und Facebook, aber nicht den Wissenschaftlern. Mehr als nur Unfug! Das ist grobfahrlässiges Handeln und gehört von den Versicherungen geahndet.

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    1. Oliver Brunner, 03.12.2021, 07:47 Uhr

      Haben Sie auch nur eine Sekunde geglaubt, dass sich die Impfgegner von Fakten überzeugen lassen? Wichtig wäre im Spital halt eine Triage Geimpfte / willentlich nicht Geimpfte. Denn wie heisst es so schön: Kommendes Frühjahr gibt es nur noch Geimpfte oder Genesene.

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      1. Michel von der Schwand, 03.12.2021, 08:31 Uhr

        Die Triage in den Spitälern ist bereits im vollem Gange. Dringende Operationen von zB. Krebspatienten müssen zu Gunsten der ungeimpften Pandemie-Verlängerer verschoben werden. Das sind die Fakten! Natürlich lassen sich Personen, die sich nicht impfen lassen wollen, nur schwer davon überzeugen. Das ist mir vollkommen bewusst. Ich bin im übrigen trotzdem gegen eine Impfpflicht. Ich bin jedoch dafür, dass die Krankenversicherungen auch in der Grundversicherung die Grobfahrlässigkeitsklausel einführen dürfen.

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  5. Wissenschaft-und-Vernunft, 02.12.2021, 19:28 Uhr

    Eine Impflicht ist die einzige wissenschaftliche und vernünftige Lösung für dieses Horrorproblem.

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