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Luzerner Kantonalbank stellt 50 Millionen bereit
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Die Luzerner Kantonalbank. (Bild: bic)

Coronavirus: Kredite für Kleinunternehmen Luzerner Kantonalbank stellt 50 Millionen bereit

3 min Lesezeit 1 Kommentar 17.03.2020, 15:01 Uhr

Um die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus zu dämpfen, stellt die Luzerner Kantonalbank per sofort 50 Millionen Franken für kurzfristige Kredite bereit. Diese sollen vor allem Kleinunternehmen zugutekommen. Der Kanton Luzern verschärft zudem das Besuchsverbot in Heimen und nimmt eine neue Telefon-Hotline in Betrieb.

Coiffeure, Kleiderläden, Restaurants: Viele Betriebe des täglichen Lebens sind seit diesem Dienstag geschlossen. Das führt zu Verunsicherung und finanziellen Einbussen. Zahlreiche Unternehmen haben Kurzarbeit beantragt.

Die Luzerner Kantonalbank stellt nun «im Sinne einer unbürokratischen Soforthilfe» in Absprache mit dem Regierungsrat 50 Millionen Franken bereit. Das Geld soll für kurzfristige Kredite zugunsten von Kleinunternehmen zur Verfügung stehen. Das teilt der Regierungsrat am Dienstagnachmittag im Rahmen einer Pressekonferenz mit.

Die Summe von stehe ausschliesslich für bestehende Kunden der LUKB bereit, präzisiert die Bank in einer eigenen Mitteilung. Voraussetzung für die Auszahlung von Liquiditätshilfen seien eine intakte Auftragslage und gesunde finanzielle Verhältnisse vor Ausbruch der Corona-Krise.

Mit anderen Banken im Gespräch

Die Rückzahlungsmodalitäten seien bewusst flexibel ausgestaltet und würden zwischen der LUKB und den KMU jeweils individuell festgelegt. Der Zinssatz sei gegenüber den üblichen Marktkonditionen stark reduziert, so die Bank weiter. «Mit diesen 50 Millionen Franken Soforthilfe für Luzerner KMU wollen wir unsere Verantwortung als führende Bank in unserem Wirtschaftsraum in dieser ausserordentlichen Situation aktiv wahrnehmen», wird CEO Daniel Salzmann in einer Mitteilung zitiert. Man werde den Handlungsbedarf laufend neu beurteilen.

Im Kanton Luzern sind im März bislang 250 Gesuche um Kurzarbeit eingegangen, 200 sind bereits bewilligt. Bis am Dienstagmittag seien weiter 250 Anträge dazugekommen, ergänzte Regierungsrat Fabian Peter (FDP) an der Pressekonferenz.

Der Luzerner Regierungsrat ist laut eigenen Angaben im Gespräch mit weiteren Banken, um das Kreditvolumen auszuweiten. Der Bundesrat hat bereits letzte Woche ein Rettungspaket von 10 Milliarden Franken für die Unterstützung der Wirtschaft angekündigt. Der Regierungsrat geht davon aus, dass diesen Freitag das dazugehörige Massnahmenpaket präsentiert werde.

Besuchsverbot in Spitälern und Heimen

Der Regierungsrat hat zudem Verschärfungen beschlossen, was den Besuch bei älteren Personen betrifft. Ab sofort ist es untersagt, Personen in Spitälern, Alters- und Pflegeheimen sowie in sozialen Einrichtungen zu besuchen. In Einzelfällen können Ausnahmen bewilligt werden. Dabei dürften höchstens zwei Besucher gleichzeitig bei jemandem vorbeigehen.

Der Kanton Luzern hat zudem neu eine zentrale Telefon-Hotline eingerichtet. Diese ist täglich von 8 bis 12 und von 13.30 bis 17 Uhr erreichbar unter 041 939 20 70. Medizinische Fragen werden nicht beantwortet.

Der Luzerner Regierungsrat dankte am Dienstagnachmittag ausdrücklich den zahlreichen Kräften der Zivilgesellschaft. Sie würden teils seit Wochen Aussergewöhnliches leisten, um die Lage zu bewältigen. Die Behörden arbeiten laut Mitteilung mit Hochdruck daran, «die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, das Funktionieren vitaler öffentlicher Leistungen sicherzustellen, wirtschaftliche Folgeschäden einzudämmen und das Bildungswesen auf die neue Lage einzustellen».

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1 Kommentare
  1. CScherrer, 18.03.2020, 10:31 Uhr

    Unglaublich. Einmal mehr fehlende Empathie und Sozialkompetenz. Die Idee mit den Krediten ist grundsätzlich gut, doch wäre es an der Zeit, dass auch eine Kantonalbank mal mit zinslosen Darlehen operiert. Ethisch nicht korrekt.

Die zentralplus Redaktion wünscht Dir einen schönen Tag!

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